Somalia: Kritische Ernährungssituation in Somaliland
Medair erweitert das Programm vor Ort und startet umfangreiche Nothilfemassnahmen, um das Leben der unterernährten Kinder zu retten und Familien in Not zu helfen.
Am Horn von Afrika hat eine schwere Dürre zu einer Hungersnot geführt, die das Leben von fast 12 Millionen Menschen bedroht. Zehntausende Kinder sind in der sich weiter zuspitzenden Krise bereits gestorben. Laut einer Lagebeurteilung vom 16. August 2011 [1] hat sich die Ernährungssituation in einigen Regionen von Somaliland (ein Gebiet im Norden Somalias) dramatisch verschlechtert und wird nun als „sehr kritisch“ eingestuft.
Dank der grosszügigen Unterstützung unserer privaten Spender kann Medair das Programm in Somaliland sofort erweitern und umfangreiche Nothilfemassnahmen starten, um in zwei abgelegenen und äusserst bedürftigen Regionen Leben zu retten: im Bezirk Ceynabo in der Region Sool und im Bezirk Ceel Afweyn in der Region Sanaag.
„Ein grosses Dankeschön an alle Spender“, sagt Medair-Landesdirektorin Emma Le Beau. „Nothilfeeinsätze wie diesen können wir ohne private Spenden gar nicht durchführen. Sie geben uns die Sicherheit, die wir brauchen, um schnelle Entscheidungen zu treffen. So sind wir flexibel genug und können in Krisensituationen schnell reagieren und Leben retten.“
Im Juli führte Medair eine Lagebeurteilung in den Gemeinden in Ceynabo und Ceel Afweyn durch, die eine Reihe von Bedürfnissen aufdeckte. Aufgrund neuer Informationen der FSNAU (Food Security and Nutrition Analysis Unit), die zeigen, dass die Ernährungssituation ein sehr kritisches Niveau erreicht hat, ist man bei Medair der Ansicht, dass in dieser Region viele Menschen sterben könnten, wenn nicht sofort eingegriffen wird.
„Die Ressourcen der von der Dürre betroffenen Gemeinden werden immer weiter beansprucht, da ständig mittellose Nomaden in den Dörfern ankommen, deren Vieh gestorben ist und die nun keine andere Wahl haben, als in die Dörfer zu gehen“, erklärt Emma Le Beau. „Sowohl die Einwohner als auch die Binnenflüchtlinge sind mit vielen lebensbedrohlichen Problemen konfrontiert. Sie brauchen mehr als nur Nahrungsmittelhilfe. Sie brauchen auch medizinische Versorgung, Wasser, sanitäre Einrichtungen und Unterkünfte.“
Als Reaktion darauf erweitert Medair das umfangreiche Nothilfeprogramm, um auch die unterversorgten Familien in Ceynabo und Ceel Afweyn erreichen zu können. Dabei werden unterernährte Kinder mit Nahrung versorgt, und zugleich wird die Betreuung in den Bereichen Medizin (z. B. Mutter-Kind-Gesundheit und Impfungen) und WASH (Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene) verbessert.
„Wir haben Fachkompetenzen in all diesen Bereichen und sind so in der Lage, umfassende Nothilfemassnahmen durchzuführen“, sagt Emma Le Beau. „Diese Methode haben wir schon in Burao mit grossem Erfolg angewandt. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Bereich Ernährung, aber aufgrund der besonders schweren Krise sind wir uns bewusst, dass diese Art der umfassenden Hilfe unverzichtbar ist, um so viele Leben wie möglich zu retten.“
Während Hilfsorganisationen im Süden immer vor grossen Problemen bei der Verteilung von Lebensmitteln stehen, ist Somaliland eine politisch stabile und sichere Region, die ihre Unabhängigkeit von Somalia erklärt hat. Medair leistet bereits seit 2008 Hilfe in dieser Region.
„Medair ist nun seit drei Jahren in Somaliland tätig, und wir pflegen hier enge Beziehungen zu nationalen und lokalen Behörden sowie zu den Gemeinden”, erklärt Emma Le Beau. “Wir haben ein qualifiziertes, erfahrenes und engagiertes Team von nationalen Mitarbeitern vor Ort, die qualitativ hochwertige Programme auf die Beine stellen. Daher verfügen wir über beste Voraussetzungen, um auf die sich abzeichnende schreckliche Ernährungskrise reagieren zu können.“
Private Spenden haben es Medair ermöglicht, schnell zu handeln und dieses neue Nothilfeprogramm zu starten. Wir brauchen jedoch auch weiterhin finanzielle Unterstützung, um das Programm am Laufen halten zu können. Unser Ziel ist es, auf die Bevölkerung zu zugehen und in Somaliland so vielen bedürftigen Kindern wie möglich das Leben zu retten. Mit Ihrer Unterstützung können wir das auch erreichen. Bitte spenden Sie noch heute unter www.medair.org/spenden.
[1] Lagebeurteilung der FSNAU (Food Security and Nutrition Analysis Unit) vom 16. August 2011, www.fsnau.org/products/maps/nutrition-situation-maps
_______________________________________________________________________________
Für die Presse:
Medair-Hauptsitz Schweiz
Janneke de Kruijf
Pressebeauftragte
Tel. +41 78 635 30 95
E-Mail janneke.dekruijf(at)medair.org
Das Medair-Programm in Somalia/Somaliland wird durch das britische Ministerium für internationale Entwicklung, die Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, das Welternährungsprogramm, EO-Metterdaad und private Spender unterstützt.
Medair ist seit 2008 in Somalia und Somaliland tätig. In Burao (Somaliland) betreibt Medair ein umfassendes Hilfsprogramm, das sich um Ernährung, medizinische Versorgung und einen verbesserten Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene für die Menschen kümmert, die von chronischer Dürre und Konflikten betroffen sind. Seit Mai 2011 betreibt Medair zudem ein zusätzliches mobiles therapeutisches Ernährungsprojekt im südlichen Togdheer, das unterernährte Kinder in den abgelegenen, ländlichen Gemeinden erreicht. Im August 2011 startete Medair ein Nothilfeprogramm im Bezirk Ceynabo in der Region Sool sowie im Bezirk Ceel Afweyn in der Region Sanaag.
Somaliland erklärte 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia. Die Unabhängigkeit wurde jedoch von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.
Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.



