Südsudan: „Ihr Name bedeutet ‘Krieg’“

Ich sitze mit Akur im Schatten eines mächtigen Baumes in der Nähe ihres Hauses und höre ihr zu. Akur verkauft Tee auf dem Markt in Aweil. Das Einkommen ist unregelmässig und sehr bescheiden. Oft reicht das Geld nicht einmal, um Essen für ihre Familie zu besorgen. „Wenn ich keinen Tee verkaufen kann, müssen wir am Abend ohne Mahlzeit ins Bett gehen“, sagt Akur.

Ich sitze mit Akur im Schatten eines mächtigen Baumes in der Nähe ihres Hauses und höre ihr zu. Akur verkauft Tee auf dem Markt in Aweil. Das Einkommen ist unregelmässig und sehr bescheiden. Oft reicht das Geld nicht einmal, um Essen für ihre Familie zu besorgen. „Wenn ich keinen Tee verkaufen kann, müssen wir am Abend ohne Mahlzeit ins Bett gehen“, sagt Akur.


Wie die meisten Menschen im Südsudan leiden Akur und ihre Familie sehr unter der schweren Ernährungskrise. Viele Kinder in Aweil sind unterernährt und Akurs Mann ist arbeitslos, eine weitere Folge des Bürgerkriegs. Gemeinsam kümmern sie sich um ihre fünf Kinder – und um ihre kleine Nichte Nyariak.

Nyariaks zweiter Geburtstag steht kurz bevor. Im Alter von zwei Monaten wurde sie von ihren Eltern verlassen. Seither sorgt Akur für die Kleine. „Nyariak ist zwar kein Waisenkind, aber ihre Mutter und ihr Vater haben sie stark vernachlässigt”, erklärt Akur. „Ihr Name bedeutet Krieg. So habe ich Nyriak genannt, weil ihre Eltern sie mir einfach so überlassen haben. Ich liebe Nyariak wie meine eigene Tochter.“

Vor nicht allzu langer Zeit ging es Nyariak sehr schlecht. „Sie weigerte sich, zu essen und weinte ununterbrochen. Jeden Tag hatte sie Durchfall und übergab sich“. Akur machte sich grosse Sorgen und brachte ihr Pflegekind zu Fuss in die Ernährungsstation von Medair in Kuom. Zwei Stunden waren die beiden unterwegs. Nyariak wurde untersucht und eine schwere akute Unterernährung festgestellt. Das Mädchen brachte lediglich 5,7 Kilo auf die Waage. Nyriak benötigte dringend Therapienahrung. Nur so hätte sie eine Chance, am Leben zu bleiben.

Wir verabreichten ihr Plumpy’Nut, eine kalorienreiche Nahrungsergänzung auf Erdnussbasis. „Ich war mir sicher, dass die Kleine es schaffen würde. Unser Medair Team gab alles, um sie zu retten“, erinnert sich Mama Eunice, die als Medair-Krankenpflegerin in Kuom arbeitet.


Mama Eunice wusste, dass Nyariak nicht richtig satt war. Wenn sie ausser Plumpy’Nut noch nahrhaften Brei zu sich nehmen könnte, würde sie schneller wieder auf die Beine kommen. Auch war es unverzichtbar, Akur und ihren Mann über gesunde Ernährungsgewohnheiten aufzuklären. Fast täglich kamen sie mit Nyriak in die Klinik, wo sie geschult wurden und die Kleine ihre überlebenswichtige Therapienahrung erhielt.


In ihrem kurzen Leben hat Nyariak bereits zahlreiche Rückschläge verkraften müssen. Sie überlebte mehrere Malaria-Ausbrüche und kämpft noch immer mit Unterernährung und häufigem Durchfall. Unterernährung zu behandeln, ist nicht einfach – gerade im Südsudan, wo Wasser und Nahrung knapp sind und kaum Zugang zu Gesundheitsdiensten besteht.

Dank Ihrer Spende können wir die Extrameile gehen und Kindern wie Nyriak, die unter extremen Umständen zu überleben suchen, die nötige Hilfe zukommen lassen.

Akur ist sehr glücklich über die Unterstützung von Medair: „Ich möchte euch allen für eure grosse Hilfe danken, insbesondere denen, die mich zuhause besucht haben. Mein Dank gilt auch Mama Eunice – und Gott, der Medair zu uns geführt und damit Nyariak das Leben gerettet hat.”

Mit einer monatlichen Spende unterstützen Sie unterernährte Kinder wie Nyariak regelmässig und retten ihnen so das Leben. Besuchen Sie uns auf spenden.medair.org