Südsudan: Heilende Hände

Im Jahr 2010 suchte eine tödliche Kala-Azar-Epidemie den südsudanesischen Bundesstaat Jonglei heim. Das für die medizinische Versorgung zuständige Emergency Response Team (ERT) von Medair reagierte sofort. Oft mussten betroffene Patienten gleichzeitig auch gegen Unterernährung behandelt werden.
Nyajangs Leben hing an einem seidenen Faden, als ihre Mutter sie in die Medair-Klinik brachte. Sie war unterernährt und litt an Kala-Azar. Wir versuchten sie zu füttern, aber aufgrund der schmerzhaften Wunden in ihrem Mund konnte sie nichts essen. Das nur zwei Jahre alte Mädchen verlor bald noch mehr an Gewicht und wurde immer apathischer.
Es gab nur eine einzige Überlebenschance: eine Magensonde. „Ich führte ein langes Gespräch mit ihrer Mutter darüber, aber sie war immer noch sehr unsicher“, sagt Medair-Gesundheitsmanagerin Dr. Lea Lauridsen. „Die Menschen hier haben noch nie zuvor eine Magensonde gesehen und wissen nicht, wie diese funktioniert.“
Nyajangs Mutter hatte die Hoffnung bereits aufgegeben. Sie wollte ihr Kind nur noch mit nach Hause nehmen. Aber unsere Mitarbeiter vor Ort konnten sie letztendlich doch noch von der Magensonde überzeugen.
Fünf Tage lang bekam Nyajang Nahrung mithilfe der Magensonde und konnte gegen die wunden Stellen im Mund behandelt werden. Als wir die Sonde entfernten, begann Nyajang normal zu essen und konnte an Gewicht zunehmen.
Nyajang konnte die Kala-Azar-Behandlung beenden und errichte auch bald das Normalgewicht für ein Kind ihres Alters. Ihre Mutter war Medair sehr dankbar dafür, dass das Team das Leben ihrer Tochter gerettet hatte.
„Dieses Kind war bereits dem Tode geweiht, als du es hierher brachtest, aber nun lebt es“, bemerkte eine ältere Frau aus der Nachbarschaft. „Diese Menschen haben heilende Hände.“
2010 versorgte Medair im Bundesstaat Jonglei mehr als 4000 Menschen wie die kleine Nyajang mit lebensrettender Hilfe gegen Kala-Azar und/oder Unterernährung.


