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Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene (WASH)
Der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Infrastruktur in Verbindung mit dem fehlenden Wissen über grundlegende Hygiene führt in einem armen Land wie Madagaskar zu einer katastrophalen Situation. Diese Probleme werden durch die Verunreinigung der sauberen Wasserstellen aufgrund von Wirbelstürmen noch erheblich verschlimmert. Hinzu kommt noch, dass lediglich 10 Prozent der Bevölkerung auf dem Land angemessene sanitäre Einrichtungen nutzen.[2]
Jedes Jahr gehen Millionen von Arbeits- und Schultagen wegen Wasserkrankheiten verloren. Nach jedem Wirbelsturm besteht die Gefahr einer Choleraepidemie.
Nothilfe
Während der Wirbelsturmsaison führt Medair in erster Linie folgende Massnahmen durch: Wiederherstellung der Versorgung mit sauberem Wasser durch Desinfektion der offenen Brunnen, Ausgabe von Notfallsets für die Wasseraufbereitung, Hygieneaufklärung und Förderung der nachhaltigen Minderung der Hilfsbedürftigkeit durch die Errichtung neuer Wasserstellen und einen verstärkten Kompetenztransfer auf die Bevölkerung und die lokalen Entscheidungsträger.
In Notsituationen ist Medair in der Lage, sofort zu reagieren. Dies ist unter anderem durch einen umfassenden Vorrat an Rettungsmaterialien, qualifizierte Mitarbeiter und wichtige Partnerschaften, vor allem mit Mission Aviation Fellowship (MAF) und Helimission, möglich.
Wiederaufbau

Zugang zu sauberem Wasser für eine Gemeinde
Medair sorgt für einen verbesserten Zugang zu sauberem Wasser sowie für Latrinen und Hygieneförderung in durch Wirbelstürme gefährdeten Gebieten. Wir haben sehr kostengünstige und einfache Bohrtechniken in die entlegenen Dörfer der Region gebracht. So kann zum Beispiel mithilfe der Rota-Sludge-Methode innerhalb von einem oder zwei Tagen ein Brunnen gebohrt werden, ohne dass eine Maschine benötigt wird. Wird dann noch eine Canzee-Handpumpe verwendet, ist der Brunnen geschlossen und vor Verunreinigungen geschützt. Ausserdem bauen wir höher gelegene Wasserstellen, um den Zugang zu sauberem Wasser auch im Überschwemmungsfall sicherzustellen.
Medair unterstützt öffentlich-private Partnerschaften und die Entwicklung geeigneter Technologien für den WASH-Bereich. Auf diese Weise werden den lokalen Behörden und privaten Unternehmen effektive Hilfsmittel an die Hand gegeben, die ihnen eine von den internationalen NGOs unabhängige Verbesserung des WASH-Bereichs ermöglichen.
Das für die Hygieneförderung zuständige Team sorgt in erster Linie dafür, dass die Bevölkerung über die Gefahren aufgeklärt wird, die von Verunreinigungen in der Nähe von Brunnen, Wasserstellen und Latrinen ausgehen, sodass die neuen Infrastruktureinrichtungen nachhaltige Vorteile für die Gesundheit der Bevölkerung bringen.
Ein wichtiger Aspekt ist der Kompetenztransfer, durch den sichergestellt wird, dass Medair gemeinsam mit der Bevölkerung und nicht nur für die Bevölkerung arbeitet. Auf diese Weise haben die Verbesserungen eine langfristigere und nachhaltige Wirkung.
Unterkunft und Infrastruktur
Menschen, die vorübergehend aus ihren durch eine Überschwemmung oder einen Wirbelsturm beschädigten Häusern und Wohnungen vertrieben wurden, benötigen Notunterkünfte und Unterstützung. Doch die durch Wirbelstürme gefährdeten Dörfer müssen auch Katastrophenvorsorgestrategien entwickeln, um die Schäden durch künftige Wirbelstürme zu minimieren. Sie müssen stabilere Häuser und für ihre besonders gefährdeten Einwohner Wirbelsturmschutzräume bauen.
Nothilfe
Medair liefert Plastikplanen für provisorische Überdachungen und Baumaterialien an Menschen in Not. Darüber hinaus verteilen wir auch lebenswichtige Gebrauchsgüter, wie zum Beispiel WASH-Sets (mit Wasseraufbereitungsflaschen, Eimern, Kanistern, Seife und Bechern).
Wiederaufbau
Im Rahmen der Katastrophenvorsorgemassnahmen (DRR) unterstützt Medair die Gründung von DRR-Dorfausschüssen, führt Wirbelsturm-Notfallsimulationen in Dörfern durch, baut grosse Wirbelsturm-Schutzräume und hilft beim wirbelsturmsicheren Umbau von Häusern.
Die Katastrophenvorsorge- und Schutzmassnahmen sind langfristig angelegt und sollen die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden stärken sowie ihre Hilfsbedürftigkeit mindern. Dabei gehen Vorsorge, Entwicklung und Kriseneinsätze Hand in Hand, um die lokalen Kompetenzen zu fördern und die vorhandene Infrastruktur zu verbessern.
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[2] WHO: www.who.int/whosis/whostat/EN_WHS2011_Full.pdf
