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Sudan > Länderhintergrund und gegenwärtige Herausforderungen

Im Sudan herrscht praktisch seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien im Jahr 1956 Krieg. Der so genannte Nord-Süd-Bürgerkrieg wurde schliesslich mit Unterzeichnung des Umfassenden Friedensabkommens (Comprehensive Peace Agreement – CPA) im Jahr 2005 beendet. Nach UNO-Schätzungen verloren während des Bürgerkriegs mehr als zwei Millionen Menschen ihr Leben und vier Millionen ihre Heimat.

Der Bundesstaat Süd-Kordofan im Zentrum des seit Generationen währenden Konflikts wurde durch die kumulativen Auswirkungen des Bürgerkriegs zugrunde gerichtet. Wie viele Regionen ausserhalb der Hauptstadt ist Süd-Kordofan von wiederkehrenden Hungersnöten, mangelnden Investitionen, fehlender Entwicklung, Vernachlässigung und unzulänglicher Regierungsführung geprägt. Seit der Unabhängigkeit spalten Unruhen, Stammeskonflikte und politische Vetternwirtschaft die Region.

In der Region Darfur im Westen des Landes führten anhaltende Missstände Ende 2002 zu einem Aufstand. Da sowohl politische als auch militärische Lösungsversuche scheiterten, kam es zu einer raschen Intensivierung des Konflikts, in dem Hunderttausende Menschen den Tod fanden und Millionen vertrieben wurden. Der Friedensprozess ist seit 2006 vollkommen festgefahren.

Die Sicherheitslage in Darfur hat sich im vergangenen Jahr kontinuierlich verschlechtert. Sie ist geprägt von zunehmendem Banditenunwesen und wachsender Kriminalität, Übergriffen auf humanitäre Helfer (einschliesslich Entführungen zur Erpressung von Lösegeld), wiederholten Übergriffen auf bestimmte ethnische Gruppen und Binnenvertriebene, anhaltenden Überfällen auf Dörfer und Binnenvertriebenen-Camps sowie grenzüberschreitenden Angriffen zwischen Sudan und Tschad und in jüngster Zeit der Zentralafrikanischen Republik.