Medair arbeitet seit dem Jahr 2000 in Uganda. Zu Beginn hat Medair in Kotido mit dem Volk Karamojong verschiedene Wasser- und Abwasserentsorgungsprojekte initiiert. Die Arbeit bestand unter anderem darin, die Brunnenschächte wieder instand zu setzen und die Einwohner der Gemeinde im Umgang mit den Pumpen zu schulen, damit sie selbstständig die wichtigsten Wartungsarbeiten durchführen können.
Im August 2003 startete eine WatSan-Intervention (Wasser und Abwasserentsorgung) im Lager im Bezirk Pader. Finanziert wurde die Intervention aus Mitteln des Office of U.S. Foreign Disaster Assistance (OFDA), und die Mittel stehen noch immer zur Verfügung. Im Mittelpunkt des Programms steht die so genannte Kapazitätenentwicklung in der Gemeinde zur Sicherung der Dauerhaftigkeit der Intervention.
Zu Beginn des Jahres 2004 unterstützte Medair im Bezirk Katakwi Vertriebene in den IDP-Camps (Lager für Binnenvertriebene). Mit Hilfe von ECHO-Zuschüssen (European Commission Humanitarian Aid; Europäische Kommission für humanitäre Hilfe) konnten das ganze Jahr über Arznei und Nichtlebensmittel (NFI) geliefert werden. Mit der Verbesserung der Sicherheit zogen immer mehr Menschen zurück aus den Lagern in ihre Heimat, und Medair revidierte seine geplanten Aktivitäten für das Jahr 2005, indem es seine Gesundheits- und NFI-Programme von Katakwi in die vernachlässigte Region Pader verlegte, um sich dort am Medair WatSan-Programm zu beteiligen. Medair plant, bis mindestens Ende des Jahres 2008 im Land zu bleiben, um seine derzeitigen Interventionen weiterzuführen.
Der Hintergrund
Der Süden von Uganda war lange Zeit von Unruhen verschont geblieben, während der Norden des Landes sehr oft von den Aktivitäten der LRA (Lord's Resistance Army; Widerstandsarmee des Herrn) heimgesucht wurde. Die LRA übte häufig Anschläge auf Zivilisten aus und beging zahllose Greueltaten. Sie ist bekannt dafür, dass sie junge Knaben entführt, um sie zu Kindersoldaten auszubilden, und junge Mädchen, die dann zu einem Leben als Gespielin der Rebellen gezwungen werden.
Die Zivilbevölkerung lebt in der ständigen Angst vor neuen Anschlägen der LRA. Die Menschen wurden zu ihrem Schutz in Lager nahe der Armeelager gebracht. Um die vorhandenen Dörfer herum entstanden neue IDP-Camps, aber ihre Bewohnerzahl stieg so dramatisch, so dass es schnell an unentbehrlichen Diensten, wie zum Beispiel der Krankenversorgung und medizinischen Versorgung und an sauberem Wasser mangelte. Da das Verlassen des Lagers ein Risiko darstellte, war es für die Menschen auch sehr schwer, Grundnahrungsmittel anzubauen.
Medair ist in zwei Bereichen im Norden Ugandas präsent:
Bezirk Pader: Der Bezirk entstand durch Abspaltung vom Bezirk Kitgum im Jahr 2001. Medair betreut sechs Hauptlager und verschiedene kleinere Lager in dieser Region, insbesondere im Bezirk Agogo, wo 115 000 Personen versorgt werden.
Region Karamoja: Karamoja liegt im Nordosten von Uganda und ist die abgeschiedenste und am meisten unterentwickelte Region des Landes. Kaabong, Standort der Basis von Medair, befindet sich im Norden von Karamoja. Von dieser Basis aus betreut Medair die fünf Unterbezirke Kaabong Rural, Lolelia, Loyoro, Kapedo und Karenga.
Medair hat vier Ziele in Uganda:
Multisektorielle Unterstützung für die Opfer der LRA in der Region Pader. Dazu zählen medizinische Grundversorgung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie psychosoziale Unterstützung.
Kapazitätenentwicklung des Karamojong-Volkes, damit die Wasserversorgung und Sanitärstruktur weiterentwickelt werden.
Unterstützung des Karamojong-Volkes und anderer Völker im Nordosten des Landes, die Opfer von Viehdiebstahl, heimtückischen Attacken und gewaltsamer Waffenenteignung wurden. Unterstützung erfolgt im Bereich der Gesundheit, Hygiene und der besondere Schutz von Kindern.
Einrichtung eines Notfallplans im Falle des Ausbruchs von Epidemien.