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Südsudan: Südsudan: Nothilfe für massiven Rückkehrerstrom

Während der Südsudan noch seine Unabhängigkeit feiert, arbeiten die Emergency Response Teams (ERTs) von Medair bereits rund um die Uhr, um auf die dringenden Bedürfnisse von Hunderttausenden Südsudanesen zu reagieren, die nun aus dem Norden in den Süden zurückkehren.

Schätzungen zufolge sind etwa 200 000 Rückkehrer bereits im Südsudan eingetroffen, und in den nächsten Monaten werden vielleicht doppelt so viele erwartet. Dies würde die chronisch unterentwickelte Region noch weiter über ihre aktuellen Möglichkeiten hinaus belasten.

„Das Ausmass der Migration ist nur schwer vorstellbar“, sagt Stella Chetham von Medair. „Die Menschen kommen mit all ihrem Hab und Gut hier an und campen in notdürftigen Unterkünften zwischen ihren Besitztümern. Überall sehen wir grosse Lastwagen, die unter dem Gewicht von Möbeln, Koffern und Passagieren fast zusammenbrechen, und an jeder Ecke werden hastig neue Unterkünfte aus Stöcken und geflochtenen Gräsern errichtet.“

Im Grenzstaat Shamal Bahr Al-Ghazal entstehen grosse Rückkehrersiedlungen, besonders in der Umgebung der Stadt Aweil. Bereits vor diesem letzten Zuwanderungsstrom war es für die Menschen in Aweil schwierig, die Flüchtlinge aus Darfur sowie Vertriebene, die aufgrund von Luftangriffen südlich der Grenze in die Stadt kamen, aufzunehmen.

Medair arbeitet eng mit der Regierung des Südsudans zusammen, um auf die Krise in der Region zu reagieren. Die ERTs leisten aktiv Nothilfe in den stark betroffenen Grenzgebieten, während sie gleichzeitig bei der Koordination der vielen Hilfsorganisationen vor Ort mithelfen.

Zurzeit fehlt es in den neuen Siedlungen und Lagern nahezu an allen grundlegenden Versorgungsdiensten, wobei der Wassermangel das gravierendste Problem darstellt. In der grössten Ansiedlung in Aweil mit mehr als 11 000 Rückkehrern mussten die Menschen zwei bis drei Stunden Schlange stehen, um Wasser aus dem Hauptbrunnen holen zu können.  

Um dieses Problem zu lösen, richtete das WASH-Team (Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene) ein einfaches Verteilersystem mit mehreren Zapfstellen ein, was die Wartezeiten um ein Vielfaches verkürzte. An anderen Siedlungsorten der Region baut Medair Behelfslatrinen und repariert kaputte Pumpen vieler vorhandener Brunnen, die bis dahin ausser Betrieb waren. Zur gleichen Zeit bemüht sich ein Gesundheits-ERT von Medair im nahegelegenen Bundesstaat Unity, den Ausbruch einer Masernepidemie unter den Rückkehrern einzudämmen.

„Dies ist eine sehr kritische Übergangszeit für die Rückkehrer, aber das Leben geht für sie trotzdem weiter“, sagt WASH-Berater Jesse Pleger. „Einmal trafen wir auf ein Kind mit schweren Verbrennungen und an einem anderen Ort auf eine Schwangere, die bereits in den Wehen lag. In beiden Fällen konnten wir glücklicherweise Verstärkung rufen und sie in ein Behandlungszentrum bringen. Die Menschen kommen hier unterernährt, ohne Impfschutz, schwanger, krank und schwach an. Und sie kommen in eine Umgebung, die weitaus weniger entwickelt ist als was sie vorher gewohnt waren.“

Und trotzdem kommen jeden Tag mehr Menschen. Unbeirrt durch die unsichere Lage auf der Reiseroute möchten alle nach Jahren des Krieges und der Ungewissheit schnell in ihr nun unabhängiges Heimatland zurückkehren.

„Selbst nach der friedlichen Volksabstimmung kann man nicht sagen, wie sich die Dinge in diesem neuen Land nun in der Realität entwickeln werden“, sagt Caroline Boyd, stellvertretende Landesbeauftragte von Medair. „Medair war während der schwierigen Kriegsjahre im Südsudan aktiv und blieb auch während des fünfjährigen Friedensabkommens dort. Unsere Aufgabe ist es, den Bedürftigsten zur Seite zu stehen, und egal was die Zukunft bringt, wir sind entschlossen, so lange zu bleiben, wie unsere Hilfe gebraucht wird.“

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Für die Medien:
Für Interviews und weitere Informationen stehen Medair-Mitarbeiter zur Verfügung.  

Südsudan: Stella Chetham, Kommunikationsbeauftragte, +249 90 7204228,
fco-sds(at)medair.org

Schweiz (Medair-Hauptsitz):
Timothy Chapuis, Medienbeauftragter, +41 21 694 35 49, timothy.chapuis(at)medair.org

Das Medair-Programm im Südsudan wird durch das Europäische Amt für humanitäre Hilfe, den Common Humanitarian Fund, den Multi-Donor Trust Fund, die Schweizer Glückskette, den Basic Services Fund, die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, „The Big Give“ (Vereinigtes Königreich) und private Spender unterstützt.

Seit 1991 kümmert sich Medair um die Nöte der Bedürftigsten im stark von Konflikten betroffenen Südsudan – besonders um Frauen und Kinder unter fünf Jahren. Zurzeit sorgen wir für die Versorgung mit WASH (Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene) und Gesundheitsdienstleistungen im Bundesstaat Obernil (Bezirke Melut und Manyo), während unsere Emergency Response Teams schnelle lebensrettende Hilfe in Krisenzeiten in den zehn Bundesstaaten des Südsudans leisten.

Diese Pressemitteilung wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.






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