Südsudan > Länderhintergrund und gegenwärtige Herausforderungen
Seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1956 war der Sudan Schauplatz zweier langer und verheerender Bürgerkriege (1955-1972, 1983-2005). Als die Regierung des Sudans und die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) am 9. Januar 2005 ein Umfassendes Friedensabkommen (Comprehensive Peace Agreement, CPA) unterzeichneten, endete der längste Bürgerkrieg Afrikas, in dem rund zwei Millionen Menschen durch Gewalt, Hunger oder Krankheiten ihr Leben verloren.
Am 9. Juli 2011 wurde der Südsudan zu einem von den sudanesischen Nordstaaten unabhängigen Land.
Der Südsudan wird zu einer Zeit selbstständig, in der das Land sich vielen grossen Herausforderungen gegenübersieht. Das neue Land ist eines der ärmsten der Welt. Es braucht Unterstützung beim Aufbau der noch kaum existierenden öffentlichen Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Ernährung, Gesundheitsfürsorge von Müttern und Kindern, Bildung, Infrastruktur sowie Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen. Die Alphabetisierung im Land ist gering und gleichzeitig sind die Unterernährungsraten sehr hoch.
Der anhaltende Konflikt in einigen Gebieten hat Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen, was die Not im Land noch verstärkt hat.
Zudem kehrten 2011 Hunderttausende in den Südsudan zurück, die seit dem Bürgerkrieg in den Nordstaaten gelebt hatten. Doch dem neuen Land, in das sie zurückkehren, fehlt es selbst an der grundlegendsten Infrastruktur.
