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Südsudan: Nothilfeteams reagieren auf die Krise in der sudanesischen Region Abyei

Medair leistet Nothilfe für Flüchtlinge, nachdem der Konflikt in der umstrittenen sudanesischen Region Abyei mehr als 110 000 Menschen zur Flucht zwang.

Als die Kämpfe in Abyei am 21. Mai begannen, flohen viele Menschen sofort aus Angst vor dem Konflikt und um Schutz zu suchen und liessen bei ihrem hastigen Aufbruch alles zurück. Da aber mehr als 110 000 traumatisierte Flüchtlinge in den nahe gelegenen Dörfern ankamen, war auch dort nur schwer Zuflucht zu finden.

„Es ist eine schwierige Situation für die Binnenflüchtlinge. Hier ist es nicht sicher für sie“, sagt Hellen Dawidi, Medair-Beauftragte für WASH (Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene). „Die Menschen hungern. Da sie aus der Ferne noch Schüsse hören, sind sie wachsam und nervös. Sie brauchen sauberes Wasser und Latrinen.“

Als Reaktion auf diese Umstände schickte Medair ein Emergency Response Team (ERT) für den Fachbereich WASH nach Agok in der Region Abyei, um den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen für die Not leidenden Binnenflüchtlinge zu verbessern. „Der Bedarf an WASH-Leistungen ist riesig“, berichtet Taylor Balian, WASH-Projektmanager bei Medair. „Alle Wasserstellen sind überbeansprucht. An den meistgenutzten Wasserstellen stehen etwa 150 Menschen mit Kanistern in der Warteschlange. Das entspricht einer Wartezeit von drei Stunden.“

In den letzten zwei Wochen hat unser Team an der Sanierung und dem Ausbau einiger Brunnen gearbeitet, um deren Leistung zu erhöhen. Im Dorf Madien Jok Thiang in der Region Agok errichtete Medair ein kleines Wasserreservoir, das nun eine einfache Handpumpe ersetzt, vor der immer etwa 50 Menschen mit Kanistern warteten. Als das Team Tage später zurückkehrte, waren die Warteschlangen verschwunden.

„Vorher waren immer viele Leute dort, und die Dorfbewohner stritten sich mit den Binnenflüchtlingen“, erzählt der Dorfvorsteher von Madien Jok Thiang. „Jetzt ist alles gut. Das hat sehr geholfen.“

Medair ist Teil eines grösseren humanitären Einsatzes, der zurzeit durchgeführt wird, um den betroffenen Menschen in dieser zunehmend instabilen und riskanten Region zu helfen. „Die Organisationen arbeiten gut zusammen“, sagt Eunice Kavoi, Gesundheitsmanagerin bei Medair. „Wir halten jeden Tag Koordinierungssitzungen ab, um zu entscheiden, wer was wo tut, und um zu vermeiden, dass viele das Gleiche tun.“

Im Dorf Wunrok im Bundesstaat Warrab südlich von Abyei arbeitet das Emergency Response Team von Medair für den Bereich Gesundheit mit zwei anderen NGOs zusammen, um kurzfristig ein ergänzendes Ernährungsprogramm auf die Beine zu stellen, um bedürftige Kinder besser zu ernähren. Seit die Kämpfe in Abyei begannen, ist der fehlende Zugang zu Nahrungsmitteln eines der grössten Probleme für die Binnenflüchtlinge.

„Viele Mütter und Kinder brauchten dringend etwas zu essen“, erzählt Eunice. „Die Frauen wollten unbedingt etwas für die Kinder bekommen, und der Raum war brechend voll. Die Mütter berichteten, dass die Kinder auf der zweiwöchigen Flucht immer mehr an Gewicht verloren hätten und manche nun unterernährt seien.“

Während der Tag der Unabhängigkeit für den Südsudan näher rückt und die Kämpfe immer intensiver werden und sich auch auf andere Regionen ausbreiten – unter anderem in den Bundesstaat Unity State (Süden) und in den Bundesstaat Südkordofan (Norden) – werden sicherlich noch mehr Familien im Land unterwegs sein. Dazu gehören auch diejenigen, die zwischen die Fronten geraten und damit zur Flucht gezwungen sind. „Die Menschen in Agok sagen, sie hätten das Gefühl, dass mit der Teilung des Landes auch gleichzeitig die Gefahr näher komme“, berichtet Hellen.

Medair beobachtet die Situation sehr genau und wird weiterhin, wo immer möglich, auf Notsituationen reagieren.

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Medienkontakt:

Südsudan – Region Abyei
Stella Chetham – Kommunikationsbeauftragte für den Einsatz im Südsudan
Tel.: +249-925-525-454
E-Mail: fco-sds(at)medair.org

Medair-Hauptsitz in der Schweiz
Janneke de Kruijf – Medienbeauftragte
Tel.: +41 78 635 30 95
E-Mail: janneke.dekruijf(at)medair.org

Zurzeit wird darüber gestritten, zu welchem Teil des Sudan die Region Abyei gehört.

Das Medair-Programm im Südsudan wird durch die Generaldirektion für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission, den Common Humanitarian Fund, den Multi-Donor Trust Fund, die Schweizer Glückskette, den Basic Services Fund, die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, The Big Give (U.K.) und private Spender unterstützt.
Seit 1991 ist Medair im von Konflikten betroffenen Südsudan tätig und kümmert sich dort um die Bedürfnisse der am schwersten betroffenen Menschen – insbesondere Frauen und Kinder unter fünf Jahren. Zurzeit kümmern wir uns um Hilfe im Bereich Gesundheit und WASH im Bundesstaat Obernil (in den Bezirken Melut und Manyo), während unsere Emergency Response Teams in Krisenzeiten schnelle und lebensrettende Hilfe in den zehn Bundesstaaten des Südsudan leisten.

Diese Pressemitteilung wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.






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