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Afghanistan: Mahsas Fortschritte

Mahsas Fortschritte

Wir machen uns auf den Weg in ein abgelegenes Dorf in Afghanistan, um zu sehen, wie es um die Gesundheit eines stark unterernährten Kindes steht.

Vor zwei Monaten haben wir bereits über Mahsa berichtet. Das stark unterernährte Mädchen in Afghanistan war gerade in ein ambulantes Therapieprogramm an der neuen Ernährungsklinik von Medair in Yawan aufgenommen worden. Sieben Wochen nach Behandlungsbeginn besuchten zwei unserer Mitarbeiter Mahsa und ihre Familie in ihrem Heimatdorf.

Wir müssen unser Fahrzeug am Ende der unbefestigten Strasse zurücklassen und den letzten Kilometer bis zum Dorf Sari zu Fuss gehen. Es ist eine Stunde vergangen, seit wir die Ernährungsklinik in Yawan verlassen haben. Um Sari zu erreichen, mussten wir erst durch ein trockenes, steiniges Flussbett fahren und uns dann hoch in die Berge vorkämpfen.

Vor sieben Wochen war Abdul Shaya mit seinem Esel auch auf dieser Strasse unterwegs – eine viel längere und beschwerlichere Reise. Er brachte seine 18 Monate alte Enkelin Mahsa für eine Behandlung in die neu eröffnete Ernährungsklinik von Medair. Abdul Shaya machte sich grosse Sorgen, da Mahsa von Tag zu Tag dünner und schwächer geworden war.

Heute besuchen wir das abgelegene Dorf Sari, um zu sehen, wie es Mahsa geht. Neugierige Bewohner begrüssen uns, als wir das Dorf betreten. Mahsas Grossvater Abdul Shaya ist oben in den Bergen, wo er sein Vieh hütet, aber wir werden in das Haus von Mahsas Grossonkel Aarash gebeten, der uns Tee und Datteln anbietet.

Nach kurzer Zeit trifft Mahsas Vater Hamed mit seiner Tochter auf dem Arm ein. Er begrüsst uns mit einem sanften Lächeln. „Vielen, vielen Dank, dass ihr gekommen seid“, sagt er. Er wiegt Mahsa in seinen Armen liebevoll hin und her. Sie schmiegt sich schüchtern noch enger an ihren Vater, als sie uns entdeckt. „Hab keine Angst, Tochter“, sagt Hamed. „Diese Leute sind gekommen, um dir zu helfen.“

Mahsa,* die immer mehr an Gewicht zunimmt und sich gut erholt, sitzt bei ihrem Vater Hamed.*

Mahsa,* die immer mehr an Gewicht zunimmt und sich gut erholt, sitzt bei ihrem Vater Hamed.*

Ernährungsprogramm
Unterernährung ist einer der Hauptgründe für die erschreckend hohe Kindersterblichkeitsrate in den abgelegenen Dörfern Afghanistans. Die Anbauperioden sind kurz, die Winter sind lang und die Ernteerträge schwanken sehr stark. Die Familien müssen den Winter mit den wenigen Vorräten überstehen, die sie im Sommer anlegen können. In diesen isolierten Dörfern wissen die Menschen oft nichts über die Vorteile nahrhafter Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder über die richtige Ernährung während der Schwangerschaft oder Stillzeit.

Um gegen die weitverbreitete Unterernährung vorzugehen, hat Medair vier Ernährungskliniken in der Provinz Badakhshan eingerichtet. Unser Programm leistet Hilfe für unterernährte Frauen und Kinder und informiert Dorfgemeinschaften zu Themen wie Ernährung, Essenszubereitung, Stillen, Gesundheit und Hygiene, um Unterernährung in Zukunft besser vermeiden zu können.

Vor sieben Wochen wurde Mahsa vom Ernährungsteam untersucht und als stark unterernährt eingestuft. Wir nahmen sie in unser ambulantes Therapieprogramm auf und gaben ihrem Grossvater eine grosse Packung mit nährstoffreicher therapeutischer Nahrung für sie mit nach Hause. Ihre Genesung hing jedoch stark davon ab, ob ihre Familie sie auch in der nächsten Zeit alle zwei Wochen zur Nachkontrolle und für weitere Spezialnahrung in die Klinik bringen würde.

Zum Glück hat Mahsas Familie für ihre Genesung sehr viel Einsatz gezeigt. „Es ist schwierig, da ich mindestens sechs Stunden für den Weg zur Klinik und zurück brauche“, erklärt Hamed. „Aber diese beschwerliche Reise auf mich zu nehmen ist das Beste, was ich für die Gesundheit meiner Tochter tun kann.“

Sieben Wochen zuvor hatte Mahsas Grossvater Abdul Shaya das Mädchen in die Ernährungsklinik gebracht, um sie dort behandeln zu lassen.

Sieben Wochen zuvor hatte Mahsas Grossvater Abdul Shaya das Mädchen in die Ernährungsklinik gebracht, um sie dort behandeln zu lassen.

Stetige Verbesserung
Wenn man Mahsa heute sieht, erscheint sie immer noch klein und blass, hat aber ganz sicher an Gewicht zugenommen, seit wir sie das erste Mal getroffen haben. Sie schaut uns still mit ihren grossen Augen an, während ihr Vater spricht.

„Mahsa war nun dreimal in eurer Klinik“, erklärt Hamed. „Eure Mitarbeiter haben sich jedes Mal gefreut, sie wiederzusehen und festzustellen, dass es ihr besser geht. Sie sagen mir immer wieder, dass ich sie auch in Zukunft regelmässig in die Klinik bringen soll, damit sie sich noch weiter erholen kann.“

Mahsa hat seit ihrem ersten Besuch in der Klinik mehr als ein halbes Kilo zugenommen. Das Ernährungsteam ist sehr zufrieden mit Mahsas langsamer, aber stetiger Gewichtszunahme und ihren immer besseren Werten bei der Messung des Armumfangs. Ihre Familie ist ganz begeistert von den Veränderungen, die sie an dem Mädchen sehen.

„Meine Tochter mag Plumpy Nut wirklich sehr gern!“ sagt Hamed mit einem grossen Lächeln im Gesicht über die nährstoffreiche Nahrung, die er von der Klinik erhält. „Als wir in der Klinik waren, gaben die Mitarbeiter ihr dort etwas davon, während wir uns unterhielten. Noch bevor wir mit der Unterhaltung fertig waren, hatte sie schon alles aufgegessen!“

Essen, lachen und aufrecht stehen
Obwohl Mahsa immer noch unterernährt ist und behandelt werden muss, hat sie nun Energie und interessiert sich anders als vor sieben Wochen auch für Nahrung. „Als wir sie das erste Mal zu euch brachten, war sie wirklich krank“, erzählt Hamed. „Sie hat nichts gegessen und sich auch sonst kaum gerührt. Jetzt isst sie und kann auch mit ihrem Bruder und ihren Schwestern spielen, und dabei lacht sie sogar. Zuerst konnte sie nicht aufrecht stehen, aber jetzt kann sie das und versucht sogar zu laufen!“

Hamed entschuldigt sich bei uns, dass Mahsas Grossvater Abdul Shaya nicht da ist, um uns persönlich willkommen zu heissen. „Mein Vater freut sich sehr darüber, dass es Mahsa besser geht“, sagt Hamed. „Er liebt sie und wenn er Zeit hat, ist er immer an ihrer Seite.“

Eine nachhaltige Wirkung erzielen

Mahsa ist nur eines von Tausenden unterernährten kleinen Kindern in den abgelegenen Dörfern Badakhshans. Mit unserem Ernährungsprogramm möchten wir dort Kindern das Leben retten und durch Bildung eine nachhaltige Wirkung erzielen, die dazu beiträgt, solch starke Unterernährung in Zukunft zu vermeiden.

„Vielleicht werden andere Eltern Mahsa sehen und feststellen, dass es ihr besser geht“, erklärt Hamed. „Das ermutigt sie vielleicht dazu, ihre Kinder auch in eure Klinik zu bringen, wenn sie die Fortschritte meiner Tochter sehen.“

Als die Zeit des Abschieds gekommen ist, dankt Hamed uns herzlich für unseren Besuch und für die Arbeit, die wir für die Kinder in seiner Gemeinde leisten. „Es ist sehr gut, dass es dieses Projekt in Yawan gibt“, sagt er. „Wenn es das nicht geben würde, hätte ich keine andere Anlaufstelle, und wenn wir die Spezialnahrung nicht bekommen hätten, wäre unser Kind gestorben.“

Wir werden Mahsa auch während ihrer weiteren Behandlung begleiten und über ihre Fortschritte berichten, da wir alle für ihre vollständige Genesung beten.  

Wenn Sie für dieses lebenswichtige Programm spenden möchten, klicken Sie hier.

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Das Ernährungsprojekt von Medair in Afghanistan wird durch die Schweizer Glückskette, das Mennonitische Zentralkomitee (MCC), das Welternährungsprogramm, UNICEF und private Spenden unterstützt.
Medair ist seit 1996 in Afghanistan tätig und kümmert sich um bedürftige und abgelegene Gemeinden in der Provinz Badakhshan sowie im zentralen Hochland. Zusätzlich zur Hilfe im Bereich Ernährung und Schulungen für unterernährte Frauen und Kinder leistet Medair auch Unterstützung für Gemeinden in Bezug auf sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene (WASH) und unterstützt Dorfgemeinschaften mit Nothilfemassnahmen bei Naturkatastrophen.

Dieser Web-Beitrag wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.





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