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Somalia: Umfangreiche lebensrettende Nothilfe für von der Dürre betroffene Familien

Somaliland: Das Nothilfeprogramm von Medair soll mehr als 300 000 Bedürftigen während der Dürre das Überleben sichern.

Die extreme Trockenheit hat weiterhin verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung in der zentralen Region Somalilands. In den abgelegenen Regionen Sool und Sanaag, wo Medair seit September 2011 im Einsatz ist, sind die Unterernährungsraten „äusserst kritisch“ [1]. Ganze Viehherden sind verendet, und Kinder sterben.

Im weit abgelegenen Dorf Gumburu Xangeyo, das früher von gutem Weideland umgeben war, haben die meisten Familien alles verloren. Mehrere aufeinanderfolgende Dürren haben ihre Herden dezimiert. Es gibt keine Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Die schwachen, unterernährten Kinder schlafen fast den ganzen Tag. Die Erwachsenen nehmen auf der Suche nach Wasser lange Fussmärsche durch die Hügellandschaft der Umgebung in Kauf.

Vor und nach den Fotos der Berkads, die Medair in Jama Qabar in der Region Togdheer saniert hat.

Vor und nach den Fotos der Berkads, die Medair in Jama Qabar in der Region Togdheer saniert hat.

Medair hat eine umfangreiche, lebensrettende Nothilfeaktion für die Familien der Region gestartet. Wir arbeiten mit Unterstützung durch die Schweizer Glückskette, Word and Deed, „Red een kind“, EO-Metterdaad und Tausende grosszügige Menschen, die gespendet haben, um in Somaliland Leben zu retten.

In Gumburu Xangeyo und anderen Dörfern überall in Sool und Sanaag führen wir ein spezielles Ernährungsprogramm für unterernährte Kinder durch
. „Bevor Medair kam, schliefen die Kinder den ganzen Tag und bewegten sich kaum“, erzählt die 34-jährige Fadumo Mohamed, während ihre beiden kleinsten Kinder neben ihr stehen. „Sie waren ganz schwach, weil wir nicht genug zu essen für sie hatten. Wir sehen, dass sie jetzt glücklich sind, weil sie die ganze Zeit herumtollen. Ohne Medair wären die Kinder wohl gestorben.“

Fadumos Sohn, Khadar Mahamoud, 4, isst Spezialnahrung aus einem Beutel, die er im Dorf Gumburu Xangeyo in der Region Sool, Somaliland von Medair erhalten hat.

Fadumos Sohn, Khadar Mahamoud, 4, isst Spezialnahrung aus einem Beutel, die er im Dorf Gumburu Xangeyo in der Region Sool, Somaliland von Medair erhalten hat.

Wir bauen auch die Wasserinfrastruktur in den Gemeinden wieder auf
. Die Hirten Somalilands sind vor allem auf Berkads angewiesen. Das sind grosse unterirdische Wasserreservoirs, von denen aber viele Risse haben und so kaputt sind, dass sie kein Wasser mehr speichern können. Medair repariert diese Berkads, damit das Vieh der Hirten auch während einer Dürreperiode eine Überlebenschance hat.

„Anscheinend haben die Menschen in dieser Region noch nie Hilfe von einer internationalen NGO erhalten, obwohl der Bedarf riesig ist“, erklärt Marianne Jost, Gesundheitsmanagerin bei Medair. „Man sieht hier viele extrem unterernährte Kinder.“

Die Leiterin des Nothilfeprojekts, Gabriele Fänder, hält den stark unterernährten Anab Ismail Salad, 5, im Arm.

Die Leiterin des Nothilfeprojekts, Gabriele Fänder, hält den stark unterernährten Anab Ismail Salad, 5, im Arm.

Bei unserer Arbeit kommen wir in einige der abgelegensten Dörfer von ganz Somaliland
. Um sie zu erreichen, muss man viele hundert Kilometer auf unbefestigten Strassen durch die unglaubliche Hitze der Wüste fahren. „Unsere Einsatzgebiete sind sehr abgelegen und schwer zugänglich“, sagt Marianne. „Um von der nächsten richtigen Strasse nach Gumburu Xangeyo zu kommen, muss man fünfeinhalb Stunden über unwegsame Pisten fahren.“

„Aber wenn man die Hilfe direkt in die abgelegenen Dörfer bringt, müssen die Wanderhirten nicht all ihr Hab und Gut zurücklassen und in Flüchtlingscamps gehen“, sagt Ed Nash, Kommunikationsbeauftragter bei Medair.

In den kommenden Monaten wird Medair etwa 324 000 Menschen in der zentralen Region Somalilands mit humanitärer Hilfe erreichen
. Wir werden 37 000 Kinder impfen und die Gemeinden so vor bedrohlichen Infektionen wie Masern schützen. Wir unterstützen zudem zusätzliche Gesundheitseinrichtungen und leisten so lebensrettende medizinische Hilfe für 87 000 Menschen. Etwa 85 000 Menschen werden direkt von unseren Sanierungsarbeiten an der Wasserinfrastruktur und anderen Massnahmen zur Förderung des Zugangs zu Wasserentnahmestellen und für ein besseres Hygieneverhalten profitieren.

Etwa 45 000 ausgebildete Aufklärer werden Schulungen zu Ernährung, Gesundheit und Hygiene durchführen, was die Wirkung unserer Arbeit noch weiter verstärken wird. Insgesamt werden wir etwa 250 lokale Einwohner in Gesundheits-, Ernährungs- und Hygienefragen sowie im sanitären Bereich ausbilden, um sicherzustellen, dass die für diese Bereiche erforderlichen Fähigkeiten auch in Zukunft im Land vorhanden sind.

„Mit diesem gezielten Einsatz leisten wir Nothilfe, die Hunderttausenden von Menschen dabei helfen wird, die Dürre zu überstehen“,
sagt Manuel Jagourd, Landesprogrammleiter für Somaliland. „Gleichzeitig impfen wir Kinder, bauen die lokalen Kapazitäten aus und verbessern den Zugang zu Wasser. Dank dieser langfristigen Massnahmen werden die Gemeinden künftige Dürren ohne humanitäre Hilfe überstehen.“

[1] Food Security and Nutrition Analysis Unit Somalia. 16. August 2011. www.fsnau.org/products/maps/nutrition-situation-maps
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Die Arbeit von Medair in Somaliland wird durch die Schweizer Glückskette, die GD Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission, Word and Deed, „Red een kind“, EO-Metterdaad, das Britische Ministerium für internationale Entwicklung, UNICEF und private Spender unterstützt.

Nach Jahren der Dürre leiden am Horn von Afrika Millionen von Menschen unter extremer Lebensmittelknappheit. Medair reagiert auf die Krise in Somaliland und baut die seit 2008 durchgeführten Programme aus, um weitere Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und WASH (Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene) bereitzustellen. Im September 2011 begannen wir mit einem Nothilfeprogramm in den östlichen Regionen Sool und Sanaag. Lesen Sie mehr zur Arbeit von Medair in Somalia/Somaliland.

Somaliland erklärte im Jahr 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia. Die Unabhängigkeit wurde jedoch von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.

Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.

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