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Versorgung vor Ort: Gesundheitsdienste für Mütter in informellen Siedlungen.

June 25, 2026
von Medair
Libanon
Eine syrische Mutter erhält von einer Hebamme von Medair Schwangerschaftsvorsorge während einer Sprechstunde – in einem Zelt in einer informellen Siedlung in Serraaine, Bekaa-Ebene.

«Ich machte mir Sorgen um mein Baby, weil ich keinen Arzt aufsuchen konnte, als ich Hilfe brauchte», sagt Fatimah, eine syrische Geflüchtete und Mutter.

Ich war mit unserem Gesundheitsteam in Serraaine in der Bekaa-Ebene unterwegs, wo ich eine Gemeindehebamme traf, die geflüchtete Menschen aus Syrien in informellen Zeltlagern medizinisch versorgt. Das Lager bestand aus etwa 15 Zeltunterkünften, in denen Familien leben, die vor Jahren vertrieben wurden und nach wie vor erhebliche Hindernisse beim Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Fatimah, 47, (im vierten bis sechsten Schwangerschaftsmonat) wuchs in einer kleinen Stadt am Rande von Idlib in Syrien auf, wo sie sich an eine eng verbundene Nachbarschaft und ein starkes Zugehörigkeitsgefühl erinnert. Als Mutter hoffte sie, dass ihre Kinder in derselben Stabilität und Unterstützung aufwachsen würden. «Ich habe mir immer vorgestellt, dass meine Kinder in der Nähe ihrer Grosseltern aufwachsen, sicher zur Schule gehen und sich eine Zukunft aufbauen», erinnert sie sich.

Als Gewalt ihre Familie zur Flucht aus Syrien zwang, suchten sie Zuflucht im Libanon und liessen sich schliesslich in Serraaine nieder. Das Leben in einer Zeltstadt bringt tägliche Herausforderungen mit sich, durch raue Wetterbedingungen, eingeschränkte Privatsphäre, knappe Ressourcen und begrenzten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, insbesondere zur Gesundheitsversorgung. Der Weg zu Gesundheitszentren kann kostspielig und schwierig sein, besonders für schwangere Frauen und Mütter mit kleinen Kindern.

Während ihrer letzten Schwangerschaft hatte Fatimah enorme Schwierigkeiten, Zugang zu regelmässiger Schwangerschaftsvorsorge zu erhalten – jener grundlegenden Betreuung, die man während der Schwangerschaft von medizinischem Fachpersonal erhält. Die Transportkosten und die Entfernung zu den Gesundheitszentren machten Routineuntersuchungen fast unmöglich. «Manchmal hatte ich Angst», erklärte sie. «Ich machte mir Sorgen um mein Baby, weil ich keinen Arzt aufsuchen konnte, wenn ich ihn brauchte.»

Finanziert durch den Lebanon Humanitarian Fund und umgesetzt im Rahmen des Gesundheitsprogramms von Medair führen Gemeindehebammen jeden Monat zwischen 150 und 200 Hausbesuche durch. Dabei bieten sie vor- und nachgeburtliche Beratung, Gesundheitsaufklärung und -sensibilisierung an und leiten die betroffenen Menschen bei Bedarf an von Medair unterstützte medizinische Grundversorgungszentren weiter. Darüber hinaus organisiert Medair den Transport von der informellen Siedlung zu den medizinischen Einrichtungen und entlastet die betroffenen Familien so von den finanziellen Belastungen durch Transportkosten. Für Frauen wie Fatimah sind diese Besuche zu einer lebenswichtigen Rettungsleine geworden.

Jana, eine Gemeindehebamme von Medair, berät Fatimah, 47, eine syrische Geflüchtete und Mutter, in einem Zelt in einer informellen Siedlung in Seraaine, Baalbek–Hermel, Bekaa-Ebene, 6. März 2026. ©Medair/Abdul Dennaoui

«Die Hebamme schaut nach uns, beantwortet unsere Fragen und hilft uns zu verstehen, wie wir für uns selbst und unsere Kinder sorgen können», sagt Fatimah. «Sie nimmt uns die Sorgen, räumt Missverständnisse aus und gibt mir persönlich das Gefühl, weniger allein zu sein.»

Fatimahs Erfahrung spiegelt die allgemeine Realität vieler vertriebener Gemeinschaften von Geflüchteten in der Bekaa-Ebene wider. Begrenzte finanzielle Mittel, Transportbarrieren und überlastete öffentliche Dienste schränken den Zugang zu Gesundheitsversorgung für Mütter und zur medizinischen Grundversorgung für Familien von Geflüchteten weiterhin ein. Gemeindebasierte Gesundheitsarbeit spielt eine entscheidende Rolle dabei, diese Lücken zu schliessen und sicherzustellen, dass Frauen und Kinder rechtzeitig versorgt werden. Trotz der Eskalation der Lage wird die Arbeit fortgesetzt. Wenn der Zugang möglich ist, besuchen Gemeindehebammen schwangere Frauen, und wenn dies nicht möglich ist, wechseln sie zu einer Fernbetreuung per Telefon.

©Medair/Abdul Dennaoui

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von Informationen erstellt, die von Medair-Mitarbeitenden vor Ort und in der Zentrale zusammengetragen wurden. Die hierin geäusserten Ansichten sind ausschliesslich die von Medair und sollten in keiner Weise als offizielle Meinung einer anderen Organisation verstanden werden.

June 25, 2026
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