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In Bildern: Fernab der Weltöffentlichkeit erlebt die DR Kongo eine Krise nach der anderen

Im Osten der DR Kongo wurden Millionen Menschen durch Konflikte zwischen bewaffneten Gruppen aus ihren Häusern vertrieben. Viele Familien haben ihre Lebensgrundlage und den Zugang zu Grunddienstleistungen verloren.

Inmitten der Krise bietet Medair Gesundheitsdienste und andere essenzielle Grundleistungen für tausende vertriebene Familien und Gastgemeinschaften.

Mitarbeitende von Medair besuchen ein Lager für Binnenvertriebene in der Nähe einer unterstützten Gesundheitseinrichtung.

Im Kongo wurden mehr als 5,2 Millionen Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben, darunter schätzungsweise 3 Millionen Kinder. Das Land beherbergt damit die zweitgrösste Zahl an Binnenvertriebenen weltweit.

Die Ankunft von Binnenvertriebenen hat enorme Auswirkungen auf die aufnehmenden Gemeinschaften. Daher sorgt Medair dafür, dass alle Menschen Zugang zu denselben Dienstleistungen haben.

Im Osten des Kongo gibt es eine ganze Reihe an öffentlichen Gesundheitseinrichtungen und Spitälern. Medair unterstützt einheimische Mitarbeitenden in diesen Einrichtungen.

«Wir setzen für jede Partnereinrichtung auf einen multisektoralen und ganzheitlichen Ansatz», sagt Dr. Onyango Okech, Projektleiter Gesundheit bei Medair. «Unser Schwerpunkt liegt neben der medizinischen Grundversorgung auf der Behandlung unterernährter Kinder, sowie den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene, um die Kliniken zu unterstützen.»

Ein Pfleger kontrolliert den Blutdruck eines Patienten in einer von Medair unterstützten Gesundheitseinrichtung. Jede Einrichtung behandelt zwischen 500 und 2000 Menschen pro Monat, etwa die Hälfte davon sind Vertriebene.

Vertriebene haben keine oder nur sehr begrenzte Einkommensmöglichkeiten. Für sie sind kostenlose Gesundheitsdienste daher unerlässlich, um gesund zu bleiben und Mortalität und Morbidität innerhalb der Gemeinschaft zu verringern.

Auch Schwangerschaftsbetreuung und ein sicherer Ort für Entbindungen werden geboten. Einige Einrichtungen betreuen bis zu 125 Entbindungen pro Monat.

Dr. Onyango und Georgine, stellvertretende Pflegedienstleiterin, bei der Krankenvisite.

 

In diesem Teil des Kongo kommt es regelmässig zu Krankheitsausbrüchen wie Pest, Malaria, Durchfall oder Atemwegsinfektionen.

 

Malaria ist besonders weit verbreitet und macht fast 40 % aller Neuaufnahmen in den von Medair unterstützten Einrichtungen aus. Insgesamt verzeichnet der Kongo weltweit die zweithöchste Zahl an Malaria und Todesfällen durch die Krankheit.

Die Vorräte der Erdnusspaste Plumpy’NUT zur Behandlung von Unterernährung sind bereit für den Versand an verschiedene Gesundheitseinrichtungen im ganzen Land.

 

In der DR Kongo leiden mehr als 3,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Unterernährung. Mindestens 1 Million davon leidet unter schwerer akuter Unterernährung.

Die Teams von Medair sorgen in allen Gesundheitseinrichtungen für die Behandlung von unterernährten Kindern unter 5 Jahren. Fälle mit medizinischen Komplikationen werden in allgemeine Spitäler überwiesen.

Zusätzlich zu den Gesundheits- und Ernährungsdienstleistungen baut oder repariert Medair in jeder Einrichtung Wasser-, Hygiene- und Sanitäranlagen.

Die Covid-19-Pandemie hat die DR Kongo nicht verschont und die von Medair unterstützten Einrichtungen mussten sich darauf einstellen: «Unsere Priorität ist es, Kranke und Mitarbeitende so gut wie möglich zu schützen», sagt Dr. Onyango. «Wir haben Handwaschstationen aufgestellt, achten darauf, dass Masken getragen werden, und kontrollieren an Eingängen die Körpertemperatur.»

Georgine, stellvertretende Pflegedienstleiterin, spricht mit einem Mitglied der örtlichen Gemeinschaft.

«Unsere Massnahmen wirken. Das wird von den unterstützen Gemeinschaften sehr geschätzt», so Dr. Onyango. «Unsere für Monitoring und Evaluierung zuständigen Teams holen regelmässig Feedback von Behandelten ein, um Dienstleistungen verbessern zu können. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinschaften, Gesundheitsbehörden und anderen humanitären Organisationen ist positiv und konstruktiv.»

Die DR Kongo ist mit vielen Krisen konfrontiert, oft fernab der Weltöffentlichkeit. Durch enge Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften stellt Medair sicher, dass einige der gefährdetsten Gemeinschaften des Landes nicht vergessen werden: «Ich bin sehr ermutigt von der grossen Akzeptanz in der Gemeinschaft und dem Vertrauen in die Versprechen von Medair und Partnerorganisationen!» erklärt Dr. Onyango abschliessend.


Medair ist seit 1996 in der DR Kongo tätig. Unsere Arbeit wird vom Büro für humanitäre Hilfe der Vereinigten Staaten, der Europäischen Kommission, der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit sowie von privaten Spenden unterstützt.