Somalia: Welt-Aids-Tag: Wir kämpfen gegen die Ausbreitung von HIV in Somaliland
Burao, Somaliland: Während die Menschen auf der ganzen Welt am 1. Dezember den Welt-Aids-Tag begehen, hilft Medair am Horn von Afrika im Kampf gegen die Krankheit.
Trockenheit und Hunger haben in dieser krisengeplagten Region grosse Flüchtlingsströme ausgelöst, mit denen auch das Risiko einer Ausbreitung von HIV in den verarmten somalischen Gemeinden steigt.
„Zurzeit schätzt man die HIV-Infektionsrate in Somaliland sauf 1%“, erklärt Dr. Adele Cowper, Medair-Projektmanagerin für den Fachbereich Gesundheit in Somaliland. „Das ist noch kein kritisches Niveau, aber man hat bereits in anderen Teilen der Welt festgestellt, dass die HIV-Infektionsrate durch grosse Migrationsbewegungen ansteigt.“
Zurzeit ist man in Somaliland nicht auf HIV vorbereitet. Antiretrovirale Medikamente sind knapp.
Die Gesundheitseinrichtungen haben bereits mit den chronisch hohen Krankheitsraten, insbesondere unter Frauen und Kindern, schwer zu kämpfen, und die anhaltende Dürre bringt diese Infrastruktur immer näher an die Belastungsgrenze.
In Somaliland konzentriert sich das Medair-Team für Gesundheit und Ernährung auf die Behandlung und Prävention der häufigsten Krankheiten wie Malaria, Durchfall, Atemwegsinfektionen, Unterernährung sowie Probleme bei Schwangerschaft und Geburt. Da jedoch nun das Risiko einer HIV-Ausbreitung durch die Migration steigt, unterstützt Medair zusätzlich Aufklärungsprogramme, die den Menschen helfen sollen, sich vor HIV zu schützen.
Partnerschaft für Prävention
Medair arbeitet mit der italienischen NGO COOPI (Cooperazione Internazionale) zusammen, die sich auf HIV-Programme spezialisiert hat und im Rahmen einer Kooperation mit dem Gesundheitsministerium von Somaliland HIV-Tests und antiretrovirale Medikamente im Krankenhaus von Burao anbietet.
Wir schulen freiwillige Gesundheitshelfer und Hebammen, damit sie die Ausbreitung von HIV verhindern sowie Mütter und Kinder mit HIV-Infektion richtig behandeln können. Diese geschulten Pflegekräfte bieten dann wiederum Schulungen in ihren jeweiligen Heimatgemeinden an, bei denen sie den Menschen erklären, wie die Ausbreitung von HIV/Aids verhindert werden kann.
Hebammen erhalten eine spezielle Ausbildung in Beratung und Pflege von HIV-positiven Müttern und deren Familien während und nach der Schwangerschaft. „Hier geht es nicht nur darum, Medikamente bereitzustellen, sondern um das gesamte Pflegepaket“, sagt Dr. Cowper.
Zu unserem vierstufigen Konzept im Kampf gegen HIV gehören: die Aufklärung, wie wichtig es ist, abstinent zu leben oder einem Partner treu zu sein, die Förderung von Beratungsgesprächen und HIV-Tests, die Ermutigung HIV-positiver Menschen, die entsprechenden Angebote wahrzunehmen und – falls verfügbar – antiretrovirale Medikamente einzunehmen, sowie die Aufklärung HIV-positiver Mütter, wie sie am besten für sich selbst und ihre Kinder sorgen können.
„Aufgrund der unzureichenden Gesundheitsversorgung in Somaliland sterben die meisten HIV-infizierten Kinder im ersten Lebensjahr“, erklärt Dr. Cowper. „Aber mit wenigen einfachen Massnahmen können wir das Risiko einer Übertragung von der Mutter auf das Kind um die Hälfte senken. Präventive Aufklärungsarbeit kann bereits Leben retten.“
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Die Arbeit von Medair in Somaliland wird durch die Schweizer Glückskette, die GD Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission, Woord en Daad, Red een Kind, EO-Metterdaad, das britische Ministerium für internationale Entwicklung, UNICEF sowie private Spender unterstützt.
Am Horn von Afrika leiden nach Jahren der Dürre Millionen Menschen unter extremer Lebensmittelknappheit. Medair reagiert auf die Krise in Somaliland und ergänzt die dort seit 2008 laufenden Programme, um noch mehr im Bereich Gesundheit, Ernährung und WASH (Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene) zu tun. Im September 2011 begann Medair mit einem Nothilfeprogramm in den östlichen Regionen Sool und Sanaag. Lesen Sie mehr über die Arbeit von Medair in Somalia/Somaliland.
Medair-Mitarbeiter absolvierten einen Kurs von COOPI und hielten dann Schulungen in den Gemeinden ab.
Somaliland erklärte im Jahr 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia. Die Unabhängigkeit wurde jedoch von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.
Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.



