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Südsudan: Nothilfe für Tausende Flüchtlinge in Jonglei angelaufen

Medair versorgt die in der Stadt Pibor und Umgebung eintreffenden Flüchtlinge medizinisch sowie mit Nahrungsmitteln und Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene (WASH).

Aufgrund der gewaltsamen Übergriffe, die am 31. Dezember 2011 begannen, benötigen mehr als 140 000 Menschen im Bundesstaat Jonglei humanitäre Hilfe [1]. Über 44 000 Binnenflüchtlinge haben in und ausserhalb der Stadt Pibor Zuflucht gesucht und damit die Einwohnerzahl verdoppelt. Familien schlafen unter Bäumen oder bei Bekannten in der Stadt. Einige übernachten in öffentlichen Gebäuden, z. B. einer Schule, in der anfangs über 1000 Flüchtlinge unterkamen.

„Pibor platzt bereits jetzt aus allen Nähten, doch es kommen noch immer Flüchtlinge”, erklärt WASH-Techniker Alex Wafula.

Medair Mitarbeiterin Christine Muthoni besichtigt vor Ort die ausgebrannten Hütten in der Nähe des Dorfes Fertait, in dem nur gerade eine Behausung unbeschädigt blieb.

Medair Mitarbeiterin Christine Muthoni besichtigt vor Ort die ausgebrannten Hütten in der Nähe des Dorfes Fertait, in dem nur gerade eine Behausung unbeschädigt blieb.

Bei den Übergriffen gab es in Pibor nur geringe Schäden, während das nahegelegene Likuangole und andere Dörfer vollständig niedergebrannt wurden, weshalb die Bewohner nach Pibor flohen. „Jetzt ist die Lage zwar ruhig, aber die Menschen haben noch immer Angst, nach Hause zurückzukehren”, berichtet Trina Helderman, die für den medizinischen Bereich zuständige Projektleiterin des Emergency Response Team (ERT) von Medair.

Als das ERT von Medair am 7. Januar in Pibor ankam, stellte es fest, dass mehrere Brunnen, vor allem der bei der Schule, nicht funktionierten und dringend repariert werden mussten. Angesichts der immer weiter steigenden Zahl von Menschen in der Stadt brauchte Pibor zudem mehr Latrinen, um die Seuchengefahr zu minimieren.

In Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Solidarites International setzte unser WASH-Team innerhalb kürzester Zeit acht Handpumpen in Pibor instand und errichtete elf Notfalllatrinen, acht davon in der Primarschule, in der viele Flüchtlinge untergekommen waren. Ausserdem sorgten wir mit sieben Handwascheinrichtungen für eine Verbesserung der hygienischen und sanitären Bedingungen.

„Ich habe den Frieden Gottes in meinem Herzen, weil jetzt zumindest weniger Menschen hier in Pibor für Wasser anstehen müssen”, sagt Alex.

Der durch die sogenannte „offene Defäkation“ verursachte Gestank hat sich mit der Nutzung der Latrinen ebenfalls deutlich gelegt.

In Pibor untersuchen Medair-Mitarbeiter kleine Kinder auf ihre Unterernährung.

In Pibor untersuchen Medair-Mitarbeiter kleine Kinder auf ihre Unterernährung.

Kurz nach dem WASH-Team kam unser Gesundheits- und Ernährungsteam nach Pibor und startete ein Ernährungsergänzungsprogramm zur Bekämpfung der Unterernährung bei Kindern unter drei Jahren, von dem bisher mehr als 1400 Kleinkinder profitiert haben.

Darüber hinaus untersuchte unser Team mehr als 2100 Flüchtlingskinder unter fünf Jahren auf Unterernährung und fand 406 mit leichter und 55 mit schwerer Unterernährung. Diese Kinder werden nun in der von Medair unterstützten staatlichen Klinik oder in der Klinik von Ärzte ohne Grenzen in Pibor behandelt. Ausserdem erhielten alle untersuchten Kinder Vitamin A und Entwurmungsmittel von Medair.

Lokali, ein Medair-Mitarbeiter verabreicht einem Kind ein Medikament gegen Würmer.

Lokali, ein Medair-Mitarbeiter verabreicht einem Kind ein Medikament gegen Würmer.

Wegen der zunehmenden Überfüllung der Stadt stellt die Seuchengefahr ein ernstes Problem dar. Deshalb führen wir Auffrischungsschulungen für das medizinische Personal der staatlichen Klinik für medizinische Grundversorgung in Pibor durch, um die richtige Behandlung der häufigsten Krankheiten und eine gute Reaktionsfähigkeit im Seuchenfall sicherzustellen.

Die Medair-Teams haben ihre Hilfsmassnahmen auf die Stadt Pibor konzentriert, aber auch Einsätze bei Binnenflüchtlingen durchgeführt, die sich im Umland niedergelassen haben. Darüber hinaus haben wir die grossen Schäden in Likuangole begutachtet und dort vier Brunnen instand gesetzt. Die unsichere Lage erschwert Einsätze ausserhalb der Stadt Pibor, aber wir suchen dennoch nach Möglichkeiten, in Likuangole und anderen betroffenen Ortschaften der Umgebung zu helfen.

Vor dem Ende des Bürgerkriegs 2003 unterstützte Medair die Klinik in Likuangole, musste dann aber die Teams abziehen. „Acht Jahre später kennen uns die Menschen noch immer”, sagt Trina. „Wenn wir in Pibor unterwegs sind, kommen die Menschen zu uns und danken uns, dass wir zurückgekehrt sind. Sie danken uns für die Hilfe, die wir vor Jahren geleistet haben.”

Während die Teams von Medair Tausenden Menschen helfen, die Scherben aufzulesen, die die jüngsten Übergriffe hinterlassen haben, erinnern uns diese aufmunternden Worte daran, dass wir trotz aller Widrigkeiten mit unserer Arbeit zu einer langfristigen Verbesserung der Lebensumstände der Menschen um uns herum beitragen.

Medair unterstützt die Flüchtlinge im Bundesstaat Jonglei mit Hilfsmassnahmen in den Bereichen WASH, medizinische Versorgung und Ernährung. Ihre Spende macht unsere Nothilfeeinsätze erst möglich. Vielen Dank.

[1] UN-OCHA Weekly Humanitarian Bulletin – 2. Februar 2012
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Unsere Teams werden durch die GD Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission, den Common Humanitarian Fund für den Sudan, die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, „The Big Give“ sowie private Spender unterstützt. Unsere ERTs können auf Notsituationen in allen zehn südsudanesischen Bundesstaaten reagieren.

Mehr zur Arbeit von Medair im Südsudan

Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.





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