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Verschlechterung der humanitären Lage in der DR Kongo: Internationale NGOs schlagen Alarm

Der Bedarf an humanitärer Hilfe in der DR Kongo (DRK) hat einen neuen Höchststand erreicht. Mitte Juni veranlasste der Ständige Interinstitutionelle Ausschuss, das höchste Forum der Vereinten Nationen zur Koordinierung humanitärer Hilfe, die Intensivierung der humanitären Einsätze im Land. Angesichts des Ausmasses der Krisen befürchten internationale NGOs jedoch schon jetzt, dass dies nicht ausreichen wird.

Verschärfte Konflikte verursachen eine Krise nach der anderen

In der DR Kongo herrscht eine der am wenigsten beachteten Krisen der Welt. Im November 2022 flammten die seit Jahrzehnten andauernden Kämpfe erneut auf und erreichten ebenso wie im Februar 2023 in Nord-Kivu und im Mai 2023 in Ituri und einen neuen Höhepunkt.

In der Provinz Nord-Kivu unterhält Medair in Goma und Butembo zwei Stützpunkte. Dort wurden 2,5 Millionen Menschen aufgrund der Konflikte aus ihren Häusern vertrieben. Auch in der Provinz Ituri, in der Medair von Bunia aus tätig ist, wurden Hunderttausende vertrieben.

«Der Konflikt dauert schon so lange an und die Leute haben das Gefühl, es hört nie auf», erklärt Marian Wetshay-van der Snoek, Landesverantwortliche für Medair in der DR Kongo. «Fände die Krise anderswo statt, würde sie aufgrund ihres Ausmasses massive Schlagzeilen machen.»

Die Krise ist auch eine medizinische: Ende 2022 brach in den überfüllten Flüchtlingslagern in Nord-Kivu eine Cholera-Epidemie aus, auf die im Januar 2023 eine Masernepidemie folgte.

Insgesamt werden in der DR Kongo im Jahr 2023 knapp 26 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Das ist die höchste Zahl weltweit1.

Die NGOs haben ihre Kapazitäten erhöht, doch die Besorgnis bleibt

Um auf die steigenden Bedürfnisse zu reagieren, unterstützt Medair immer mehr Gesundheitseinrichtungen, in denen kostenlose Gesundheitsversorgung angeboten wird und unterernährte Kinder behandelt werden. Zudem werden in allen Gesundheitseinrichtungen Wasser- und Hygieneprojekte durchgeführt, ebenso wie Aufklärungsprogramme zum Schutz vor Cholera. Auch die Nothilfeeinsatzteams haben seit Dezember Aktivitäten ausgeweitet.

Trotz allem bleibt die Sorge, dass die menschlichen, technischen und finanziellen Ressourcen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Noch schlimmer ist, dass es möglicherweise immer schwieriger werden wird, die betroffene Bevölkerung zu erreichen.

In einer Pressemitteilung vom 22. Juni äusserte das Internationale NGO-Forum in der Demokratischen Republik Kongo (FONGI), dem auch Medair angehört, seine Besorgnis über «die Verengung des humanitären Raumes aufgrund des Wiederaufflammens der Konflikte, die eine besorgniserregende Verschlechterung der Lage der betroffenen Menschen nach sich zieht.»

«Der Anstieg der Gewalt in der DR Kongo in den vergangenen sechs Monaten ist äusserst besorgniserregend. Die zunehmende Gewalt richtet sich nicht nur gegen die Bevölkerung, sondern auch gegen die humanitären und entwicklungspolitischen Hilfsmassnahmen für diese Menschen», so Luc Lamprière, Vertreter des INGO-Forums in der DR Kongo.

Die Ressourcen für in der Demokratischen Republik Kongo tätige internationalen NGOs und ihrer Partner müssen deutlich erhöht werden, ansonsten besteht die grosse Gefahr, dass die Hilfe nicht ausreicht, um die Vielzahl der Krisen im Land zu bewältigen.

 

 


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Dieser Artikel stützt sich auf die Pressemitteilung des Internationalen NGO-Forums in der Demokratischen Republik Kongo vom 22. Juni 2023. Für weitere Informationen schreiben Sie bitte an representant@forumongi-rdc.org

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