Sudan (Nordstaaten) > Programmbeschreibung
1. Seit wann arbeitet Medair im Land?
Die ersten Hilfsmassnahmen führte Medair 1992 im Südsudan durch; die Arbeit in den Nordstaaten begann im Jahr 2000 mit der Unterstützung eines Primary Health Care Centre (PHCC, Zentrum für medizinische Grundversorgung) im Binnenvertriebenen-Camp "Omdurman El-Salaam" vor den Toren Khartoums. Seit 2001 (noch vor Ausbruch des Konflikts) ist Medair im Bundesstaat West-Darfur und seit 2003 im Bundesstaat Süd-Kordofan tätig.
2. Was sind die Tätigkeiten von Medair?
Medair will in den Nordstaaten des Sudan vor allem humanitäre Hilfe von hoher Qualität leisten und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung, den Zugang zu sicherem Wasser sowie angemessene Sanitär- und Hygieneverhältnisse. Darüber hinaus bereitet sich Medair auch weiterhin auf Nothilfemassnahmen vor, um im Fall neuer Notsituationen reagieren zu können.
Medair hilft Binnenvertriebenen und anderen vom Krieg betroffenen Bevölkerungsgruppen in den sudanesischen Bundesstaaten Süd-Kordofan und West-Darfur. Dabei legen wir in allen unseren Projekten grossen Wert auf die Partizipation der Bevölkerung und auf die Stärkung ihrer Handlungskompetenz.
3. Wo führt Medair Projekte durch?

Zugang zu frischem Wasser
Süd-Kordofan:
Medair setzt sich für den Aufbau einer medizinischen Grundversorgung, die reproduktive Gesundheit sowie den Zugang zu Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene (WASH) in drei verschiedenen Gebieten im Bundesstaat Süd-Kordofan, nämlich in Nordost-Kaduqli, Keilak und Muglad, ein.
Diese Region war im Bürgerkrieg einer der Hauptschauplätze der Kämpfe, und die Not der Bevölkerung ist noch immer sehr gross. Das Gebiet leidet an extremer Unterentwicklung; grundlegende Versorgungsleistungen, wie zum Beispiel eine einfache medizinische Versorgung oder sauberes Wasser, sind nur in sehr beschränktem Umfang vorhanden. Der Übergangsprozess im Anschluss an den Konflikt im Bundesstaat Süd-Kordofan gestaltet sich schwierig. Zu den zahlreichen Herausforderungen zählt beispielsweise die enorm hohe Anzahl Heimkehrer, die Zusammenlegung zweier bestehender Verwaltungssysteme, die Landminen in vielen Gebieten und mögliche weitere Krisen wie z. B. Seuchen oder ein Wiederaufflammen des Konflikts.
West-Darfur:
Medair setzt sich in dieser Region an 21 Standorten für die medizinische Grundversorgung, die reproduktive Gesundheit, die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens sowie für Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene (WASH) ein.
Bereits vor Beginn des Konflikts 2002 litt diese Region unter wiederkehrenden Dürren, Unterentwicklung und einer kaum vorhandenen Grundversorgung. Der Konflikt verschlimmerte die Probleme erheblich, was eine Zerstörung der Dörfer und Lebensgrundlagen sowie die Vertreibung von zwei Millionen Menschen zur Folge hatte.
4. Wie viele Mitarbeiter hat Medair im Sudan (Nordstaaten)?
Medair beschäftigt in den Nordstaaten des Sudan etwa 27 internationale und 200 nationale Mitarbeiter.
