Licht und Hoffnung für Familien inmitten der Unruhen in Afghanistan.
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An diesem Internationalen Tag der Familie würdigt Medair die Stärke, Widerstandsfähigkeit und Ausdauer von Familien in Afghanistan und auf der ganzen Welt.
In Afghanistan ist Armut weit verbreitet und prägt den Alltag vieler Familien: Marjans Familie ist eine davon. Da sie kein stabiles Einkommen hat, ist sie gezwungen, ihren 11-jährigen Sohn Ismail zur Arbeit zu schicken, während sein Vater sich um ihr Stück Land kümmert. Ismail verdient ein wenig Geld, das kaum ausreicht, um den Nahrungsbedarf der Familie zu decken.
«Wir sind zu siebt in der Familie», erklärt Marjan. «Meine Familie hat aufgrund von Arbeitslosigkeit, Nahrungsmangel und Krankheit schwere Zeiten durchgemacht. Mit sieben Angehörigen habe ich kein nennenswertes Einkommen, abgesehen von einem kleinen Stück Land, das in den letzten Jahren wegen der Dürre keine gute Ernte gebracht hat. Das Land bringt nur etwa 100 Kilogramm Weizen pro Jahr hervor.»

Diese Nöte spiegeln die allgemeine wirtschaftliche Lage des Landes wider. Anfang 2026 berichtete die Weltbank, dass die Wirtschaft Afghanistans weiterhin instabil sei, mit sinkenden Einkommen und weit verbreiteter Armut. Der Bericht zeigt hohe Inflationsraten auf, die durch die gross angelegte Rückführung von Familien aus Nachbarländern und die anhaltende Schliessung der Grenze zu Pakistan verursacht wurden. Die Lebensmittelpreise stiegen im Januar 2026 um 3,6 Prozent, was die ohnehin schon gefährdeten Haushalte zusätzlich belastete.
Shazias Familie ist eine von vielen Tausenden, die kürzlich zur Rückkehr nach Afghanistan gezwungen wurden: «Es ist nun drei Monate her, seit meine Familie und ich aus Pakistan zurückgekehrt sind. Ich habe zwei Söhne und eine Tochter, und mein Mann ist Schuhmacher und verdient 20 bis 30 AFA [entspricht 0,30–0,46 USD] pro Tag.»
Shazia fügte hinzu: «Mein Kind war hungrig und unterernährt, weshalb ich ihn in diese Klinik gebracht habe. Hier erhalten wir Nahrungsergänzungsmittel, die meinen Sohn satt machen und seinen Zustand verbessern.»

Angesichts der aussergewöhnlichen aktuellen Lage verlagert sich die weltweite Aufmerksamkeit weg von humanitären Notlagen in Ländern wie Afghanistan, dem Südsudan, der DR Kongo und der Ukraine. Die finanziellen Mittel schrumpfen dramatisch.
Mitte 2025 war Medair gezwungen, seine Aktivitäten in der Region des zentralen Hochlands von Afghanistan einzustellen. Das war vor allem auf Mittelkürzungen zurückzuführen – was sich direkt auf die Menschen in Not auswirkte.
Familien sind das Herzstück der afghanischen Gesellschaft. Oft leben drei oder vier Generationen zusammen in einem einzigen Haushalt. Feda lebte mit den Familien seiner beiden Brüder zusammen, als sich am 31. August 2025 im Osten Afghanistans ein Erdbeben der Stärke 6,0 ereignete. Er verlor seine Frau, und seine Kinder wurden schwer verletzt.
«In jener Nacht [der Nacht, in der das Erdbeben stattfand] gab es kein Licht», sagte Feda. «Ihr seid auf uns zugekommen und habt Licht in unsere Welt gebracht. Wir erhielten Hilfe für unsere dringendsten Bedürfnisse, und die Verletzten wurden versorgt.»
Dank der Unterstützung unserer grosszügigen Spender und Spenderinnen konnte Medair mehr als 700 vom Erdbeben betroffene Familien mit Notunterkünften, Lebensmitteln, Haushaltsgegenständen, Wasser zum Kochen und Trinken, medizinischer und psychosozialer Betreuung sowie Geldhilfen versorgen.
Trotz anhaltender Not, Verluste und Unsicherheit kommen Familien in Afghanistan zusammen, um Momente der Freude und des Glücks zu feiern. Sie halten weiterhin an ihrer Hoffnung auf eine bessere Zukunft fest.
An diesem Internationalen Tag der Familie steht Medair fest an der Seite der Familien, die diese Lebensumstände durchstehen. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, lebensrettende humanitäre Hilfe in den südlichen und östlichen Provinzen Afghanistans zu leisten.

Zum Schutz der Identität der in diesem Artikel erwähnten Personen wurden Pseudonyme verwendet.
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von Informationen erstellt, die von Medair-Mitarbeitenden vor Ort und in der Zentrale zusammengetragen wurden. Die hierin geäusserten Ansichten sind ausschliesslich die von Medair und spiegeln in keiner Weise die offizielle Meinung anderer Organisationen wider.
Afghanistan Economic Monitor, January 2026
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