Zimbabwe > Programmbeschreibung
1. Seit wann arbeitet Medair im Land?
Den ersten Einsatz in Zimbabwe führte Medair von November 2002 bis November 2004 durch. Der Schwerpunkt des Programms lag auf der Ernährungshilfe: Im Rahmen eines Schulspeisungsprogramms in den Bezirken Gokwe Nord und Mudzi wurden jeden Tag 90 000 Schulkinder versorgt.
Nach der Cholera-Krise von 2008 und 2009 führte Medair im August 2009 eine Bedarfsermittlung durch, kehrte im November 2009 ins Land zurück und eröffnete im Januar 2010 offiziell die erste Programmphase.
2. Was sind die Tätigkeiten von Medair im Land?
Die aktuelle Programmstrategie von Medair konzentriert sich auf WASH-Massnahmen in ländlichen und städtischen Gebieten mit dem Ziel, das Risiko von Wasserkrankheiten zu verringern.
In städtischen Gebieten besteht ein hohes Risiko, vor allem aufgrund der unzureichenden und zeitweise unterbrochenen Versorgung mit Leitungswasser und der sich daraus ergebenden Nutzung alternativer Flachwasser- und verschmutzter Rohwasserquellen.
In der ersten Phase des Zimbabwe-Programms arbeitete Medair an der Sanierung der wichtigsten Infrastruktureinrichtungen und konnte so die verfügbare Menge an sauberem Trinkwasser für 120 000 Einwohner der Stadt Marondera erhöhen.
2011 startete Medair Projekte zur Verbesserung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser in der ländlichen Region Gokwe Nord und zur Sanierung der wichtigsten Infrastruktur im Stadtgebiet von Gokwe.
3. Wo führt Medair Projekte durch?
Gokwe Nord (ländlich, 31 000 Hilfeempfänger)
In Gokwe Nord liegen Dutzende Dörfer in mehreren Verwaltungsbezirken, die alle stark vom Cholera-Ausbruch betroffen waren. Die meisten Dörfer und Schulen haben immer noch keine sichere Wasserquelle. Stattdessen holen die Menschen ihr Wasser aus Schöpflöchern am Rande des Flussbetts, aus offenen Flachbrunnen und Regenwassertümpeln. Das Wasser, das die meisten Menschen in Gokwe Nord trinken, ist von schlechter Qualität und gilt als potenzieller Cholera-Übertragungsweg.
Stadt Gokwe (25 000 Einwohner)
Die Wasserversorgungssituation in der Stadt Gokwe ist besorgniserregend. Die grössten Probleme sind die unzulänglichen Pumpanlagen und die kurze Pumpdauer aufgrund von häufigen und lang anhaltenden Stromausfällen. Dadurch wird nur eine geringe Menge an Wasser in das Verteilersystem gepumpt, die den Bedarf der Einwohner nicht decken kann.
Die Einwohner nutzen daher natürliche Quellen im Sesame Valley. Diese sind jedoch nicht gegen Krankheiten geschützt und werden zudem auch vom Vieh und von Haustieren genutzt. Deshalb sind die Bedingungen für einen weiteren Cholera-Ausbruch in der Stadt Gokwe ideal. Das Cholera-Risiko wird weiter bestehen, solange keine verlässliche Versorgung mit sauberem Leitungswasser gewährleistet ist.
4. Wie viele Mitarbeiter hat Medair in Zimbabwe?
Wir beschäftigen sechs Mitarbeiter aus Zimbabwe, drei regionale Mitarbeiter aus Mitgliedstaaten der Southern African Development Community (SADC) und einen internationalen Mitarbeiter für das Programm in Zimbabwe.
