Geschichten

Welttag der humanitären Hilfe: Helden des Alltags

Evaluierung für vulnerable Gemeinschaften

Der Welttag der humanitären Hilfe am 19. August würdigt Menschen, die rund um die Welt humanitäre Hilfe leisten und tagtäglich im Einsatz für andere ihr Leben riskieren.

Anlässlich des diesjährigen Welttages der humanitären Hilfe möchten wir Ihnen einige unserer Mitarbeitenden vorstellen, die an abgelegenen Orten im Gouvernement Baalbak-Hermel im Libanon tätig sind. Dort führen sie Evaluierungen durch und tragen zur Verbesserung der Lebensqualität der Geflüchteten bei. Erfahren Sie, was es für sie bedeutet, im Dienst der humanitären Hilfe unterwegs zu sein, und was sie bei ihrer Arbeit.

Wenn die Geschichten Sie berühren, besuchen Sie unsere Seite mit Geschichten – und erfahren Sie mehr darüber, wie Sie humanitäre Hilfseinsätze unterstützen können.

 

A male humanitarian showing a Syrian community member a communication to community pager.

Abed, Evaluations-Assistent bei Medair, geht mit Raed, einem 22-jährigen Mitglied der syrischen Gemeinschaft und Sohn der Familie Shawish im informellen Lager in Younine, am 21. Juni 2022 den «Communication to Community»-Pager von Medair durch. ©Medair/Abdul Dennaoui

 

Abed – Evaluierungsassistent bei Medair

«Die Arbeit in der humanitären Hilfe bedeutet für mich, sich um andere zu kümmern. Es geht nicht nur um Mitgefühl, sondern sich wirklich um die Menschen zu kümmern, die von Konflikten betroffen sind oder fliehen mussten. Man muss man sich immer bewusst sein, dass man nicht allen helfen kann, aber man wird es zumindest versuchen. Auch wenn es einmal nicht gelingt, eines kann man immer geben und das ist Zuwendung. Das ist es, was mich morgens motiviert, aufzustehen. Aufrichtige Anteilnahme ist wichtig, und die Menschen spüren es, wenn man es ernst meint. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen einfach ernst genommen werden und spüren wollen, dass ihr Schicksal zählt, insbesondere diejenigen, die von Konflikten betroffen sind. Es beginnt mit etwas so Simplem wie der Frage «Wie geht es Ihnen heute?», und der Rest kommt dann von alleine.»

 

A female volunteer standing infront of a tented settlement.

Nadima, Freiwillige bei Medair im informellen Lager in Younine am 21. Juni 2022. ©Medair/Abdul Dennaoui

 

Nadima – Freiwillige bei Medair

«In der humanitären Hilfe engagiert zu sein, bedeutet für mich, im Dienst der Menschheit zu stehen und gleichzeitig als Mensch zu wachsen. Jeder Mensch auf der Welt kann von einem Konflikt oder einer Naturkatastrophe betroffen werden und gezwungen sein, sein Land und seine Heimat zu verlassen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber denen, denen wir helfen. Jeder Mensch auf der Welt hat das Recht auf ein Leben in Würde.»

 

A male volunteer conducting a check up on wooden beams in a tented home.

Osman, freiwilliger Helfer bei Medair, überprüft am 21. Juni 2022 die Balken, die das Zeltdach von Abdul Karim halten. Die Unterkunft des 65-jährigen Mitglieds der syrischen Gemeinschaft befindet sich im informellen Lager in Younine. ©Medair/Abdul Dennaoui

 

Osman – Freiwilliger bei Medair

«In der humanitären Hilfe tätig zu sein, bedeutet für mich, Seite an Seite mit den betroffenen Gemeinschaften zu arbeiten und ihre Bedürfnisse zu verstehen, indem ich ihnen zuhöre. Nur wenn wir ihre Bedürfnisse wirklich verstehen, können wir dazu beitragen, ihre Lebensqualität zu verbessern. In diesen schwierigen Zeiten haben die betroffenen Gemeinschaften immer mehr zu kämpfen, und der Hilfebedarf steigt. Unsere Unterstützung und unser Engagement für die betroffenen Gemeinschaften sind von wesentlicher Bedeutung. Als Humanist halte ich auch die persönliche Entwicklung für wichtig. Man kann stets an den eigenen Fähigkeiten arbeiten und sein Wissen auf dem Gebiet verbessern, um sich weiterzuentwickeln. Das ist es, was mich immer wieder inspiriert. In meiner täglichen Arbeit versuche ich, so viel wie möglich zu lernen, um mein technisches Know-how zu verbessern, damit ich bessere Entscheidungen treffen kann, die zu besseren Ergebnissen für die betroffenen Gemeinschaften führen.»

 

A female volunteer standing on a road next to a substandard building.

Fatima, leitende Evaluationsbeauftragte von Medair, beim informellen Lager in Younine am 21. Juni 2022. ©Medair/Abdul Dennaoui

 

Fatima – Leitende Evaluationsbeauftragte von Medair

«Ich habe vor neun Jahren als Freiwillige bei Medair angefangen, um das Team vor Ort zu unterstützen, die Evaluierung der Zeltunterkünfte in den informellen Lagern im Libanon durchführt. Heute bin ich leitende Evaluierungsbeauftragte bei Medair. Ich sage vor neun Jahren, aber es fühlt sich immer noch wie gestern an. Ich glaube, wenn man seine Arbeit mit Leidenschaft macht, verliert man das Zeitgefühl. Ich persönlich betrachte die humanitäre Arbeit vor Ort nicht als meinen Beruf, sondern eher als Passion. Meine Leidenschaft ist es, Menschen zu helfen und denen beizustehen, die gezwungen sind, aus ihrer Heimat zu fliehen. Täglich aufzuwachen und zu wissen, dass ich die betroffene Gemeinschaft unterstützen und ihr zur Seite stehen kann – das treibt mich jeden Tag von neuem an. Es bringt mich dazu, besser zu werden und es besser zu machen. Meine Kindheit war schwierig für meine Familie und mich. Da ich selbst aus einer armen Gemeinschaft stamme, verstehe ich, was es bedeutet, kein Zuhause zu haben, Unterstützung zu benötigen und nicht für sich selbst sorgen zu können. Ich fühle den betroffenen Gemeinschaften gegenüber eine grosse Verantwortung, und ich möchte sie mit dem grösstmöglichen Respekt behandeln, ihnen Zuwendung zukommen lassen und ihnen Hoffnung für die Zukunft geben, ohne dabei ihre Würde zu missachten. Für mich ist jeder Tag ein Grund zum Feiern der humanitären Hilfe.»

 

Assessment team in Younine, Baalbak-Hermel district

Amar, Medair-Mitarbeiterin bei der informellen Siedlung in Younine am 21. Juni 2022. ©Medair/Abdul Dennaoui

 

Amar – Mitarbeiterin bei Medair

 

«Das Beste daran, Teil der humanitären Hilfe zu sein, ist die Möglichkeit, anderen Menschen helfen zu können, unabhängig davon, wer sie sind und woher sie kommen. Es macht mir Freude, anderen zu helfen, und ich werde dies so lange tun, wie ich kann. Wir stehen im Dienst derer, die fliehen mussten und von Konflikten betroffen sind, und sind für sie verantwortlich. Selbst die kleinste Tat kann eine grosse Auswirkung haben, und das ist es, was mich an der humanitären Hilfe begeistert.»

 


Die Arbeit von Medair im Libanon wird durch die Unterstützung des Hochkommissariats für Flüchtige der Vereinten Nationen (UNHCR) und grosszügiger privater Spenden ermöglicht.

 

Dieser Artikel wurde von Mitarbeitenden von Medair in den Einsatzgebieten und am internationalen Hauptsitz verfasst. Die vertretenen Ansichten sind ausschliesslich die von Medair und in keiner Weise auf offizielle Positionen anderer Hilfsorganisationen übertragbar.