5 Min. Lesedauer

Kleiner Patient, grosse Sorge

January 14, 2026
von Medair
Libanon
Im libanesischen Bekaa-Tal sorgt Medair für die medizinische Grundversorgung und stellt sicher, dass notleidende Familien wie die von Hassan die Behandlung und Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

«Wir sind erleichtert, dass wir wissen, was ihm fehlt und dass er die Behandlung bekommt, die er braucht», sagten Hassans Eltern nach dem Gespräch mit dem Kinderarzt.

Nach Jahren, in denen eine Krise auf die andere folgte, haben die Gemeinschaften in der Bekaa-Ebene Schwierigkeiten beim Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten. Geflüchtete ebenso wie vulnerable Personen aus der libanesischen Bevölkerung sind besonders betroffen. Sie leiden besonders unter Armut, Vertreibung und einem überlasteten Gesundheitssystem.

Der dreijährige Hassan kam mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Ahmad in ein von Medair unterstütztes Gesundheitszentrum in der Bekaa-Ebene.

Er war vier Tage lang krank gewesen und hatte in der vergangenen Nacht stark gehustet. Seinen Eltern war bewusst, dass er medizinische Hilfe brauchte.

Während sie auf die Behandlung warteten, spielten Hassan und Ahmad unter den wachsamen Augen ihrer Mutter im Freien. Hassans trockener Husten war weithin zu hören. Sein Vater blieb im Warteraum des Gesundheitszentrums, bis sie an der Reihe waren. Als sie hereingebracht wurden, schien Hassan im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder Ahmad wenig Energie zu haben. Seine Mutter sprach beruhigend auf ihn ein.

Ich stellte mich Hassans Mutter vor. Sie erzählte, dass Hassan in der Nacht so stark gehustet hatte, dass er die ganze Familie wachgehalten hatte und dass er kaum etwas gegessen habe. Er klagte über Schmerzen beim Schlucken.

Zunächst dachten sie, es wäre nur um eine leichte Erkältung. Sie gaben Hassan Tee und ermutigten ihn, sich auszuruhen. Doch in der Nacht verschlimmerte sich sein Husten, und er weinte vor Schmerzen. «Wir waren sehr besorgt, als wir das Husten hörten», erzählt seine Mutter. «Wir wollten kein Risiko eingehen und brachten ihn gleich am nächsten Morgen in das Gesundheitszentrum.»

Hassan, 3, und Ahmad, 2, spielen mit anderen Kindern in der Nähe des Eingangs des von Medair unterstützten Gesundheitszentrums in Serraaine, im Norden der nördlichen Bekaa-Ebene, am 22. Juli 2025. ©Medair/Abdul Dennaoui

Zu Anfang der Untersuchung stellte der Kinderarzt den Eltern von Hassan eine Reihe von Fragen zu den Krankheitssymptomen. Dann untersuchte er Hassans allgemeines Erscheinungsbild, sein Verhalten und seine Energie. Dann machte sich der Kinderarzt schnell an die Arbeit.

Er untersuchte Hassan gründlich auf Rötungen, Schwellungen oder Flecken, die auf eine Infektion hindeuten könnten. Er untersuchte Ohren und Nase und hörte Hassans Atemgeräusche ab. Schliesslich drückte er sanft auf Hassans Bauch, um eventuelle Schmerzen oder vergrösserte Organe zu erkennen.

Hassan, ein 3-jähriger Libanese wird am 22. Juli 2025 in dem von Medair unterstützten Gesundheitszentrum im Norden der Bekaa-Ebene von einem Kinderarzt untersucht. ©Medair/Abdul Dennaoui

Hassan war schon seit vier Tagen unwohl gewesen und seine Symptome hatten sich in der vorhergehenden Nacht verschlimmert, als er mit einem sehr trockenen Husten aufgewacht war. Seine Eltern waren besorgt und beschlossen, ihn ins Gesundheitszentrum zu bringen.

Nach einer gründlichen Untersuchung durch den Kinderarzt wurde bei Hassan eine Mandelentzündung diagnostiziert, eine häufige Infektion des Rachens bei Kindern, die durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Die Folge sine Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Die Behandlung hängt von der Ursache ab - bei viralen Erkrankungen wird Ruhe emfphlen, ausreichend zu trinken und Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen verabreicht, die in der Apotheke vor Ort erhältlich sind.

Der Kinderarzt händigte den Eltern von Hassan mit beruhigenden Worten ein Rezept aus und erklärte, dass viel Ruhe zusammen mit den verschriebenen Medikamenten Hassan helfen würde, sich schneller und besser zu erholen.

«Wir sind erleichtert, dass wir wissen, was ihm fehlt und dass er die Behandlung bekommt, die er braucht», sagten seine Eltern nach der Konsultation.

Die Arbeit von Medair zielt darauf ab, dass Kinder wie Hassan rechtzeitig auch in unterversorgten Gebieten eine wirksame Behandlung erhalten. Familien dort haben oft mit vielen Problemen zu kämpfen, darunter insbesondere finanzielle Schwierigkeiten. Um die Familie zu entlasten ist auch wichtig, dass Hassan die verschriebenen Medikamente in der Apotheke vor Ort kostenlos bekommt.

Dank der grosszügigen Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender, darunter Radiohjälpen und das Auswärtige Amt, und in Zusammenarbeit mit dem libanesischen Gesundheitsministerium und LM International unterstützt Medair Grundheitszentren im ganzen Libanon, die den Zugang der Gemeinschaften zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung und einer besseren allgemeinen Gesundheit sicherstellen.

Die Arbeit von Medair im Libanon wird durch das Auswärtige Amt (AA), die DEZA über Interaction-CH, Radiohjälpen und LM International, den Lebanon Humanitarian Hub (LHF), Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), USAID und die grosszügige Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung sowie grosszügige private Spenden ermöglicht.

Dieser Artikel wurde durch Mitarbeitende von Medair vor Ort und am internationalen Hauptsitz verfasst. Die darin vertretenen Ansichten sind ausschliesslich die von Medair und in keiner Weise auf offizielle Positionen anderer Organisationen übertragbar.

January 14, 2026
Geschichten wie diese gefallen Ihnen?

Erhalten Sie die neuesten Geschichten per E-Mail.

Mit der Anmeldung erklären Sie sich mit unseren Datenschutzrichtlinien einverstanden.

Werden Sie Teil der Geschichte

Es gibt vielfältige Wege, sich zu engagieren und etwas zu bewirken. Ganz gleich für welchen Weg Sie sich entscheiden, Ihre Unterstützung trägt wesentlich dazu bei, Leben zu retten und Menschen in Not neue Hoffnung zu schenken.

Weitere Geschichten mit Wirkung

Hier finden Sie Berichte, Publikationen, Pressemitteilungen und Geschichten über unsere Einsätze weltweit.