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Südsudan: Hilfe für zwei der bedürftigsten Regionen des Südsudans

Medair startet neue humanitäre Projekte in den Bezirken Renk und Awerial, um auf die erschreckend grosse Bedürftigkeit dort zu reagieren.

Unser Team, das zur Bedarfsermittlung nach Renk und Awerial gereist war, stellte schnell fest, dass dies die beiden am stärksten vernachlässigten und unterversorgten Bezirke in dem erst vor Kurzem neu entstandenen Staat Südsudan sind.

Owafa San Shmas Shudun in ihrer Hütte in Gerger Payam im Bezirk Renk zusammen mit ihrer zweijährigen Tochter Hannan.

Owafa San Shmas Shudun in ihrer Hütte in Gerger Payam im Bezirk Renk zusammen mit ihrer zweijährigen Tochter Hannan.

Im Bezirk Renk müssen die mittellosen Gemeinden mit einem Flüchtlingsstrom von 20 000 Rückkehrern aus dem Sudan fertig werden, die in provisorischen Camps am Rande der Dörfer leben. „Die Lebensumstände der Rückkehrer sind wirklich schockierend“, sagt Stella Chetham, Kommunikationsbeauftragte bei Medair. „Aber auch unter den Dorfbewohnern ist die Armut gross. Diese bereits bedürftige Gemeinde kann den grossen Strom an Rückkehrern selbst unmöglich angemessen versorgen.“

In den vergangenen Tagen hat sich die Sicherheitslage in der Grenzregion nahe Renk weiter verschlechtert, was die Gefahr für die bedürftigen Menschen dort noch weiter erhöht.

Die Klinik in Gerger im Bezirk Renk braucht dringend Ausrüstung, Medikamente und einen Kühlschrank für die Lagerung von Impfstoffen.

Die Klinik in Gerger im Bezirk Renk braucht dringend Ausrüstung, Medikamente und einen Kühlschrank für die Lagerung von Impfstoffen.

Als unsere Mitarbeiter eine Klinik in Gerger im Bezirk Renk besuchten, fanden sie ein nahezu leeres Gebäude ohne Patienten und so gut wie ohne Medikamentenvorräte vor. „In dieser Klinik fehlt es an so vielen Dingen“, erzählte uns Hannan, eine Einwohnerin von Gerger. „Die Menschen haben Malaria und Durchfall, aber wir müssen die Medikamente ausserhalb kaufen, da wir sie in der Klinik nicht bekommen können.“

Owafa, Mutter von drei Kindern, erzählte uns, dass eine bessere medizinische Versorgung dringend benötigt wird. „Manchmal werden hier Kinder geimpft, aber es fehlt an Strom, um die Impfstoffe zu kühlen“, erklärte sie. „Deshalb laufen wir zu einer anderen Klinik - und die ist weit weg. Medikamente sind sehr teuer. Von dem Geld für ein Medikament kann ich meine Familie zwei oder drei Tage lang ernähren.“

Die Menschen erzählen uns zudem, dass sie das unbehandelte Wasser direkt aus dem Nil trinken müssen, da das Wasserversorgungssystem in der Stadt zusammengebrochen ist. „Die Bedürfnisse im Bereich Wasser und Hygiene waren erschreckend hoch“, sagt Jesse Pleger, Berater für den Fachbereich Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene (WASH) bei Medair. „Nach unserem Besuch war uns klar, dass an beiden Standorten ein echtes Bedürfnis für unseren Einsatz bestand.“

Im Rahmen unseres langfristigen Projekts werden wir insgesamt acht Gesundheitseinrichtungen wiederherstellen und unterstützen
. Medair wird zudem für eine bessere Versorgung mit sauberem Wasser und für bessere sanitäre Einrichtungen in Renk und Awerial sorgen. Wir werden dabei mit der Regierung des Bundesstaates und den Behörden vor Ort zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Arbeit in dieser jungen Nation auch langfristig Wirkung zeigt. Das Projekt wird durch die grosszügige Unterstützung der Entwicklungshilfeorganisation der Vereinigten Staaten (USAID) und privater Spender ermöglicht.

Die von Medair unterstützten Kliniken im Bezirk Melut sind heute gut ausgestattet und verfügen über gut ausgebildetes lokales Gesundheitspersonal.

Die von Medair unterstützten Kliniken im Bezirk Melut sind heute gut ausgestattet und verfügen über gut ausgebildetes lokales Gesundheitspersonal.

Während wir also nun mit neuen Projekten in Renk und Awerial beginnen, schliessen wir unsere langfristigen Projekte in den Bereichen Gesundheit und WASH in den Bezirken Melut und Manyo im Bundesstaat Obernil ab. Wir verlassen dort Gemeinden, die heute viel widerstandsfähiger sind und denen wir zusammen mit den Behörden vor Ort dabei geholfen haben, Fähigkeiten, Kenntnisse und Systeme zu entwickeln, durch die sie in Zukunft unabhängiger bestehen können.

„Unser Ziel ist immer, uns überflüssig zu machen“, sagt Medair-Landesdirektorin Caroline Boyd. „In der Zeit, in der wir hier tätig gewesen sind, haben wir trotz der vielen Herausforderungen aufgrund der Arbeit in abgelegenen und unterentwickelten Regionen grosse Veränderungen gesehen. Medair hat viel Erfahrung bei der Arbeit in abgelegenen Regionen gesammelt, in denen sonst kaum andere Hilfsorganisationen tätig sind, und wir haben das Gefühl, dass wir daher ganz besonders gut vorbereitet sind, um auch den Menschen in Renk und Awerial zu helfen.“

Unsere Nothilfeteams sind bereits in Camps im Bezirk Renk im Einsatz, und wir starten nun auch noch ein langfristiges Projekt zur Unterstützung der umliegenden Gemeinden in Renk und Awerial.

„Die beiden Konzepte, die wir in einem Bezirk gleichzeitig umsetzen, zeigen das volle Spektrum unserer Arbeit von der Nothilfe bis zum Wiederaufbau“, erklärt Stella.

„Niemand wird zurückgelassen. Die Behörden lassen uns immer wieder wissen, wie dankbar sie für unsere Unterstützung sind.“

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Die neuen Projekte von Medair in Renk und Awerial werden durch die Entwicklungshilfeorganisation der Vereinigten Staaten (USAID) und private Spender ermöglicht.

Der Südsudan ist seit dem 9. Juli 2011 ein unabhängiger Staat. Medair ist seit 1991 in der Region tätig und seit 1995 durchgehend vor Ort. Wir leisten bedürftigen Gemeinden Unterstützung in den Bereichen Gesundheit und WASH und führen in allen zehn Bundesstaaten Nothilfeeinsätze durch.

Lesen Sie mehr über die Arbeit von Medair im Südsudan.

Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.





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