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Medair verstärkt seine medizinischen Nothilfemassnahmen in der DR Kongo. Die WHO warnt, dass der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo zum tödlichsten aller Zeiten werden könnte

2026-09-16
von Medair
DR Kongo
Der Ausbruch könnte die Epidemie in Westafrika von 2014–2016 in den Schatten stellen, wenn er sich im derzeitigen Tempo fortsetzt

BUNIA, Demokratische Republik Kongo, 16. September 2026 — Der sich in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) ausbreitende Ebola-Ausbruch könnte laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum tödlichsten aller Zeiten werden, sollte er sich im derzeitigen Tempo fortsetzen. Vor diesem Hintergrund verstärkt Medair seine medizinischen Nothilfemassnahmen.

WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus hat gewarnt, dass der Ausbruch bei der derzeitigen Ausbreitungsgeschwindigkeit die Ebola-Epidemie in Westafrika von 2014–2016, die tödlichste der Geschichte, in den Schatten stellen könnte.

Die neuesten Daten zeigen das Ausmass der Notlage: 7.200 bestätigte Fälle und 3.475 Todesfälle (Stand: 12. September). Der Ausbruch hat sich mittlerweile auf siebenProvinzen ausgeweitet. Fast jeder zweite bestätigte Erkrankte ist gestorben. Zwischen dem 6. und 12. September wurden weitere 514 Fälle und 249 Todesfälle gemeldet. In den Wochen zuvor wurden durchschnittlich mehr als 50 Todesfälle pro Tag gemeldet – das entspricht etwa einem bestätigten Ebola-Todesfall alle 30 Minuten.

Der Ausbruch ist bereits der grösste, der jemals in der DR Kongo verzeichnet wurde, und weltweit der zweitgrösste Ebola-Ausbruch. Besonders besorgniserregend ist sein rasantes Tempo. In den ersten drei Monaten stieg die Zahl der Neuinfektionen deutlich schneller an als in den entsprechenden Anfangsphasen der Westafrika-Epidemie von 2014–2016 und des vorherigen grossen Ebola-Ausbruchs in der DR Kongo von 2018–2020. Damit ist dies der sich am schnellsten ausbreitende Ebola-Ausbruch aller Zeiten. Bis Mitte August wurden durchschnittlich mehr als 90 neue Fälle pro Tag gemeldet – und es gibt noch keine Anzeichen dafür, dass die Fallzahlen ihren Höhepunkt erreicht haben.

«Dies ist ein ausserordentlich schwerwiegender Gesundheitsnotstand mit einer Sterblichkeitsrate, die in den betroffenen Gebieten eine Atmosphäre der Panik hervorruft. Es ist unerlässlich, schnell zu reagieren, um die Menschen vor Ebola zu schützen – und vor anderen Krankheiten, die während eines solchen Ausbruchs häufig zunehmen. Medair arbeitet seit 30 Jahren mit den Gemeinschaften im Osten der DR Kongo zusammen. Unsere Erfahrung in der medizinischen Notfallversorgung und bei früheren Ebola-Einsätzen ermöglicht es uns, schnell zu handeln und betroffene Menschen zu unterstützen. Da sich der Ausbruch weiter ausbreitet, wird die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinschaften entscheidend sein – um rechtzeitige medizinische Versorgung sicherzustellen, Präventionsmassnahmen umzusetzen und Leben zu retten.»

— Thomas Simon, Leiter des Länderprogramms DR Kongo, Medair

Medair baut lebensrettende medizinische Versorgung aus

Medair ist in allen vom Ausbruch betroffenen Gebieten im Einsatz. In Nord-Kivu betreibt Medair in Katwa ein Ebola-Behandlungszentrum mit 20 Betten; weitere Kapazitäten befinden sich im Aufbau. In Ituri betreibt Medair in Sota eine Isolationsstation mit 24 Betten für Patienten mit Ebola-Verdacht. Medair unterstützte bereits vor Ausbruch der Epidemie 46 Gesundheitseinrichtungen und verstärkte unverzüglich die Infektionsprävention. Gleichzeitig wird die grundlegende Gesundheitsversorgung aufrechterhalten und die Unterstützung auf neun weitere Gesundheitsbezirke ausgeweitet, um auf neu entstehende Ebola-Hotspots zu reagieren.

Das Team von Medair unterstützt die Triage, Isolierung und Überweisung von Patienten, schult das Personal in Gesundheitseinrichtungen sowie kommunale Gesundheitshelfer und stärkt die Infektionsprävention auf Ebene der Gesundheitseinrichtungen und der Gemeinschaften. Zudem wird die Wasser- und Sanitärinfrastruktur verbessert, damit Gesundheitseinrichtungen weiterhin grundlegende Leistungen erbringen können.

Der Kampf gegen Ebola bedeutet auch den Kampf
gegen Fehlinformationen

Angst, Gerüchte und Fehlinformationen stellen nach wie vor erhebliche Hindernisse für die Eindämmung des Ausbruchs dar. Die WHO berichtet, dass rund 60 % der bestätigten Todesfälle in den vergangenen sechs Wochen ausserhalb der ausgewiesenen Ebola-Behandlungszentren auftraten. Das zeigt, wie gross die Herausforderungen bei der Früherkennung, der Überweisung und dem Zugang zur medizinischen Versorgung sind.

Aus diesem Grund geht der Einsatz von Medair über die Behandlungszentren hinaus. Das Team arbeitet mit Gemeindegesundheitshelfern und angesehenen lokalen Führungspersönlichkeiten zusammen, um Ebola-Symptome und Präventionsmassnahmen zu erklären, Ängste und Fehlinformationen anzusprechen und die Menschen zu ermutigen, sich frühzeitig in Behandlung zu begeben.

Für Alain, einen Ebola-Überlebenden, der im von Medair unterstützten Ebola-Behandlungszentrum in Katwa behandelt wurde, waren diese Ängste eine sehr persönliche Angelegenheit. Nachdem sein jüngerer Bruder an Ebola gestorben war, entwickelte Alain selbst Symptome. Gerüchte, die in seiner Gemeinschaft kursierten, machten ihm Angst, sich in das Behandlungszentrum zu begeben.

Dort änderte sich seine Erfahrung.

«Die Pflegekräfte nahmen sich Zeit, mit mir zu sprechen, mich zu beruhigen und meine Fragen zu beantworten. Nach und nach wurden sie zu meinen Freunden. Ihre Unterstützung gab mir die Kraft zurück, zu essen, die Behandlungen zu befolgen und wieder an meine Genesung zu glauben.»

Alain erholte sich schliesslich wieder. Er ermutigte fünf weitere Familienmitglieder, die mit Ebola in Kontakt gekommen waren, sich behandeln zu lassen. Alle fünf überlebten.

«Gerüchte können genauso sicher töten wie eine Krankheit. Manche Menschen sterben, weil sie aus Angst zu spät in den Behandlungszentren ankommen.»


Alain, der als geheilt gilt, posiert vor dem von Medair unterstütztenEbola-Behandlungszentrum in Katwa.©Medair/Daniel Wakandu

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Über Medair

Medair ist eine 1989 gegründete internationale humanitäre Organisation, die sich auf Nothilfe und Wiederaufbau spezialisiert hat. Auf der Grundlage christlicher Werte reagieren wir auf die dringendsten Krisen und leisten lebensrettende Unterstützung für gefährdete Gemeinschaften, die von Konflikten, Naturkatastrophen oder Krankheiten betroffen sind.

Medair ist in den Bereichen Gesundheit, Ernährung sowie sauberes Wasser und Sanitärversorgung tätig und konzentriert sich auf die am schwersten erreichbaren Gemeinschaften. Derzeit ist Medair in über 10 Ländern weltweit tätig und arbeitet partnerschaftlich mit lokalen Gemeinschaften zusammen, um Leben zu retten, Würde wiederherzustellen und Widerstandsfähigkeit für zukünftige Krisen aufzubauen.

Wir scheuen keine Mühe, um Menschen zu erreichen, die von Notlagen und Krisen betroffen sind – unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrem Glauben oder ihrer Nationalität –, damit sie in Würde leben können, frei von menschlichem Leid und mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wir lassen uns von den humanitären Grundsätzen der Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität leiten.

Quellen:

[1] https://www.who.int/news-room/speeches/item/who-director-general-s-opening-remarks-at-the-media-briefing---12-august-2026?utm  

[2] https://insp.cd/sitrep-n098-mvebdb-20-08-2026/  

[3] https://www.afro.who.int/countries/democratic-republic-of-congo/publication/ebola-bundibugyo-virus-disease-outbreak-5  

[4] https://www.who.int/emergencies/disease-outbreak-news/item/2026-DON614?utm  

[5] https://www.bbc.com/news/articles/cgk4pex4mn8o  


2026-09-16
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