Madagaskar > Programmbeschreibung
1. Seit wann arbeitet Medair im Land?
Medair ist seit 2002 in Madagaskar tätig und hat zunächst ein WASH-Projekt (Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene) in der südlichen Region um Fort-Dauphin realisiert. Zur gleichen Zeit begann Medair auch, den Folgen von Wirbelstürmen entgegenzuwirken: Nach dem katastrophalen Sturm Gafilo im Jahr 2004 leisteten wir zum Beispiel Nothilfe, um den Zugang zu sauberem Wasser in den am stärksten betroffenen Dörfern wiederherzustellen.
Nach Beendigung des vierjährigen Einsatzes im Süden richtete Medair im Januar 2006 einen neuen Standort in Maroantsetra ein, einer Gegend im Nordosten des Landes, die besonders durch Wirbelstürme und Überschwemmungen gefährdet ist. Seitdem sind wir von unserem Stützpunkt in Maroantsetra aus im Einsatz.
2. Was sind die Tätigkeiten von Medair?

Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser
Medair ist auf die Katastrophenvorsorge, auf die Verbesserung des Zugangs zu Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene sowie auf Nothilfeprojekte spezialisiert. Dabei legen wir grossen Wert auf den Kapazitätsaufbau der lokalen Akteure in ländlichen Gegenden. Unsere Fachkompetenz ist besonders im Umgang mit den ständig drohenden Gefahren durch Wirbelstürme eine grosse Hilfe: Sie unterstützt bei der Schadensminderung (wie man sich auf Schäden durch Wirbelstürme vorbereitet und sich dagegen schützt), leistet Nothilfe (wie man den Zugang zu sauberem Wasser wiederherstellt) und ergreift Wiederaufbaumassnahmen (wie man die Situation im WASH-Bereich verbessert).
Wenn ein Wirbelsturm losbricht, sind wir in der Lage, in jedem Teil der Insel zu reagieren und den Zugang zu sauberem Wasser wiederherzustellen. 2011 halfen wir in zwei Regionen der von Wirbelsturm Bingiza betroffenen Bevölkerung. Parallel dazu setzen wir Katastrophenvorsorgemassnahmen um, wobei wir uns auf den Bau stabilerer Unterkünfte und auf Schulungen konzentrieren, mit denen eine bessere Vorbereitung auf Wirbelstürme und eine langfristige Verbesserung der Versorgung mit sauberem Wasser sichergestellt werden sollen. Mit unseren Katastrophenvorsorgemassnahmen sollen die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden stärken und ihre Gefährdung durch künftige Katastrophenrisiken mindern.
Das mangelnde Wissen über grundlegende Hygiene hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung. Die Hygieneförderung, die Einrichtung sauberer Wasserstellen, der Bau von Latrinen und die Wissensvermittlung für die lokale Bevölkerung hinsichtlich Katastrophenvorsorge sind die wichtigsten Tätigkeiten von Medair im Laufe des Jahres.
Ein ausgeprägter Schwerpunkt liegt im Bereich Kapazitätsaufbau für die Gemeinden, lokalen Entscheidungsträger und Unternehmer. Diese Hilfe zur Selbsthilfe bildet die Grundlage für alle Tätigkeiten von Medair.
3. Wo führt Medair Projekte durch?
Maroantsetra
In Maroantsetra verfolgen wir mit unserer Arbeit im Wesentlichen das Ziel, eine nachhaltige Entwicklung durch verschiedene Arten von Projekten, vor allem in den Bereichen Katastrophenvorsorge und WASH, in Gang zu setzen und zu unterstützen. Dabei legen wir bei allen Projekten grossen Wert auf Kapazitätsaufbau.
Die Region um Maroantsetra ist sehr abgelegen und nur durch eine schlecht ausgebaute "Strasse" mit dem Rest des Landes verbunden. Ein Grossteil der Bevölkerung muss auf verseuchtes Flusswasser als Trinkwasser zurückgreifen. Selbst die Familien, die offene Brunnen nutzen, sind nicht geschützt, da die meisten dieser Brunnen aufgrund einer falschen Benutzung und fehlerhaften Bauweise durch Fäkalien verunreinigt sind. Nur durch geschlossene Brunnen mit Handpumpe ist der Zugang zu sauberem Wasser gewährleistet.
Gesamt-Madagaskar
Im Falle eines Wirbelsturms ist Medair in der Lage, in allen Teilen der Insel auf Notsituationen zu reagieren.
4. Wie viele Mitarbeiter hat Medair in Madagaskar ?
Medair beschäftigt etwa 5 internationale und 50 nationale Mitarbeiter in Madagaskar.
