Jahresbericht 2025
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Der humanitäre Sektor hat 2025 tiefgreifende Veränderungen erlebt. Weltweit blieben Finanzmittel für die humanitäre Hilfe etwa 40 %.
hinter den Erwartungen zurück. Zeitweise hatte man den Eindruck, das menschliche Leben hätte keinen Wert mehr. Ich bin zutiefst dankbar, dass das nicht auf alle zutraf.
Bei einer Dorfversammlung im Südsudan stand eine Frau auf und erzählte etwas, das ich nie vergessen werde:
«Als wir hörten, dass die humanitären Mittel gekürzt werden sollten, haben viele von uns geweint. Wir hatten Angst, ihr müsstet gehen. Viele unserer Frauen und Kinder wären heute nicht mehr am Leben, hättet ihr uns nicht mit Gesundheitsdiensten und Nahrungsmitteln versorgt.
Als Angriffe uns zur Flucht zwangen, seid ihr uns gefolgt, und als wir nach Hause zurückgekehrt sind, kamt ihr mit uns zurück. Das war mehr als nur Hilfe. Es hat uns gezeigt, wie sehr ihr uns liebt – und letztlich, wie sehr Gott uns liebt.»
Wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, überzeugen mich Momente wie dieser davon, dass es jeden Einsatz wert ist, lebensrettende humanitäre Hilfe aufrechtzuerhalten, wo immer es möglich ist.
Sicher war es kein einfaches Jahr. Wir mussten Gesundheitsund Ernährungszentren schliessen. Das war schmerzhaft, ebenso wie der Verlust wertvoller Kolleginnen und Kollegen in der gesamten Organisation.
Um die Herausforderungen 2025 zu meistern war es nötig, sorgsam mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln mzugehen. Anstatt zu verzweifeln, haben wir unsere Ressourcen diszipliniert eingeteilt, neue Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen und Einsätze schnell und flexibel durchgeführt. Wir sind dankbar, dass wir so das Jahr mit einer stabilen Bilanz abschliessen konnten.
Der Mut und das Engagement unserer Teams waren beeindruckend. Auch unter den denkbar schwierigsten Bedingungen waren sie entschlossen, Menschen zu erreichen. Im Südsudan sind sie durch Sümpfe gewatet, um einen Choleraausbruch zu stoppen, und in Afghanistan in der Provinz Kunar durch die Berge gewandert, um von einem Erdbeben verwüstete Dörfer zu erreichen.
Unser tiefster Dank gilt all den Partnern sowie Spenderinnen und Spendern, die uns in dieser Arbeit beigestanden haben. Ihr Engagement bestätigt die einfache, aber eindrückliche Wahrheit, dass das Leben von Menschen in der Krise ebenso wertvoll ist wie Ihres oder meins.
Anne Reitsema,
Geschäftsführerin
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