Südsudan: Überfälle auf Dörfer im Bundesstaat Jonglei – Medair reagiert
Am 7. Januar flog das Emergency Response Team von Medair mit dem Hubschrauber in die Stadt Pibor, um die Schäden zu begutachten und die bestmögliche Unterstützung zu planen.
Ende Dezember und Anfang Januar überfiel eine bewaffnete Gruppe zahlreiche Dörfer im Bundesstaat Jonglei und hinterliess dabei eine Spur der Verwüstung. Die Miliz legte Häuser in Schutt und Asche, zerstörte die Wasserversorgung, plünderte und zündete Einrichtungen und Kliniken von Hilfsorganisationen an und raubte grosse Viehherden. Zehntausende Menschen flohen vor der Gewalt in die umliegenden Dörfer und Gebiete.
Aus der Stadt Pibor berichtet unser Team nun, dass viele Bewohner nach den Übergriffen zurückkehren, die dort am 31. Dezember begannen. Bis zu 1000 Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, haben sich in der momentan als Transitstelle genutzten Primarschule versammelt. Nach Schätzungen der Hilfsorganisationen muss Pibor mit bis zu 16 000 Flüchtlingen aufgrund der Gewalt rechnen.
Die sanitären Einrichtungen in der als Notunterkunft dienenden Schule sind äusserst dürftig. Die Grubenabdeckungen der Schullatrinen sind eingebrochen, sodass die Menschen nun gezwungen sind, ihre Notdurft in der freien Natur zu verrichten. Dadurch kann es zur Ausbreitung tödlicher Krankheiten kommen. Folglich werden dringend Notfalllatrinen benötigt.
Auch die Wasserversorgung in der Schule hat aufgrund der derzeitigen Überlastung ihre Kapazitätsgrenzen längst überschritten. Zudem sind mindestens vier der Brunnen in der Stadt beschädigt und müssen unverzüglich repariert werden, um den Wasserbedarf der drastisch zunehmenden Bevölkerung decken zu können.
Für diesen unerwarteten Einsatz wird Ihre Spende dringend benötigt.
Wir werden Sie mit weiteren Informationen über die sich ständig ändernde Lage im Bundesstaat Jonglei auf dem Laufenden halten, sobald wir Neues erfahren.
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Mehr zur Arbeit von Medair im Südsudan
Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.



