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Afghanistan: Hilfe für überschwemmungsgeplagte afghanische Gemeinden durch innovatives Projekt

Medair unterstützt Familien dabei, die Nahrungsmittelknappheit zu überbrücken und ihre Gemeinden wieder aufzubauen, nachdem Überschwemmungen ihre Ernte zerstört haben.

Im Sommer 2010 wurden einige der abgelegensten Dörfer der afghanischen Provinz Bamyan von den schlimmsten Sturzfluten seit 50 Jahren getroffen. „Das Wasser stand höher als die Bäume“, erzählt der 30-jährige Sayed Rahin aus dem Dorf Kadalac. „Die Wucht des Wassers war unglaublich.“
 
Als das Wasser in den Bezirken Waras und Panjob zurückging, mussten die schockierten Bewohner feststellen, dass ihre gesamte Ernte weggeschwemmt worden war und das zuvor fruchtbare Ackerland nun mit Schlamm, Steinen und Sedimenten bedeckt war.

Die Familien verloren teilweise Nahrungsmittel für mehr als drei Monate und standen daher vor einer Nahrungsmittelknappheit, die ihr Leben und ihre Lebensumstände bedrohte. Dass bis zur Wiederherstellung der Ackerflächen und Bewässerungssysteme keine Nahrungsmittel angebaut werden konnten, verschlimmerte die Situation noch zusätzlich.

„Die Überflutung von 2010 zerstörte die Ernte und schwemmte grosse Teile des Ackerlandes davon, was die Landschaft radikal veränderte“, erklärt Medair-Projektmanager Sieger Burger. „Mit dem Verlust ihres Landes und ihrer Ernte verloren viele Menschen auch die Hoffnung.“

Medair startete daraufhin mit Unterstützung der Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission und grosszügiger privater Spender ein Ernährungsnothilfeprogramm für die von der Flut betroffenen Menschen in Waras und Panjob.

Die Einwohner der von der Flut betroffenen Gemeinde Kadalac bauen einen Damm, um ihr Dorf vor zukünftigen Überschwemmungen zu schützen, und werden für ihre Arbeit bezahlt.

Die Einwohner der von der Flut betroffenen Gemeinde Kadalac bauen einen Damm, um ihr Dorf vor zukünftigen Überschwemmungen zu schützen, und werden für ihre Arbeit bezahlt.

Wir führten innovative Geld-für-Arbeit-Programme durch, mit denen mehr als 700 Haushalte oder schätzungsweise 6300 Menschen genug Geld verdienen konnten, um ihre Familienmitglieder während der Nahrungsmittelknappheit zu ernähren und gleichzeitig bei der Wiederherstellung der zerstörten Ackerflächen und Strassen sowie beim Katastrophenschutz zu helfen. Gleichzeitig erhielten die Bedürftigsten – Witwen mit Familienpflichten, Ältere oder Kranke – finanzielle Unterstützung, ohne dass sie dafür an den Geld-für-Arbeit-Projekten teilnehmen mussten.

Auch wenn Nahrungsmittelhilfe allein vielleicht die dringendsten Bedürfnisse gestillt hätte, sind Geld-für-Arbeit-Programme für die überschwemmten Gemeinden der wirksamere und würdevollere Weg zum Wiederaufbau. „Hätten wir den Menschen einfach Nahrungsmittel gegeben, hätten wir ihnen damit die Auswahlmöglichkeiten genommen und gleichzeitig ein Problem für die lokalen Ladenbesitzer geschaffen, die ja auch ihre Lebensmittel verkaufen wollen“, sagt Sieger. „Wenn wir den Menschen Geld geben, können sie selbst entscheiden, was sie dafür kaufen möchten. Meistens kaufen sie Nahrungsmittel und Brennstoff für ihre Feuer und zahlen Schulden zurück.“

Im Rahmen dieses Projekts wurden Dämme gebaut, die das Hochwasser in Zukunft umlenken sollen, Schlamm und Steine von den Ackerflächen entfernt und Strassen saniert. „Ich bin stolz, dass ich nicht nur Geld für meine Familie verdient, sondern auch dazu beigetragen habe, das Land vor zukünftigen Überschwemmungen zu schützen“, erklärt der 35-jährige Taki aus Kadalac, der am Projekt mitgearbeitet hat.

Taki weiss, dass seine Arbeit dazu beigetragen hat, sein Dorf vor Überschwemmungen zu schützen.

Taki weiss, dass seine Arbeit dazu beigetragen hat, sein Dorf vor Überschwemmungen zu schützen.

Auch Frauen nahmen am Programm teil. Sie flochten Gabione zur Sicherung der Flussufer und nahmen an Kursen teil, in denen sie erfuhren, wie sie sich und ihre Kinder durch ein besseres Hygieneverhalten vor Krankheiten schützen können. „Das war das erste Mal, dass ich für meine Arbeit bezahlt wurde“, erklärte Zahra, eine junge Mutter aus Panjob. „Für Frauen in Afghanistan ist es etwas ungewöhnlich, zu arbeiten, aber es war gut, den Männern zu zeigen, dass auch wir arbeiten können. Wir alle profitieren von diesem Projekt. Die Frauen, die gearbeitet haben, und die Frauen, deren Ehemänner gearbeitet haben... Wir sind sehr dankbar.“

„Wir hoffen, dass unsere Arbeit zukünftige Überschwemmungen verhindern kann“, sagt Sayed. „Zudem können wir die Wasserscheide, die wir errichtet haben, für die Bewässerung unserer Felder nutzen und so Getreide, Obst und Gemüse anbauen.“

„Wenn es noch einmal so regnen sollte wie 2010, wären wir jetzt wohl sicher“, fügt Taki hinzu. „Medair hat uns gezeigt, was wir tun müssen, um unser Dorf zu schützen, und uns dann bei der Umsetzung geholfen. Dieses Projekt war wirklich nützlich und hat uns sehr geholfen. Wir sind unglaublich dankbar.“
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Das Nahrungsmittelhilfe- und Geld-für-Arbeit-Programm von Medair wird von der Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission sowie private Spenden unterstützt.

Lesen Sie mehr über die Arbeit von Medair in Afghanistan.

Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.





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