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		<title>Medair</title>
		<link>http://www.medair.org/</link>
		<description>Latest News from Medair. Emergency Relief and Rehabilitation</description>
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			<title>Medair</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 08 Feb 2012 08:20:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Rundgang durch das Lager Mina</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/a_walk_through_mina_camp-3/</link>
			<description>Medair-Mitarbeiterin Stella Chetham berichtet aus einem Lager, in dem fast 10 000 südsudanesische Rückkehrer gestrandet sind und darauf warten, endlich in ihre Heimat zurückkehren zu können, die sie vor 20 Jahren verlassen haben.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Vor ein paar Monaten war es noch ein Sumpfgebiet</b>. Nun leben hier 9500 Menschen, die an den sumpfigen Flussufern des Nils kampieren und zum Warten verdammt sind. Sie gehören zu den Hunderttausenden Südsudanesen, die voller Hoffnung auf Frieden in ihr Heimatland zurückkehren, nachdem sie mehr als 20 Jahre in den Nordstaaten gelebt haben. <br /><br />Die Hoffnung hat die Menschen in die Randbezirke der Stadt Renk im äussersten Norden des Südsudan gebracht. Aber hier wird ihnen wie schon vielen anderen Rückkehrern vor ihnen schnell klar, dass sie in ein Land zurückkommen, das von jahrzehntelangen Konflikten und extremer Unterentwicklung gezeichnet ist. <br /><br />Im Lager Mina müssen viele Rückkehrer erst einmal ausharren und warten, bis sich für sie eine Möglichkeit ergibt, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Die unbefestigten Strassen südlich von Renk sind verschlammt und machen eine Weiterreise unmöglich. Die Menschen warten nun auf Schiffe, die sie mit ihren Habseligkeiten den Nil hinunterbringen sollen, aber aufgrund des Treibstoffmangels legen nur wenige Boote im Hafen an. <br /><br /><b>Verzweifelte Familien haben in den Sümpfen von Mina provisorische Unterkünfte errichtet</b>: improvisierte undichte Zelte aus einfachen Stöcken und Plastikplanen und allem Brauchbaren, das die Menschen finden. Im ganzen Lager sieht man Möbel, die zu grossen Stapeln aufgetürmt wurden und an die besseren Lebensumstände im Norden erinnern.<br /><br />„Als ich im Norden lebte, habe ich mir immer vorgestellt, dass der Süden floriert und viele neue Häuser gebaut werden, aber das ist nicht so“, sagt Teresa Riak Moyik aus dem nahegelegenen Camp Abayok. „Im Norden hatten wir unsere eigenen Häuser. Es ging uns gut. Aber wir werden auch hier etwas aufbauen. Nun, da wir in unsere Heimat zurückgekehrt sind, sehen wir, dass die Umstände schlecht sind, aber wir können nicht mehr zurück.“<br /><br /><b>Der siebenfache Vater James Opal Aquig verliess sein südsudanesisches Heimatdorf Kaka 1987 und lebte seitdem in Khartoum</b>. „Ich wollte an meinen Geburtsort zurückkehren und möchte dort von der Landwirtschaft oder vom Fischen leben“, erklärt James. <br /><br />Seine Familie und er brachten all ihre Habseligkeiten zu einem Fussballplatz in Khartoum. Dort wurden sie von Bussen abgeholt und ins Lager Mina gebracht. „Die Reise war schlimm. Ich war krank“, berichtet James. „Wir waren eineinhalb Tage unterwegs, und der Bus war sehr voll. Seit drei Monaten sind wir nun hier. Das ist zu lang. Wir warten auf ein Boot.“ <br /><br />„Wenn wir sicher in Kaka ankommen, möchte ich dort ein Haus bauen, und dann werde ich zu Gott beten, dass es mir und meinen Kindern in Zukunft besser geht. Ich wurde in Kaka geboren. Ich möchte wieder dort leben und zusehen, wie der Ort wächst, mit grossen Häusern, Wasser für alle und einem besseren Leben.“ <br /><br />Als James mir von seinen Hoffnungen berichtet, bleibe ich mit gemischten Gefühlen zurück. Medair war in Kaka im Einsatz, und daher weiss ich, dass es sich um eine sehr unterentwickelte Region handelt, aus der wir sogar noch vor Kurzem unser Team aufgrund von gewaltsamen Konflikten evakuieren mussten. Aber ich habe auch Hoffnung, da Medair gerade die Klinik dort wieder aufgebaut, das Klinikpersonal geschult und das Wassersystem saniert hat. Wenn sie also endlich ihr Ziel erreichen, werden James und seine Familie von der Arbeit von Medair profitieren können. <br /><br /><b>Leben in Mina<br />Im Lager gibt es viele Pfützen und Tümpel voller Moskitos</b>. Das ist gleichbedeutend mit Malaria, einer der tödlichsten Krankheiten im Südsudan, insbesondere für junge Menschen, die der Krankheit zuvor noch nicht ausgesetzt waren. <br /><br />Im Zentrum des Lagers markiert eine rot-weisse Flagge das Klinikzelt von Medair. Es ist der einzige Ort, an dem die Lagerbewohner kostenlose medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können. Die meisten Patienten werden gegen Malaria behandelt. Mit etwa 200 Patienten pro Tag stösst die Klinik jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen. <br /><br />Das Klinikpersonal sitzt den ganzen Tag an den Behandlungsstationen und empfängt die zahlreichen Patienten, die in die Sprechstunde kommen, auf Krankheiten getestet werden oder Medikamente erhalten. Ein Mädchen weint leise und erklärt mir, dass sie Malaria habe. Ein kleiner Junge erbricht seine Medizin auf den Klinikboden. Ein Klinikmitarbeiter kommt, um sauber zu machen, während ein anderer sich geduldig um den Jungen kümmert. An der Medikamentenausgabe erklärt eine Krankenschwester einer Patientin, wann sie ihre Tabletten einnehmen muss.<br /><br />Das Ganze findet bei unsäglicher Hitze, auf engstem Raum und in lautem Stimmengewirr statt. Manchmal kann ich kurz innehalten und stelle fest, dass ich hier wirklich Beeindruckendes miterlebe. <br /><br />Im Lager Abayok versammeln sich die Menschen um eine der vier von Medair eingerichteten Wasserentnahmestellen, um Wasser zu holen. Die Verlängerung der Rohre des städtischen Wassersystems bilden den einzigen Zugang zu sauberem Wasser für Tausende Lagerbewohner.<br /><b><br />Wenn ich abends sehe, wie die Medair-Mitarbeiter nach jedem langen Arbeitstag zur Basis zurückkehren und ich ihre vielen Geschichten über die Ereignisse des Tages höre, bin ich stolz, dass wir mit Überzeugung sagen können, dass die Mitarbeiter von Medair mehr als ihr Bestes geben</b>.<br /><br />Die Menschen im Lager Mina sind erschöpft, verwirrt, hungrig und frustriert. Sie errichten Unterkünfte und versuchen, so gut wie möglich zu überleben. Die körperliche Ermüdung und die Verzweiflung der Menschen ist greifbar. Das Schlimmste neben dem physischen Leid ist die Ungewissheit, wann sie endlich diesen Ort verlassen können. <br /><br />Aber auch mit den wenigen Mitteln, die hier zur Verfügung stehen, kommen die Menschen irgendwie zurecht, und das Lager Mina ist so fast zu einer kleinen Stadt geworden, in der manche Bewohner sogar schon kleine Geschäfte führen. Während in einer Ecke eine mit einem Generator betriebene Musikanlage dröhnt, kommen wir an kleinen Verkaufsständen, Teehäusern und sogar einer Handyladestelle vorbei. Etwas weiter liegen auf ein paar Matten frisch gefangene Fische, die bereits von einigen Fliegen umkreist werden. <br /><br />Wir müssen durch knöcheltiefes Wasser waten, um einen anderen Bereich des Lagers zu erreichen. Lachende Kinder, die mit einem Metallreifen spielen, rennen an uns vorbei. Das Leben geht weiter, sogar in diesem Sumpfgebiet, das sich nur widerwillig immer mehr zu einer Stadt entwickelt.<br />________________________________________________________________________________<br /><b><br /></b><b>Im Lager Mina gewährte mein Dolmetscher Zakaria John Zaza mir einen tieferen Einblick in die komplexe Gefühlswelt der vielen gestrandeten Rückkehrer</b>. Ich fühlte die Kraft seiner positiven und optimistischen Stimmung, und das, obwohl er über die Jahre so viel Leid erfahren musste. <br /><br /><b>Diese ganz persönliche Geschichte ist wirklich faszinierend. <link nc/de/infochanel/news/detail/article/zakarias_story-3/>Lesen Sie sie hier in seinen eigenen Worten...</link></b><br />________________________________________________________________________________<br /><br /><br /><link 1570>Hier finden Sie eine Fotogalerie</link>, die das Leben im Lager Mina in anschaulichen Bildern zeigt.<br /><br /><i>Die Nothilfeteams von Medair versorgen 20&nbsp;000 Menschen in den Lagern Mina und Abayok mit Wasser, Latrinen und Hygieneschulungen. Zudem bietet Medair auch im Lager Mina und in der Stadt Renk kostenlose medizinische Versorgung an und verteilt wichtige Hilfsgüter wie Decken, Moskitonetze und Plastikplanen an Menschen ohne Unterkunft.<br /><br />Dieser Web-Beitrag wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den hierin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.<br /></i>]]></content:encoded>
			<category>Südsudan</category>
			<category>Feature News</category>
			<category>RSSFeed</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 08:20:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wiederaufbau nach der Überschwemmung</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/recovering_from_the_flood-3/</link>
			<description>2011 kündigte der erfahrene Bauingenieur Sieger Burger seine Stelle bei einer der grössten Baufirmen der Niederlande, um zusammen mit dem Medair-Team in den entlegensten Gemeinden Afghanistans zu arbeiten.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>Sieger übernahm bald die Leitung eines äusserst erfolgreichen Überschwemmungshilfsprojekts in der Provinz Bamyan, mit dem Tausenden Bedürftigen geholfen werden konnte. <br /></i><br /><b>Erzählen Sie etwas über Ihre Arbeit mit den von den Überschwemmungen betroffenen Gemeinden in der Provinz Bamyan.</b><br />2010 zerstörten grosse Überschwemmungen die Ernte und trugen viel Ackerland fort, was die Landschaft radikal veränderte. Mit dem Verlust ihres Landes und ihrer Ernte verloren viele Menschen auch die Hoffnung. <br /><br /><b>Was sind die grössten Probleme der Menschen dort? </b><br />Da in Afghanistan seit 30 Jahren Krieg herrscht, ging das Wissen, mit dem die Menschen in der Vergangenheit ihr Land pflegten und Umweltschutz betrieben, bei der heutigen Generation verloren. Die Menschen kümmerten sich verständlicherweise eher darum, wie sie den nächsten Tag überlebten, als um ihre langfristige Zukunftsplanung. Aus diesem Grund wurden viele Flächen überweidet. Die meisten Bäume und das meiste Gras sind heute verschwunden, und die Menschen müssen nun mit den Folgen dieser falschen Bodenbewirtschaftung fertig werden.<br /><b><br />Medair hat mehr als 6000 Menschen die Möglichkeit gegeben, für ihre Arbeit bei der Wiederherstellung des Ackerlands Geld zu erhalten. Warum war bezahlte Arbeit so wichtig für diese Gemeinden?</b><br />Die Menschen brauchten das Geld, um den Ernteausfall zu kompensieren. Hätten wir ihnen einfach nur Nahrungsmittel gegeben, hätten wir ihnen damit alle Entscheidungsmöglichkeiten genommen und gleichzeitig ein Problem für die lokalen Händler geschaffen, die ihre Nahrungsmittel verkaufen wollen. Mit dem Geld konnten die Menschen selbst entscheiden, was sie dafür kaufen wollten. Meistens kauften sie Nahrungsmittel oder Brennstoff für ihre Feuer oder zahlten Schulden zurück. <br /><b><br /></b><b>Erzählen Sie etwas über die Katastrophenschutzkonzepte, die Sie in diesen Gemeinden umgesetzt haben.</b><br />Es ist sehr wichtig, dass die Menschen vor Ort sich mit Katastrophenschutzkonzepten auskennen. Ich erkläre ihnen, warum Sturzfluten entstehen und was sie tun können, um die Auswirkungen solcher Überschwemmungen zu minimieren. Oft kann ich ihnen ganz einfache Lösungen anbieten. Wir geben ihnen Werkzeuge und zeigen ihnen, welche Arbeiten sie selbst durchführen können. So können sie sich selbst helfen und müssen nicht darauf warten, dass eine NGO kommt und ihnen hilft. Genau dafür stehen die Werte Hoffnung und Menschenwürde von Medair. <br /><br />Die Schulung im Bereich Katastrophenschutz bedeutet eine völlig neue Denkweise für die Menschen. Ich bringe ihnen bei, was sie weit flussaufwärts oben in den Bergen tun können, wo niemand lebt. Sie verstehen nicht gleich, wie wichtig das ist, da diese Stellen weit von ihren Häusern und Dörfern entfernt liegen. In der Vergangenheit hatten sie versucht, ihr Land und ihre Häuser durch den Bau von Schutzvorrichtungen weiter flussabwärts zu schützen, aber sobald das Wasser ihre Häuser erreichte, war seine Kraft so gross, dass die Schutzvorrichtungen nichts mehr nützten. Die Fluten rissen einfach alles mit. <br /><br />Um die Wucht der Wassermassen zu verringern, muss man an ihrem Ursprungsort ansetzen. Die Menschen in der Region haben dieses Wissen nicht oder zumindest nicht mehr. Daher sind diese Schulungen so wichtig. Wir erklären ihnen die Theorie und helfen ihnen dann, diese in der Praxis umzusetzen. Sobald die Menschen den Nutzen verstehen, sind sie auch motiviert, die Dinge anzupacken. <br /><br />Bei einer unserer Schulungen erklärte ein 80-jähriger Mann einer Gruppe von Teilnehmern: „Das, was hier unterrichtet wird, haben wir schon vor 40 Jahren gemacht, bevor der Krieg anfing. Hört gut zu, denn sie bringen uns genau die richtigen Dinge bei.“<br /><b><br /></b><b>Sie waren vor allem vom Dorf Kadalac begeistert. Was hat Sie dort so beeindruckt?</b><br />Kadalac wurde von den Überschwemmungen schwer getroffen. Die Wassermassen führten Steine und Sand mit sich, was dann auf den Äckern liegen blieb. Sie hatten grosses Glück, dass niemand ums Leben kam. Die Menschen waren wirklich mitgenommen und beschlossen, dass sie so etwas nie wieder erleben wollten. <br /><br />Als wir Kadalac zum ersten Mal besuchten, war bereits klar, dass die Einwohner ihr Dorf unbedingt schützen wollten. Ich half ihnen, diese Willenskraft mit speziellen Massnahmen umzusetzen, die sie selbst zum Schutz des Dorfes durchführen konnten. Daraufhin arbeiteten sie mit hohem Einsatz und viel Energie am Bau der nötigen Schutzvorrichtungen. Und tatsächlich haben sie die Ziele dieses Projekts weit übertroffen und noch mehr für den Schutz ihres Dorfes getan. <br /><br />Mit nur 17 Männern bauten sie in über 50 Tagen mehr als 25 grosse Gabionen (Schutzwände), die etwa zwei Meter breit, vier Meter hoch und einen Meter dick sind. Diese Bauwerke werden die Geschwindigkeit des Wassers verringern und die Entstehung von Sturzfluten verhindern. <br /><br />Einer der Hilfeempfänger erklärte mir: „Da wir jetzt diese Schutzvorrichtungen haben, werde ich beginnen, mein Land wieder urbar zu machen, weil ich jetzt die Hoffnung habe, dass es nicht wieder mit Schlamm und Sand überschwemmt wird.“<br /><br />Während eines Rundgangs durch das Dorf Kadalac mit Bewohnern der umliegenden Gemeinden war einer der auswärtigen Dorfvorsteher vom Einsatz und dem Ergebnis in Kadalac so beeindruckt, dass er es „eine übermenschliche Leistung“ nannte. <br /><br />Seitdem habe ich das gute Beispiel von Kadalac dazu genutzt, andere Gemeinden zu animieren, diesem Vorbild zu folgen. Die Menschen in Kadalac konnten ihre Situation mit den von ihnen errichteten Schutzbauwerken extrem verbessern und verfügen nun über Wissen, das sie vorher nicht hatten. Wir haben das Risiko zukünftiger Überschwemmungen in diesem Dorf bedeutend verringert und den Menschen neue Hoffnung gegeben.<br />_____________________________________________________________________________________<br /><br /><br /><i>Lesen Sie die ganze Geschichte zum <link nc/de/infochanel/news/detail/article/hilfe_fuer_ueberschwemmungsgeplagte_afghanische_gemeinden_durch_innovatives_projekt/>innovativen Nahrungsmittelhilfe- und Katastrophenschutzprojekt</link> von Medair in Afghanistan.<br /><br />Lesen Sie mehr über <link 383>die Arbeit von Medair in Afghanistan</link>.<br /><br />Dieser Web-Beitrag wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben keinesfalls den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.</i><br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Afghanistan</category>
			<category>Feature News</category>
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			<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 09:41:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Verbesserung der Gesundheit afghanischer Frauen und Kinder durch Ausweitung des Medair-Ernährungsprogramms</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/afghanistan_expanded_nutrition_programme_improves_health_of_afghan_women_and_children-3/</link>
			<description>Medair behandelte 2011 knapp 5000 unterernährte Kinder sowie schwangere und stillende Frauen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>2010 starben 191&nbsp;000 afghanische Kinder unter fünf Jahren</b> <i>(1)</i>. Die Zahl ist erschreckend: Sie bedeutet, dass jeden Tag über 500 Kinder starben. Eine der Hauptursachen war die akute Unterernährung.<br /><br />Unterernährung ist ein besonders weit verbreitetes Phänomen bei Kindern in den abgelegenen Bergdörfern der Provinz Badakhshan, wo die Anbausaison kurz ist, die Winter lang sind und die Ernteerträge stark schwanken. Während der Wintermonate sind viele kleine Dörfer der dünn besiedelten Bezirke Yawan, Raghistan und Kohistan wegen der starken Schneefälle vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten.<br /><br />2010 startete Medair im entlegenen und verarmten Bezirk Raghistan ein Ernährungsprojekt, durch das über 2000 unterernährte Kinder und Schwangere behandelt und somit viele Leben gerettet wurden.<br /><br />2011 weitete Medair das Ernährungsprojekt auf die Bezirke Yawan und Kohistan aus. Unsere Mobilisierungsspezialisten besuchten die Dörfer in den drei Bezirken und baten die Familien eindringlich, ihre unterernährten Kinder sowie schwangeren und stillenden Frauen in eine der vier von Medair unterstützten Kliniken zu bringen. Dort erhielten sie nährstoffreiche Spezialnahrung, und die Besserung ihres Gesundheitszustands wurde bei Nachsorgeterminen genauestens überwacht.<br /><br /><b>Innerhalb der ersten zwei Wochen nach Eröffnung der von Medair unterstützten Klinik</b> im Dorf Yawan in diesem Frühjahr wurden bereits mehr als 400 Patienten untersucht und mehr als 200 unterernährte Kinder und Frauen ins Ernährungsprogramm aufgenommen.<br /><br /><b>Fardins Genesung</b><br /><b>Eines dieser Kinder war Danials Sohn Fardin</b>. Wie viele Familien in der entlegenen Provinz Badakhshan hatten auch Danial und seine Familie einen schweren Winter erlebt. Während der langen, kalten Monate zu Jahresbeginn hatten sie sich von einer äussert mageren Kost ernährt, die kaum zum Überleben ausreichte. „Wir hatten nur ein wenig Weizen”, erklärt Danial. “Ausser Brot gab es gar nichts.”<br /><br />Besonders hart war der Winter für den kleinen Fardin, Danials jüngsten Sohn. „Er wurde ein halbes Jahr lang gestillt”, sagt Danial. „Dann gaben wir ihm Brot und Ziegenmilch, aber das verweigerte er. So wurde er unterernährt, bekam hohes Fieber und seine Füsse wurden fingerdünn. Er war nur noch Haut und Knochen.”<br /><br />Da Danial vom Erfolg des Medair-Ernährungsprogramms im Nachbarbezirk Raghistan gehört hatte, brachte er Fardin bereitwillig zur Begutachtung durch das Medair-Team und meldete ihn für das Programm an. „Wir haben grosses Vertrauen in Medair, weil wir vergangenes Jahr von der Arbeit der Organisation in anderen Bezirken gehört haben”, so Danial. „Wir wissen, dass Medair der Bevölkerung eine gute Gesundheitsversorgung bietet.”<br /><br />Knapp einen Monat nach seiner Aufnahme ins Ernährungsprogramm hatte sich Fardins Gesundheitszustand massiv gebessert. Der mittlerweile gesunde und propere Junge nuckelte glücklich an einer Packung therapeutischer Nahrung, während sein Vater ihn stolz in den Armen hielt.<br /><br />„Unglaublich! Er hat grosse Fortschritte gemacht”, sagt Danial dankbar lächelnd. „Anfangs war er völlig teilnahmslos. Doch jetzt ist er wieder neugierig und schaut umher. Unsere Hochachtung für Medair. Mein Kind wäre fast gestorben, aber dann hat uns Medair geholfen. Wir sind sehr dankbar, dass Medair hier ist.”<br /><br />Zwischen April und Oktober 2011 behandelte Medair 576 schwer unterernährte Kinder unter fünf Jahren und versorgte 1432 an moderater Unterernährung leidende Kinder sowie 2886 schwangere und stillende Frauen mit nährstoffreichen Essensrationen.<br /><br />Allerdings benötigt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in dieser entlegenen Bergregion länger als einen ganzen Tag, um zu einer Gesundheitseinrichtung und wieder zurück zu gelangen, was regelmässige Besuche zu einer ziemlichen Herausforderung macht.<br /><br /><b>In Anbetracht der Tatsache, dass die Unterernährung ein schwerwiegendes Problem bleiben wird, wenn die Gemeinden nicht die Verantwortung für die Verbesserung ihres eigenen Wohls übernehmen</b>, engagierte und schulte Medair 545 freiwillige Helfer, um Familien und Dörfer über eine bessere Ernährung aufzuklären. Sie sollten 5133 Haushalte, d. h. 35&nbsp;930 Menschen, darüber informieren, wie wichtig der Verzehr von Obst und Gemüse, die Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit, gute Hygienepraktiken und die richtige Pflege kranker Kinder sind.<br /><br />„Man muss sich nur das Gesicht der Menschen hier ansehen, um zu erkennen, dass die Unterernährung ein grosses Problem ist”, erklärt Gharib Nawaz, der Gouverneur von Kohistan, bei der Eröffnung der Klinik in Paspul im vergangenen Juni. “Ich stehe der Eröffnung dieser Ernährungsklinik absolut positiv gegenüber. Die ausländischen Hilfsorganisationen sind an einem Einsatz in diesen Gebieten nicht interessiert. Wir sind sehr dankbar dafür, dass Medair trotz der Schwierigkeiten, die die Arbeit in dieser Region mit sich bringt, hierher kommt und uns hilft.”<br /><br /><i>(1) Levels and Trends in Child Mortality, Report 2011. U.N. Inter-agency Group for Child Mortality Estimation: www.unicef.org/media/files/Child_Mortality_Report_2011_Final.pdf</i><br />___________________________________________________________________________________<br /><br /><br /><i>Das Ernährungsprojekt von Medair in Afghanistan wird durch die Schweizer Glückskette, das Mennonitische Zentralkomitee (MCC) zusammen mit der Canadian Food Grain Bank, das Welternährungsprogramm, UNICEF und private Spenden unterstützt.<br /><br />Mehr zur <link 383>Arbeit von Medair in Afghanistan</link><br /><br />Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.</i>]]></content:encoded>
			<category>Afghanistan</category>
			<category>Short News</category>
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			<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:38:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Überfälle auf Dörfer im Bundesstaat Jonglei – Medair reagiert</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/ueberfaelle_auf_doerfer_im_bundesstaat_jonglei_medair_reagiert/</link>
			<description>Am 7. Januar flog das Emergency Response Team von Medair mit dem Hubschrauber in die Stadt Pibor, um die Schäden zu begutachten und die bestmögliche Unterstützung zu planen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Ende Dezember und Anfang Januar überfiel eine bewaffnete Gruppe zahlreiche Dörfer im Bundesstaat Jonglei und hinterliess dabei eine Spur der Verwüstung. Die Miliz legte Häuser in Schutt und Asche, zerstörte die Wasserversorgung, plünderte und zündete Einrichtungen und Kliniken von Hilfsorganisationen an und raubte grosse Viehherden. Zehntausende Menschen flohen vor der Gewalt in die umliegenden Dörfer und Gebiete.<br />&nbsp;<br />Aus der Stadt Pibor berichtet unser Team nun, dass viele Bewohner nach den Übergriffen zurückkehren, die dort am 31. Dezember begannen. Bis zu 1000 Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, haben sich in der momentan als Transitstelle genutzten Primarschule versammelt. Nach Schätzungen der Hilfsorganisationen muss Pibor mit bis zu 16&nbsp;000 Flüchtlingen aufgrund der Gewalt rechnen.<br /><br />Die sanitären Einrichtungen in der als Notunterkunft dienenden Schule sind äusserst dürftig. Die Grubenabdeckungen der Schullatrinen sind eingebrochen, sodass die Menschen nun gezwungen sind, ihre Notdurft in der freien Natur zu verrichten. Dadurch kann es zur Ausbreitung tödlicher Krankheiten kommen. Folglich werden dringend Notfalllatrinen benötigt.<br /><br />Auch die Wasserversorgung in der Schule hat aufgrund der derzeitigen Überlastung ihre Kapazitätsgrenzen längst überschritten. Zudem sind mindestens vier der Brunnen in der Stadt beschädigt und müssen unverzüglich repariert werden, um den Wasserbedarf der drastisch zunehmenden Bevölkerung decken zu können.<br /><br />Für diesen unerwarteten Einsatz wird Ihre <link 5>Spende dringend benötigt</link>.<br /><br />Wir werden Sie mit weiteren Informationen über die sich ständig ändernde Lage im Bundesstaat Jonglei auf dem Laufenden halten, sobald wir Neues erfahren.<br />___________________________________________________________________________________<br /><br /><br /><b>Das Emergency Response Team (ERT) von Medair im Südsudan wird durch die <link 839>GD Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz</link>, den Common Humanitarian Fund für den Sudan, die <link 843>Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit,</link> das &quot;Big Give&quot; sowie private Spender unterstützt. Unsere ERTs reagieren auf Notsituationen in allen zehn südsudanesischen Bundesstaaten.</b><br /><br />Mehr zur Arbeit von <link 338>Medair im Südsudan<br /></link><br /><i>Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.<br /></i>]]></content:encoded>
			<category>Südsudan</category>
			<category>Short News</category>
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			<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 10:36:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zwei Jahre danach</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/haiti_two_years_later-3/</link>
			<description>Durch das Unterkunftsprogramm von Medair erhielten knapp 20 000 Menschen ein neues und sicheres Zuhause, und im gesamten Department Sud-Est konnten Familien neue Hoffnung schöpfen. 

</description>
			<content:encoded><![CDATA[Am 12. Januar 2010 erlebte Haiti eine der schlimmsten Naturkatastrophen aller Zeiten. Das Erdbeben verwüstete das ganze Land: Städte versanken im Schutt, mehr als 200&nbsp;000 Menschen starben, und 1,5 Millionen wurden obdachlos. <br />&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br />Nach wenigen Tagen war ein Medair-Team in Haiti im Einsatz, um zu ermitteln, wie und wo am besten Nothilfe geleistet werden konnte. Innerhalb weniger Monate stellten wir ein umfassendes Unterkunftsprogramm in der viertgrössten haitianischen Stadt Jacmel auf, wo Tausende in überfüllten Camps oder in den Ruinen ihrer alten Häuser lebten. <br /><br />„Medair war die erste internationale Hilfsorganisation, die sich mit betroffenen Gemeindemitgliedern in den spontan entstandenen Camps in Verbindung setzte“, berichtet Jean-Bosco Mofiling, Beauftragter für humanitäre Hilfe des Amtes der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN-OCHA). <br /><br />In den letzten zwei Jahren hat Medair mit den Einwohnern der Stadt Jacmel, der umliegenden ländlichen Gemeinden und der Bergregion Côtes-de-Fer zusammengearbeitet, um den bedürftigen Familien dort mehr als 3200 sicherere Unterkünfte bereitzustellen. „Somit haben seit dem Erdbeben pro Tag durchschnittlich mehr als vier Familien eine sichere Unterkunft erhalten“, erklärt Vanessa Nicholson, Medair-Kommunikationsbeauftragte in Haiti. <br /><br />Das Projekt in Jacmel wird durch die grosszügige Unterstützung der Entwicklungshilfeorganisation der Vereinigten Staaten (USAID) und privater Spender ermöglicht. Das Programm in Côtes-de-Fer wird durch die Schweizer Glückskette, EO-Metterdaad und private Spender unterstützt. <br /><br /><b>Unser Team musste sich in den vergangenen zwei Jahren vielen Herausforderungen stellen</b>, u.a. Hurrikans und tropischen Stürmen, einem Cholera-Ausbruch, Schwierigkeiten bei der Besorgung von Baumaterialien sowie Logistikproblemen im Zusammenhang mit der Arbeit in entlegenen Gebieten. „Jeder, der schon einmal ein Haus gebaut hat, weiss, dass dies eine Herzensangelegenheit ist“, sagt Vanessa. „Für den Bau von mehr als 3000 Häusern in Haiti waren die Entschlossenheit, die Zusammenarbeit und die volle Unterstützung der Gemeinden vor Ort erforderlich.“ <br /><br />Diese Unterkünfte retten Leben und verbessern die Lebensqualität der bedürftigen Familien Haitis. Viele sagen uns, dass der Wiederaufbau ihrer Häuser ohne Hilfe praktisch unmöglich gewesen wäre. <br /><br />„Wenn die Familien erst einmal eine sichere Unterkunft haben, können sie ihr Geld für Essen, Bildung, Investitionen in kleine Unternehmen oder die Landwirtschaft ausgeben und müssen damit nicht ihre Häuser reparieren“, sagt Medair-Landesdirektorin Alycke Slomp. „Die Familien können in einem geräumigeren Haus zusammenleben, in dem sie sich bei jeder Wetterlage und auch im Falle eines Erdbebens sicher und gut geschützt fühlen.“ <br /><br />„Das Gebiet sieht ganz anders aus als kurz nach dem Erdbeben“, berichtet Florance Paul, Kommunikationsbeauftragte bei Medair. „Fast 20&nbsp;000 Menschen leben nun in sicheren Häusern. Überall sieht man die Medair-Häuser!“<br /><br /><b>Während Medair im Department Sud-Est grosse Fortschritte gemacht hat</b>, verlief der Wiederaufbau in einigen anderen Regionen nur schleppend, und eine halbe Million Menschen hat noch immer keine sicheren Unterkünfte. <br /><br />„Medair konnte glücklicherweise in einem Gebiet tätig werden, in dem ein erfolgreiches Arbeiten möglich war“, erklärt Medair-Landesprogrammleiter Manuel Jagourd. „Die Sicherheitsprobleme waren gering, die logistischen Probleme beim Wiederaufbau in den Bergregionen konnten gelöst werden, und die Gemeinden leisteten tolle Unterstützung und nahmen mit grossem Interesse an den Projekten teil. Langsam aber sicher konnten wir sehen, wie sich die Region veränderte.“ <br /><br /><b>Medair hatte beschlossen, sich vor allem um bestehende Gemeinden zu kümmern, statt einfach nur Camps zu errichten.</b> „Wir wollten die Menschen wieder auf ihren alten Grundstücken ansiedeln“, erklärt Manuel. „Die Sicherheit und das Cholera-Risiko in den Lagern sind nur schwer in den Griff zu bekommen.“ <br /><br /><b>Medair half in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen beim Aufbau des Camps Mayard</b>. Dort leben Menschen, die vor dem Erdbeben zur Miete gewohnt hatten. Nun haben sie ihre eigenen Häuser und Gärten im Lager. Es gibt einen Fussballplatz und erste kleine Geschäfte. <br /><br />„Ich sah das Camp in Mayard zum ersten Mal vor einem Jahr, als es einfach nur aus Zeltreihen bestand“, berichtet Mark Wooding, Architekt und Wiederaufbauberater von Medair. „Inzwischen hat sich die Fläche des Camps mehr als verdoppelt, und am spannendsten ist, dass auch die Natur zurückgekehrt ist: Man sieht viele terracottafarbene Häuser zwischen den grünen Bäumen, inmitten der Häuser findet ein Fussballspiel statt, und im Schatten stehen Menschen in kleinen Gruppen zusammen. Sie leben hier ihr ganz normales, alltägliches Leben.“ <br /><br /><b>Bei der gesamten Arbeit in Haiti bezog Medair die Gemeinden vor Ort mit ein</b>. Die Projekte beinhalteten eine umfassende Schulung im Bereich sicherer Bautechniken und boten Hunderten Einheimischen eine Arbeitsmöglichkeit.<br />&nbsp;<br />„Wir wollten und brauchten die Mithilfe der Gemeinden, um dieses gross angelegte Bauprojekt durchführen zu können“, erklärt Vanessa. „Die Menschen wollten teilnehmen – um etwas zu lernen, am Wiederaufbau ihrer Gemeinden mitzuwirken oder etwas Geld für ihre Familien zu verdienen. Alle Häuser wurden im Rahmen einer Partnerschaft gebaut, wofür wir sehr dankbar sind.“<br /><br />In Haiti gelten die für den Wiederaufbau des Landes wichtigen Arbeiten von Zimmerleuten, Maurern und Dachdeckern traditionell als Männersache. Dadurch sind Frauen bei den Möglichkeiten einer Erwerbsarbeit im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau benachteiligt, obwohl sie über 40% der Haushalte führen.<br /><br />„Frauen verwenden ihr Einkommen eher für Lebensmittel, medizinische Versorgung, Ausbesserungen am Haus oder die Ausbildung der Kinder“, erklärt Miriam Lopez, Medair-Projektleiterin für Unterkünfte. <br /><br />Medair legt grossen Wert auf den Einsatz von Frauen in den Wiederaufbauteams. In den letzten zwei Jahren konnten wir den Frauenanteil an unseren Geld-für-Arbeit-Projekten um etwa 20% erhöhen, wobei fast alle Frauen als Zimmerleute und Bauarbeiter tätig sind. <br /><br />„Die Männer respektieren mich“, erzählt die 27-jährige Marise Météllus, die an einem Geld-für-Arbeit-Projekt mitwirkt. „Nach meinem ersten Arbeitstag war ich sehr müde. Mittlerweile kann ich aber genauso hart arbeiten wie die Männer. Ich kann alles, was die Männer auch können.“<br /><br /><b>Anfang 2011 begann Medair mit der Arbeit in der entlegenen Bergregion Côtes-de-Fer, die man nur nach einer mehrstündigen Reise mit dem Auto und zu Fuss erreichen kann</b>. Als wir das erste Mal in dieses Gebiet kamen, lebten die Menschen noch in Hühnerställen, wackeligen Hütten und Zelten. Wir stellten fest, dass es kaum Zugang zu sauberem Wasser gab und offene Defäkation noch weit verbreitet war, wodurch auch das Risiko von Cholera-Ausbrüchen hoch war. „Die Menschen dort waren extrem bedürftig“, berichtet Vanessa. <br /><br />Medair kümmerte sich deshalb um permanente Unterkünfte mit Regenwassersammelanlagen und Latrinen für die bedürftigsten Familien. 2011 errichteten wir 100 Unterkünfte in Côtes-de-Fer. „2012 planen wir den Bau bzw. die Sanierung von weiteren 900 Häusern. Wir wollen zudem etwas für die Wasserversorgung tun, diesen Menschen Latrinen zur Verfügung stellen und Hygieneschulungen abhalten, um die Bedrohung durch Cholera und andere Wasserkrankheiten zu minimieren“, sagt Manuel.<br /><br /><b>„Wenn wir an die vergangenen zwei Jahre in Haiti zurückdenken“, sagt Alycke, „dann haben sich die Menschen am häufigsten für ein neues, sicheres Dach über dem Kopf bedankt sowie dafür, dass Medair ihnen und ihren Familien wieder Hoffnung gegeben und einen Neuanfang ermöglicht hat.“ </b><br />_____________________________________________________________________________<br /><br />In den letzten zwei Jahren wurde das Medair-Programm in Haiti durch die <link 849>Entwicklungshilfeorganisation der Vereinigten Staaten (USAID)</link>, die Schweizer Glückskette, EO-Metterdaad, Läkarmissionen, <link 833>ICAP Charity Day</link> und private Spender unterstützt. <br /><br />Lesen Sie mehr über <link 1065>die Arbeit von Medair in Haiti</link>.<br /><br /><i>Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den hierin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.</i>]]></content:encoded>
			<category>Haiti</category>
			<category>Short News</category>
			<category>RSSFeed</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 12:12:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Investition in die Frauen Haitis</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/investing_in_haitis_women-3/</link>
			<description>Im Rahmen der Geld-für-Arbeit-Projekte von Medair wirken Frauen am Bau von Unterkünften mit, wovon haitianische Gemeinden immens profitieren. 
 
</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Schon vor dem Erdbeben hatten die meisten Haitianer nicht viel zum Leben. </b>Jedoch besassen die meisten wenigstens ein eigenes Haus. Nach dem Erdbeben am 12. Januar 2010 waren viele dieser Häuser allerdings nur noch Schutthaufen. <br />Sofort begaben sich humanitäre Organisationen vor Ort und begannen, Haitianer für die umfangreichen Wiederaufbauarbeiten zu beschäftigen. <br /><br />In Haiti betrachtet man die Arbeiten zum Wiederaufbau des Landes, wie etwa Zimmermanns-, Maurer- und Dachdeckerarbeiten, traditionell als Männerarbeit. Obwohl mehr als 40% der Familienhaushalte in Haiti von Frauen geführt werden, sind sie bei der Erwerbsarbeit im Rahmen des Wiederaufbaus klar benachteiligt. <br /><br /><b>„Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein Thema, um das wir uns jetzt dringend kümmern müssen“</b>, sagt Sheelagh Kathy Mangones, Landesprogrammkoordinatorin von UN Women in Haiti. „Frauen stehen bei humanitären Krisen an vorderster Front. Sie spielen für das Überleben ihrer Familien eine wichtige Rolle, bauen Gemeinden wieder auf und kümmern sich um Lebensmittel und Gesundheitsversorgung. Frauen mehr Macht zu geben und Möglichkeiten zu eröffnen ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.“<br /><br />„Frauen sind das Rückgrat der haitianischen Gesellschaft“, sagt Florance Paul, haitianische Kommunikationsbeauftragte bei Medair. „Viele haitianische Familien haben ein weibliches Oberhaupt. In den Wiederaufbau des Landes wurde viel investiert, aber die Frauen konnten während der Nothilfephase, in der ein zusätzliches Einkommen wichtig gewesen wäre, nicht immer davon profitieren.“ <br /><br /><b>Medair legt grossen Wert auf den Einsatz von Frauen in den Wiederaufbauteams.</b> „Studien belegen, dass von Frauen generiertes Einkommen die Lebensumstände der jeweiligen Familien und der betreffenden Gemeinden verbessert – deutlich mehr als das Einkommen von Männern“, erklärt Miriam Lopez, Unterkunftsprojektleiterin bei Medair. „Frauen verwenden ihr Einkommen eher für Lebensmittel, medizinische Versorgung, Ausbesserungen am Haus oder die Ausbildung der Kinder.“ <br /><br />Als Miriam im Dezember 2010 ankam, machten Frauen lediglich 2% der Arbeitskräfte unserer Geld-für-Arbeit-Projekte aus. Die meisten waren als Köchinnen, Putzfrauen oder Wasserträgerinnen beschäftigt. Durch die gemeinsamen Anstrengungen von Miriam und dem gesamten Medair-Team stieg der Frauenanteil auf maximal 340 bzw. 29%. Die meisten dieser Frauen arbeiteten als Zimmerleute und Bauarbeiterinnen. „Mir war klar, dass eine Erhöhung des Frauenanteils auf Widerstand stossen würde, aber die Rückmeldungen der Frauen übertrafen von Anfang an meine Erwartungen“, erklärt Miriam. <br /><br /><b>„Ich mache seit Juni 2011 Zimmerarbeiten für Medair, und die Arbeit gefällt mir“</b>, berichtet die 27-jährige Christella Charles, die eine sechsmonatige Ausbildung im Bau von kleineren Häusern absolvierte, bevor sie für Medair arbeitete. „Ich habe während meiner Arbeit für Medair mehr über das Zimmerhandwerk erfahren und Techniken für sicheren Hausbau gelernt. Diese Erfahrungen werde ich in meiner Gemeinde und in meinem eigenen Haus anwenden.“ <br /><br />„Medair ist die erste NGO, die auch an Frauen denkt und sich gezielt für sie einsetzt“, sagt Christellas Kollegin Binnadette Ouan. „Ich bin stolz zu den Teams zu gehören, die das Land wieder aufbauen.“<br />&nbsp;<br /><b>Betreuer, Lehrer und männliche Kollegen sind von der Arbeit der Frauen beeindruckt</b>. „Die Frauen arbeiten ebenso hart wie die Männer“, sagt Geraldine Guerrier, Technikbeauftragte von Medair in La Montagne. „Manchmal legen sie weite Strecken zu Fuss zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Sie sind zuverlässig und haben einen positiven Einfluss auf das Arbeitsklima im Team.“<br /><br />„Ich bewundere diese Frauen wirklich“, sagt Miriam. „Es ist harte körperliche Arbeit und auch nicht einfach, mit den Traditionen und der Kultur in den Gemeinden zu brechen.“ <br /><br /><b>Der Haitianer Patrick Mama, der als stellvertretender Projektleiter des Bereichs Unterkünfte für Medair arbeitet, gibt zu, dass er anfänglich am Willen und der Fähigkeit der Frauen zweifelte, solche Arbeiten zu verrichten</b>. „Ich dachte, sie würden bestimmt keine Leitern hochsteigen oder ihre Hände schmutzig machen wollen“, berichtet er. „Ich hätte nicht erwartet, sie auf den Dächern arbeiten oder Zement mischen zu sehen.“ <br /><br />Patrick wurde schnell klar, dass seine Vorurteile unbegründet waren. „Die Frauen sind wirklich glücklich mit der Arbeit und haben viel Spass daran. Sie fühlen sich gebraucht und wohl. Meine Vorstellung, dass Frauen die Arbeit nicht machen könnten oder wollten, war schlichtweg falsch. Der Erfolg dieses Projekts freut mich sehr.“<br /><br /><b>„Die Männer respektieren mich“</b>, sagt die 27-jährige Marise Météllus, die an einem Geld-für-Arbeit-Projekt mitwirkt. „Nach meinem ersten Arbeitstag war ich müde. Heute kann ich genauso hart arbeiten wie die Männer. <b>Ich kann alles, was die Männer auch können.“</b><br />&nbsp;<br />Neben den Vorteilen wie sicherere Häuser und besser ausgebildete Arbeitskräfte kurbelt das Einkommen der weiblichen und männlichen Arbeiter die regionale Wirtschaft an. <br /><br /><b>„Viele hielten es für unmöglich, die Anzahl Teilnehmerinnen unserer Geld-für-Arbeit-Projekte zu steigern“</b>, sagt Medair-Kommunikationsbeauftragte Vanessa Nicholson. <b>„Aber es war nicht nur möglich, sondern ein grosser Erfolg.“ </b><br /><br />„Ich habe kürzlich an einer Abschlussfeier in La Croix teilgenommen, wo wir unsere Bauarbeiten beendet hatten“, berichtet Vanessa weiter. „Frauen kamen zu mir und erzählten, dass sie ihre Kinder nun in die Schule schicken konnten, weil sie bei Medair Arbeit gefunden hatten. Sie waren sehr dankbar für diese Chance.“ <br /><br /><b>„Die Frauen in Haiti möchten am Wiederaufbau mitwirken“</b>, erklärt Vanessa abschliessend. <b>„Es ist auch ihr Land, und deshalb wollen auch sie ihren Beitrag dazu leisten.“&nbsp;</b>
_______________________________________________________________________________
Das Medair-Projekt in Haiti wird durch die <link 849>Entwicklungshilfeorganisation der Vereinigten Staaten (USAID)</link>, die Schweizer Glückskette, EO-Metterdaad und private Spender unterstützt. <br /><br />Medair hat in Haiti mehr als 3200 sichere Unterkünfte errichtet, in denen knapp 20 000 bedürftige Menschen ein neues Zuhause gefunden haben.<br /><br />Lesen Sie mehr über <link 1065>die Arbeit von Medair in Haiti.</link><br /><br /><i>Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.<br /></i>]]></content:encoded>
			<category>Haiti</category>
			<category>Short News</category>
			<category>RSSFeed</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 11:59:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>In Tagen leben wir</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/in_tagen_leben_wir/</link>
			<description>Gedanken von Medair-Mitarbeiterin Vanessa Nicholson über ihren Aufenthalt in Haiti
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			<content:encoded><![CDATA[<b>In Tagen leben wir</b>. Das ist eine Zeile aus einem Gedicht von Philip Larkin, über die ich während meiner Zeit in Haiti oft nachgedacht habe. <br /><br />Wir verbrachten dort unsere Tage damit, Häuser für Menschen zu bauen, die ihr Zuhause durch das Erdbeben verloren hatten.<br />&nbsp;<br />Der 61-jährige Jonès Valentin lebt nun in einem winzigen Schuppen, der nicht grösser ist als ein Hühnerstall. Es ist so eng, dass er sich kaum bewegen und auch nicht gerade stehen kann. Für seine Frau Fédéna ist kein Platz, weshalb sie bei ihrer Tochter und den Enkelkindern wohnt. <br /><br /><b>Von all den Menschen, die ich in Haiti getroffen habe, hat mich die Geschichte von Jonès am meisten bewegt</b>. Ich begegnete ihm das erste Mal im März während unserer Bedarfsermittlung in seinem Heimatdorf Gris-gris in der abgelegenen Bergregion Côtes-de-Fer. An diesem Tag sah er nicht sehr gut aus, wahrscheinlich aufgrund der schlechten Wohnverhältnisse und der unhygienischen Zustände. <br /><br />Jonès war ein im besten Sinne des Wortes stolzer Mann. Nur seine Falten und das leichte Zittern seiner Hände sowie seiner Stimme verrieten sein Alter. Seine Körperhaltung und sein Auftreten waren Respekt einflössend, und man sah ihm an, dass er seine Verantwortung als Familienoberhaupt sehr ernst nahm. <br /><br />Auch wenn das Leben getrennt von seiner Frau in extrem beengten Verhältnissen für ihn sicher sehr schwer war, beklagte Jonès sich nicht. „Das Dach ist dicht“, sagte er mit einem zufriedenen Nicken in Richtung des kleinen Verschlags.<br /><br /><b>Jonès hatte hart für den Bau eines neuen Hauses gearbeitet und sogar Arbeiter vor Ort für die Hilfe beim Hausbau bezahlt</b>. Aber auch hier wurden wie bei so vielen anderen Häusern in Haiti beim Bauen Fehler gemacht, die dann beim Erdbeben zum Einsturz führten. Termiten frassen Löcher in das morsche Holz. Der Rahmen für das Haus wurde ohne Fundament auf einen Bergvorsprung gesetzt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie dieses Haus schwere Regenfälle oder sogar einen Hurrikan oder ein Erdbeben überstehen sollte.<br /><br />Schlecht gebaute Häuser findet man in ganz Haiti. Sie sind wie tickende Zeitbomben. Man sieht sie überall, an den Berghängen und in den Städten. Die Menschen sind sich der Gefahr sogar bewusst, die von ihren eigenen Häusern ausgeht. Sie haben Angst, dass sie schon beim nächsten Erdbeben unter ihnen begraben werden. Nachts schliessen die Menschen ihre Türen nicht ab, damit sie bei einem Erdbeben schnell auf die Strasse laufen können – sogar in den Städten. Im Sommer schlafen sie auch oft auf den Dächern.<br /><br />Als ich aus den Bergen in die Stadt Jacmel zurückkehrte, musste ich noch lang an Jonès denken. Es schien mir unausweichlich, dass Jonès und seine Familie ohne Hilfe von aussen das gleiche Schicksal erneut ereilen würde. <br /><br /><b>Bei meinem zweiten Besuch in Gris-gris war ein Bautrupp von Medair auf einem mir gut bekannten Grundstück am Berghang bei der Arbeit</b>. Unser Team hatte Jonès und seine Familie als eine der bedürftigsten in Côtes-de-Fer eingestuft, und nun erhielt sie ein neues Zuhause. Ich war begeistert. Und während die Arbeiter am Haus arbeiteten, sprachen und lachten sie mit Jonès’ Grossfamilie.<br />&nbsp;<br />„Vor ein paar Monaten kam jemand zu mir, um mir mitzuteilen, dass wir ein neues Haus bekommen würden“, erzählte Jonès. „Ich habe mich sehr gefreut, als ich davon erfuhr. Ich habe es meiner Frau und meiner ganzen Familie erzählt, und sie haben sich auch sehr gefreut. Wir mussten das alte Haus abreissen, um Platz für das neue zu schaffen, aber der Abriss hat uns sogar Spass gemacht!“ <br /><br /><b>Als ich ihn dieses Mal traf, war Jonès anders</b>. Man konnte eine merkliche Veränderung in ihm erkennen, wie er so vor der Baustelle stand, auf der gerade sein neues Haus errichtet wurde. „Wir hätten das Haus nicht selber bauen können“, sagte er. „Jeden Abend beten wir für Medair.“<br /><br />Während unserer Unterhaltung standen wir inmitten der Holzstapel, die für sein neues Haus gedacht waren, in dem er den Rest seines Lebens wohnen wird. Ab und zu musste er ein Enkelkind ermahnen, nicht über die Stapel zu klettern. Er war entspannt, und seine ruhige Stimmung übertrug sich auch auf seine Umgebung: Hier entstand gerade nicht nur ein neues Haus, sondern auch die Würde eines Familienoberhauptes wurde wiederhergestellt. <br /><br />Jonès erschien mir schon bei unserer ersten Begegnung trotz seiner schrecklichen Lebensumstände sehr würdevoll. Aber als ich ihn wiedertraf, konnte ich förmlich sehen, wie sein neues Zuhause und damit auch sein Stolz vor meinen Augen neu aufgebaut worden waren. Man konnte deutlich sehen, welche Spuren Armut und Katastrophen in der Würde eines Menschen hinterlassen können, und wie enorm sich die Wiederherstellung dieser Würde auswirkt.<br /><br /><b>Um ein Land wieder aufzubauen, muss man auch die Menschen wieder aufbauen</b>. Jonès konnte nun etwas aufrechter durchs Leben gehen, während er zusah, wie vor seinen Augen sein neues Haus entstand. Das war das Haus, in dem er alt werden würde. Hier würde er seinen Enkelkindern beim Aufwachsen zusehen. <br /><br />Bevor ich das Dorf verliess, zeigte ich Jonès und Fédéna die Fotos, die ich gemacht hatte. Sie lachten über ihre ernsten Gesichter. Wir standen dort und bewunderten die Arbeit der Zimmerleute. Gegen Jahresende wird es kühl in den Bergen, sodass die Arbeiter ausnahmsweise nicht in der Sonne schwitzen mussten wie sonst. Sie lachten und freuten sich über unsere Bewunderung.<br /><br /><b>Ich werde Jonès wahrscheinlich nicht wieder treffen. Aber das ist auch nicht nötig</b>. Bei der nächsten Katastrophe wird seine Familie uns nicht mehr brauchen. Wir können uns nun um andere Gemeinden weiter oben in den Bergen kümmern. Wir können weitere Häuser bauen, noch mehr Menschen über sichere Baumethoden aufklären und darauf hinarbeiten, dass schlecht gebaute Häuser in Haiti der Vergangenheit angehören. <br /><br />Das ist unsere Hoffnung. Die Menschen in Haiti brauchen sichere Häuser. Denn in Tagen leben wir – und diese Tage verbringen wir vor allem in unseren Häusern. <br />_________________________________________________________________________________<br /><br />Wir haben nun mehr als 3200 Häuser in Haiti gebaut und für mehr als 20&nbsp;000 Menschen ein sicheres Zuhause geschaffen. Das Leben dieser Menschen hat sich zum Guten gewendet, aber etwa eine halbe Million Haitianer ist immer noch obdachlos. Bitte unterstützen Sie uns mit einer <link 5>Spende, die das Leben der Menschen in Haiti verändern kann</link>. <br /><br /><link 1065>Lesen Sie mehr über die Arbeit von Medair in Haiti</link>.<br /><br />In Côtes-de-Fer bauen wir 250 Häuser für die bedürftigsten Menschen der Region, während wir gleichzeitig weitere 750 Häuser reparieren. Jedes Haus, an dem wir arbeiten, erhält falls nötig eine Regenwassersammelanlage und eine Latrine. Zudem bringen wir Gemeindemitgliedern bei, wie sie ihre eigenen sicheren Unterkünfte bauen können, um das Risiko bei zukünftigen Katastrophen zu verringern, und wir schulen die Menschen in den Gemeinden auch in gutem Hygieneverhalten.<br /><br /><br /><i>Dieser Web-Beitrag wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.<br /></i>]]></content:encoded>
			<category>Haiti</category>
			<category>Feature News</category>
			<category>RSSFeed</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 10:26:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Hilfe für überschwemmungsgeplagte afghanische Gemeinden durch innovatives Projekt</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/hilfe_fuer_ueberschwemmungsgeplagte_afghanische_gemeinden_durch_innovatives_projekt/</link>
			<description>Medair unterstützt Familien dabei, die Nahrungsmittelknappheit zu überbrücken und ihre Gemeinden wieder aufzubauen, nachdem Überschwemmungen ihre Ernte zerstört haben.
</description>
			<content:encoded><![CDATA[Im Sommer 2010 wurden einige der abgelegensten Dörfer der afghanischen Provinz Bamyan von den schlimmsten Sturzfluten seit 50 Jahren getroffen. „Das Wasser stand höher als die Bäume“, erzählt der 30-jährige Sayed Rahin aus dem Dorf Kadalac. „Die Wucht des Wassers war unglaublich.“<br />&nbsp;<br />Als das Wasser in den Bezirken Waras und Panjob zurückging, mussten die schockierten Bewohner feststellen, dass ihre gesamte Ernte weggeschwemmt worden war und das zuvor fruchtbare Ackerland nun mit Schlamm, Steinen und Sedimenten bedeckt war. <br /><br /><b>Die Familien verloren teilweise Nahrungsmittel für mehr als drei Monate und standen daher vor einer Nahrungsmittelknappheit, die ihr Leben und ihre Lebensumstände bedrohte</b>. Dass bis zur Wiederherstellung der Ackerflächen und Bewässerungssysteme keine Nahrungsmittel angebaut werden konnten, verschlimmerte die Situation noch zusätzlich.<br /><br /><b>„Die Überflutung von 2010 zerstörte die Ernte und schwemmte grosse Teile des Ackerlandes davon, was die Landschaft radikal veränderte“</b>, erklärt Medair-Projektmanager Sieger Burger. <b>„Mit dem Verlust ihres Landes und ihrer Ernte verloren viele Menschen auch die Hoffnung.“ </b><br /><br />Medair startete daraufhin mit Unterstützung der <link 839>Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission</link> und <link 5>grosszügiger privater Spender</link> ein Ernährungsnothilfeprogramm für die von der Flut betroffenen Menschen in Waras und Panjob. <br /><br /><b>Wir führten innovative Geld-für-Arbeit-Programme durch, mit denen mehr als 700 Haushalte oder schätzungsweise 6300 Menschen genug Geld verdienen konnten, um ihre Familienmitglieder während der Nahrungsmittelknappheit zu ernähren und gleichzeitig bei der Wiederherstellung der zerstörten Ackerflächen und Strassen sowie beim Katastrophenschutz zu helfen</b>. Gleichzeitig erhielten die Bedürftigsten – Witwen mit Familienpflichten, Ältere oder Kranke – finanzielle Unterstützung, ohne dass sie dafür an den Geld-für-Arbeit-Projekten teilnehmen mussten.<br /><br />Auch wenn Nahrungsmittelhilfe allein vielleicht die dringendsten Bedürfnisse gestillt hätte, sind Geld-für-Arbeit-Programme für die überschwemmten Gemeinden der wirksamere und würdevollere Weg zum Wiederaufbau. „Hätten wir den Menschen einfach Nahrungsmittel gegeben, hätten wir ihnen damit die Auswahlmöglichkeiten genommen und gleichzeitig ein Problem für die lokalen Ladenbesitzer geschaffen, die ja auch ihre Lebensmittel verkaufen wollen“, sagt Sieger. „Wenn wir den Menschen Geld geben, können sie selbst entscheiden, was sie dafür kaufen möchten. Meistens kaufen sie Nahrungsmittel und Brennstoff für ihre Feuer und zahlen Schulden zurück.“<br /><br /><b>Im Rahmen dieses Projekts wurden Dämme gebaut, die das Hochwasser in Zukunft umlenken sollen, Schlamm und Steine von den Ackerflächen entfernt und Strassen saniert</b>. „Ich bin stolz, dass ich nicht nur Geld für meine Familie verdient, sondern auch dazu beigetragen habe, das Land vor zukünftigen Überschwemmungen zu schützen“, erklärt der 35-jährige Taki aus Kadalac, der am Projekt mitgearbeitet hat.<br /><br /><b>Auch Frauen nahmen am Programm teil. Sie flochten Gabione zur Sicherung der Flussufer und nahmen an Kursen teil, in denen sie erfuhren, wie sie sich und ihre Kinder durch ein besseres Hygieneverhalten vor Krankheiten schützen können</b>. „Das war das erste Mal, dass ich für meine Arbeit bezahlt wurde“, erklärte Zahra, eine junge Mutter aus Panjob. „Für Frauen in Afghanistan ist es etwas ungewöhnlich, zu arbeiten, aber es war gut, den Männern zu zeigen, dass auch wir arbeiten können. Wir alle profitieren von diesem Projekt. Die Frauen, die gearbeitet haben, und die Frauen, deren Ehemänner gearbeitet haben... Wir sind sehr dankbar.“ <br /><br />„Wir hoffen, dass unsere Arbeit zukünftige Überschwemmungen verhindern kann“, sagt Sayed. „Zudem können wir die Wasserscheide, die wir errichtet haben, für die Bewässerung unserer Felder nutzen und so Getreide, Obst und Gemüse anbauen.“ <br /><br /><b>„Wenn es noch einmal so regnen sollte wie 2010, wären wir jetzt wohl sicher“</b>, fügt Taki hinzu. „Medair hat uns gezeigt, was wir tun müssen, um unser Dorf zu schützen, und uns dann bei der Umsetzung geholfen. Dieses Projekt war wirklich nützlich und hat uns sehr geholfen. Wir sind unglaublich dankbar.“ <br />________________________________________________________________________________<br /><br /><i>Das Nahrungsmittelhilfe- und Geld-für-Arbeit-Programm von Medair wird von der <link 839>Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission</link> sowie private Spenden unterstützt.<br /><br /><link 383>Lesen Sie mehr</link> über die Arbeit von Medair in Afghanistan.<br /><br />Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.<br /></i>]]></content:encoded>
			<category>Afghanistan</category>
			<category>Short News</category>
			<category>RSSFeed</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 11:40:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Welt-Aids-Tag: Wir kämpfen gegen die Ausbreitung von HIV in Somaliland</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/welt_aids_tag_wir_kaempfen_gegen_die_ausbreitung_von_hiv_in_somaliland-1/</link>
			<description>Burao, Somaliland: Während die Menschen auf der ganzen Welt am 1. Dezember den Welt-Aids-Tag begehen, hilft Medair am Horn von Afrika im Kampf gegen die Krankheit.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Trockenheit und Hunger haben in dieser krisengeplagten Region grosse Flüchtlingsströme ausgelöst, mit denen auch das Risiko einer Ausbreitung von HIV in den verarmten somalischen Gemeinden steigt. <br /><br />„Zurzeit schätzt man die HIV-Infektionsrate in Somaliland sauf 1%“, erklärt Dr. Adele Cowper, Medair-Projektmanagerin für den Fachbereich Gesundheit in Somaliland. „Das ist noch kein kritisches Niveau, aber man hat bereits in anderen Teilen der Welt festgestellt, dass die HIV-Infektionsrate durch grosse Migrationsbewegungen ansteigt.“<br /><b><br />Zurzeit ist man in Somaliland nicht auf HIV vorbereitet</b>. Antiretrovirale Medikamente sind knapp. <br /><br />Die Gesundheitseinrichtungen haben bereits mit den chronisch hohen Krankheitsraten, insbesondere unter Frauen und Kindern, schwer zu kämpfen, und die anhaltende Dürre bringt diese Infrastruktur immer näher an die Belastungsgrenze. <br /><br />In Somaliland konzentriert sich das Medair-Team für Gesundheit und Ernährung auf die Behandlung und Prävention der häufigsten Krankheiten wie Malaria, Durchfall, Atemwegsinfektionen, Unterernährung sowie Probleme bei Schwangerschaft und Geburt. Da jedoch nun das Risiko einer HIV-Ausbreitung durch die Migration steigt, unterstützt Medair zusätzlich Aufklärungsprogramme, die den Menschen helfen sollen, sich vor HIV zu schützen.<br /><br /><b>Partnerschaft für Prävention</b><br />Medair arbeitet mit der italienischen NGO COOPI (Cooperazione Internazionale) zusammen, die sich auf HIV-Programme spezialisiert hat und im Rahmen einer Kooperation mit dem Gesundheitsministerium von Somaliland HIV-Tests und antiretrovirale Medikamente im Krankenhaus von Burao anbietet. <br /><br />Wir schulen freiwillige Gesundheitshelfer und Hebammen, damit sie die Ausbreitung von HIV verhindern sowie Mütter und Kinder mit HIV-Infektion richtig behandeln können. Diese geschulten Pflegekräfte bieten dann wiederum Schulungen in ihren jeweiligen Heimatgemeinden an, bei denen sie den Menschen erklären, wie die Ausbreitung von HIV/Aids verhindert werden kann.<br /><br />Hebammen erhalten eine spezielle Ausbildung in Beratung und Pflege von HIV-positiven Müttern und deren Familien während und nach der Schwangerschaft.<b> „Hier geht es nicht nur darum, Medikamente bereitzustellen, sondern um das gesamte Pflegepaket“</b>, sagt Dr. Cowper.<br /><br />Zu unserem vierstufigen Konzept im Kampf gegen HIV gehören: die Aufklärung, wie wichtig es ist, abstinent zu leben oder einem Partner treu zu sein, die Förderung von Beratungsgesprächen und HIV-Tests, die Ermutigung HIV-positiver Menschen, die entsprechenden Angebote wahrzunehmen und – falls verfügbar – antiretrovirale Medikamente einzunehmen, sowie die Aufklärung HIV-positiver Mütter, wie sie am besten für sich selbst und ihre Kinder sorgen können.<br /><br /><b>„Aufgrund der unzureichenden Gesundheitsversorgung in Somaliland sterben die meisten HIV-infizierten Kinder im ersten Lebensjahr“</b>, erklärt Dr. Cowper. „Aber mit wenigen einfachen Massnahmen können wir das Risiko einer Übertragung von der Mutter auf das Kind um die Hälfte senken. <b>Präventive Aufklärungsarbeit kann bereits Leben retten.“</b><br />________________________________________________________________________________<br /><br /><i>Die Arbeit von Medair in Somaliland wird durch die Schweizer Glückskette, die <link 839>GD Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission</link>, Woord en Daad, Red een Kind, EO-Metterdaad, das britische Ministerium für internationale Entwicklung, UNICEF sowie private Spender unterstützt.<br /><br />Am Horn von Afrika leiden nach Jahren der Dürre Millionen Menschen unter extremer Lebensmittelknappheit. Medair reagiert auf die Krise in Somaliland und ergänzt die dort seit 2008 laufenden Programme, um noch mehr im Bereich Gesundheit, Ernährung und WASH (Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene) zu tun. Im September 2011 begann Medair mit einem Nothilfeprogramm in den östlichen Regionen Sool und Sanaag. <link 231>Lesen Sie mehr über die Arbeit von Medair in Somalia/Somaliland</link>.<br /><br />Medair-Mitarbeiter absolvierten einen Kurs von COOPI und hielten dann Schulungen in den Gemeinden ab.<br /><br />Somaliland erklärte im Jahr 1991 seine Unabhängigkeit von Somalia. Die Unabhängigkeit wurde jedoch von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.<br /><br />Dieses Internet-Update wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.</i><br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Somalia</category>
			<category>Short News</category>
			<category>RSSFeed</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 15:29:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Blicke sagen mehr als tausend Worte</title>
			<link>http://www.medair.org/nc/de/infochanel/news/detail/article/augen_sagen_mehr_als_tausend_worte/</link>
			<description>In einem trockenen und abgelegenen Dorf sieht Ed Nash trotz der schrecklichen Dürre Zeichen der Hoffnung.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Mit feierlicher Miene macht sie einen Schritt nach vorn</b>. Noch zu jung um einen Schleier zu tragen, hat sie ein cremefarbenes, elegant verziertes Brautmädchenkleid an. Mit den Puffärmeln, den Armbändern und dem ernsten Gesichtsausdruck würde sie auch zu einer Hochzeit in Europa oder Amerika passen. <br /><br />Sie macht jedoch den Schritt nach vorn, damit unser Ernährungsteam sie wiegen und vermessen kann, um die Schwere ihrer Unterernährung festzustellen und ihr entsprechende therapeutische Nahrung zu geben. Sie ist eines von Tausenden unterernährten Kindern in Somaliland, die aufgrund der schrecklichen Dürre am Horn von Afrika ums Überleben kämpfen. Aber nur wenige Menschen auf der Welt leben abgeschiedener und sind für Hilfsorganisationen schwerer zu erreichen als sie... <br /><br /><b>Ich sitze in einem silbernen Geländewagen und bin auf dem Weg nach Gumburu Xangeyo, dem abgelegensten Dorf, in dem Medair in der Region Sool in Somaliland Hilfe leistet</b>. Die Deyr-Regenzeit hat bereits vor einigen Wochen begonnen, aber wie an den meisten Tagen gibt es auch heute keinen Regen. Die starken Winde peitschen Staub und Sand in beissenden Wirbeln auf.<br /><br />Nach zwei Stunden der insgesamt siebenstündigen Fahrt verlassen wir die Asphaltstrasse und folgen von nun an einer unbefestigten Strasse, die mit ihren plötzlichen Biegungen und dem weichen Sand, in dem die Autos leicht stecken bleiben, sehr tückisch ist. Ich schaue aus dem Fenster und lasse das endlose Geschaukel auf der Buckelpiste über mich ergehen, während wir immer weiter in die Einöde vordringen.<br /><br />Hier auf dem Land in der Region Sool ist es gespenstisch still. Das trockene Land – in dem nur einzelne verdorrte Büsche und turmartig aufragende Termitenhügel zu sehen sind – wäre normalerweise voller Herden grasender Kamele, Ziegen und Schwarzkopfschafe. Ich habe irgendwo gehört, dass 1990 im ganzen Land Somalia mehr Kamele lebten als in irgendeinem anderen Land auf der Welt. Heute kann man kilometerweit fahren, ohne einem einzigen Lebewesen zu begegnen.<br /><br />Nach fünf Stunden Fahrt auf der Staubstrasse erreichen wir Gumburu Xangeyo, eine Ansammlung von Lehmhütten für etwa 250 Familien und weitere 250 in der nahen Umgebung.<br /><b>&nbsp;<br /></b><b>Als das Ernährungsteam im Dorf ankommt, bildet sich bereits eine erwartungsvolle Schlange aus Kindern und Erwachsenen</b>. Nachdem das Mädchen im Brautmädchenkleid seine Nahrung bekommen hat, warten auch die anderen Kinder in der Schlange darauf, gewogen und vermessen zu werden und dann ihre Päckchen mit der Spezialnahrung Plumpy'Nut zu bekommen. Dabei handelt es sich um eine energiereiche therapeutische Nahrung, die für die Behandlung von unterernährten Kindern unter fünf Jahren eingesetzt wird. <br /><br />Medair verteilt zwar erst seit zwei Wochen Nahrung im Dorf, aber die Kinder nehmen bereits zu. Dafür, dass das Dorf einer solch schrecklichen Dürre ausgesetzt ist, erholen sich die Kinder sehr schnell. <br /><br />„Als das erste Mal Nahrung im Dorf verteilt wurde, mussten die Kinder hierher getragen werden, um sie abzuholen“, erzählt Salad Roble Awad, der 60 Jahre alte Dorfvorsteher. „Vorher waren die Kinder schwach und schläfrig. Die Nahrung hat sie wach gemacht!“<br /><br />Eine kleine Gruppe von Dorfbewohnern erzählt mir, wie überrascht sie sind, dass sich überhaupt eine ausländische Hilfsorganisation um sie kümmert. „Hierher ist vorher noch niemand gekommen“, erklärt Salad. „Die Leute wollen nicht herkommen, weil die Fahrt zu unserem Dorf so beschwerlich ist. Aber Medair kam einmal, um sich die Situation bei uns anzuschauen, und dann erneut, um uns zu helfen. Nun habe ich Hoffnung für die Zukunft unseres Dorfes.“<br /><br /><b>Dies 29-jährige Sayneb Mohamed erzählt mir eine für das Dorf typische, tragische Geschichte</b>. Vor einiger Zeit ging es ihr noch gut in diesen Weidegebieten. Sie hatte grosse Ziegen- und Schafherden, aber all ihre Tiere starben aufgrund der Trockenheit – das letzte vor einem Jahr. <br /><br />„Als die Tiere starben, lagen überall Kadaver“, berichtet Sayneb. „Die toten Tiere lagen auf den Strassen des Dorfes. Der Gestank war unerträglich.“ Heute sind nur noch ein paar von Insekten blank geputzte Knochen übrig, die in der brennenden Mittagshitze vertrocknen.<br /><br />Saynebs Sohn Jimcale war irgendwann so unterernährt und erschöpft, dass er sich kaum mehr bewegen konnte. Er verbrachte die meiste Zeit des Tages schlafend auf dem Boden. „Er war dem Tod sehr nahe“, sagt sie. „Bevor Medair hierher kam, starben viele Kinder.”<br /><br />Aber heute haben Jimcales Wangen einen gesunden Glanz. Er spielt unablässig, sodass seine Mutter Mühe hat, ihn festzuhalten. „Die Kinder waren schwach und konnten die wenige Nahrung, die die Erwachsenen ihnen geben konnten, nicht verdauen“, sagt sie. „Die Spezialnahrung von Medair ist sehr gut für die Kinder.“ <br /><br /><b>Aus meiner westlichen Sichtweise scheint mir das Leben in Gumburu Xangeyo unerträglich hart</b>. Ich frage mich, woher die Menschen hier den Mut nehmen, um weiterzumachen. Aber egal wie hart das Leben hier auch sein mag, es ist unvergleichlich besser als ihr Leben hier zurückzulassen und in ein Flüchtlingscamp zu gehen. Bei meinem Spaziergang durch das Dorf berichten mir viele der Einwohner, wie entschlossen sie sind, hier zu bleiben.<br /><br />Wenn Menschen in Flüchtlingscamps gehen, lassen sie ihr gesamtes Leben zurück. Sie verlieren ihr Land und all ihr Hab und Gut und sind auf Hilfe angewiesen. Diese Abhängigkeit erschwert die Rückkehr in ein normales Leben. Daher nehmen wir solch weite Reisen auf uns, um in Gemeinden wie Gumburu Xangeyo direkt vor Ort zu helfen.<br /><br />Als das Ernährungsteam seine Arbeit für diesen Tag beendet hat, klettere auch ich in den Geländewagen zurück, und wir machen uns auf die lange Heimfahrt. Auf meiner Reise durch diese Region habe ich unglaubliche Not, Unterernährung und Entbehrungen gesehen, aber auch neue Hoffnung, einen Lichtblick am Horizont für eine Zukunft, die Medair den hier lebenden Familien bringen kann.<br /><br />Sayneb hat heute etwas gesagt, was mich beeindruckt hat: „Augen sagen mehr als tausend Worte.“ Dieses somalische Sprichwort besagt, dass Worte allein der Dankbarkeit nicht Ausdruck verleihen können. Sie hatte dabei auf eine Gruppe Mütter gezeigt, die um uns herum standen und deren fröhliche Kinder in der Nähe spielten. „Ohne eure Hilfe wären wir am Ende gewesen.“ <br /><br /><b><br /></b><b>Mit Ihrer Unterstützung kann Medair Nothilfe leisten, damit mehr als 300&nbsp;000 Menschen die Dürre in den kommenden Monaten überstehen</b>. Wir werden auch Kinder impfen, die Kapazitäten vor Ort ausbauen und den Zugang zu sauberem Wasser verbessern. Mit diesen langfristigen Interventionen werden die Gemeinden zukünftige Dürreperioden besser überstehen. <br /><br /><b><link 5>Bitte spenden Sie noch heute für dieses lebenswichtige Projekt</link></b>.<br /><br /><i><link 231>Lesen Sie mehr zur Arbeit von Medair in Somalia/Somaliland</link>.<br /><br />Dieser Web-Beitrag wurde mit Mitteln erstellt, die Medair-Mitarbeiter vor Ort und am Hauptsitz gesammelt haben. Bei den darin geäusserten Meinungen handelt es sich ausschliesslich um die Ansichten von Medair; sie geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen wieder.</i><br /><br />]]></content:encoded>
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			<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 09:26:00 +0100</pubDate>
			
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