Medair

International Humanitarian Aid Organisation

Medair in Ihrer Nähe

Ungünstige Witterungsbedingungen

Es ist jedem klar, dass bei Naturkatastrophen die Opfer meist schwer zu erreichen sind. Doch bereits gewöhnliche Wetterkapriolen wie starke Schneefälle oder die Regenzeit können grosse Hindernisse für die humanitäre Hilfeleistung werden.

 

Madagaskar ist häufig mit schlimmen Unwettern konfrontiert – die vergangenen zwölf Monate waren da keine Ausnahme. Eine Serie von Wirbelstürmen peitschte über die Insel, trieb Tausende in die Flucht und verursachte eine Verschlechterung der sanitären Situation.


Unsere Mitarbeiter mussten auf Einbaumboote umsteigen, um das Erste-Hilfe-Material an die Opfer verteilen zu können. In anderen Situationen konnten sie die Hilfsgüter nur mit improvisierten Flössen über die Flüsse transportieren. Immer wieder stellt sich das Problem, die Menschen überhaupt zu erreichen. Es gibt unzählige kleine, abgelegene Dörfer, und Überschwemmungen verschlechtern die Strasseninfrastruktur zusätzlich.


Im Südsudan ist es während der Regenzeit zwischen April und Oktober fast unmöglich, Material per Auto zu transportieren. Die Nil-Gegend, wo sonst Baumwollpflanzen wachsen, wird dann zu einer riesigen Schlammwüste. Medair setzt nun in dieser Jahreszeit Schiffe ein, weil selbst die Flugzeuge kaum noch auf den durchnässten Pisten landen können.


Während der letzten Regenzeit besuchten Mitarbeiter der Christoffel Blindenmission (CBM) eine unserer Kliniken, in der wir Tuberkulosekranke behandeln. Sie konnten zwar ohne Zwischenfall auf der rutschigen Piste landen, mussten dann aber mit Mitarbeitern von Medair durch kniehoch stehendes Wasser waten, um die Klinik zu erreichen. Zwar verhinderte die Flutkatastrophe, dass manche Kranke kommen konnten, doch eine ganze Menge blinder Menschen kämpften sich durch das Wasser, indem sie einen Stock in die Hand nahmen und sich gegenseitig führten. Einige nahmen bis zu sechs Tage Fussmarsch auf sich, um operiert zu werden und wieder sehen zu können. Als Nyakwai, einer Frau, die in der Klinik behandelt worden war, der Verband abgenommen wurde, kam sie aus dem Staunen nicht mehr heraus: Sie entdeckte Bäume, die vom Regen in intensive Farben getaucht waren, und die Schönheit der Schöpfung um sie herum.


In Pakistan hatten die Überlebenden nach dem starken Erdbeben im Herbst 2005 für den Winter kein Dach mehr über dem Kopf. Unser Team stellte Unterkünfte für sie bereit und musste dabei in den entlegenen Berggebieten des Bezirks Poonch ausserordentliche Hindernisse überwinden. In vielen Fällen gab es keine richtigen Strassen, und es waren zahlreiche Erdrutsche niedergegangen. Unser Transportteam musste deshalb Traktoren einsetzen und oft auch lange Strecken zu Fuss zurücklegen, um die Überlebenden zu erreichen. „Sie haben uns äusserst herzlich begrüsst", sagt der Projektverantwortliche John Primrose. „Ich glaube, wir waren eine der ersten Ausländergruppen, die jene Region erreichten.

 

"Einer der Begünstigten dieser Hilfe war Jamman, der vom Erdbeben hart getroffen worden war. „Das Haus stürzte über unseren beiden Kühen ein. In den Tagen danach mussten wir die Frau und die Tochter meines Bruders beerdigen. Wir haben viel geweint und uns verloren gefühlt. Wir haben dabei sogar vergessen zu essen. Einen Monat lang mussten wir draussen unter freiem Himmel schlafen. Dann hat uns Medair eine provisorische Hütte, Decken, Seife und eine neue Kuh besorgt. Medair hat unser Leben gerettet. Es ist die einzige Organisation, die bis hierher in unsere Gegend gekommen ist!“

 

Geografische Hindernisse


Unser Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo ist durch Gefahren und den schlechten Zustand der Strassen eingeschränkt. Dennoch gewährleistet Medair in den entlegenen Gegenden im Nordosten des Landes für über eine Million Menschen Zugang zu medizinischer Grundversorgung.


Afghanistan ist vielleicht das am schwersten erreichbare Einsatzland von Medair. Die Provinz Badakhshan ist eines der unterentwickeltsten und abgelegensten Gebiete Zentralasiens. Die geografischen Hürden und die Abgeschiedenheit der Gegend haben jede Entwicklung in den letzten 100 Jahren verhindert. Die Provinz hält den traurigen Rekord der meisten Naturkatastrophen: häufige Überschwemmungen, Erdrutsche und Erdbeben.Die Mitarbeiter von Medair müssen bis zu fünf Tage auf Pferden reiten, um das Gebiet und die Projekte dort zu erreichen. Viele Orte sind für sechs Monate im Jahr komplett vom Schnee eingeschlossen. „Die Sterblichkeitsrate der Mütter ist hier die höchste der Welt“, erklärt Hilje Zandberg, Ärztin bei Medair. „Zurzeit kann nur das Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Kaiserschnitte durchführen. Aber das wird sich bald ändern. In naher Zukunft wird unser Ausbildungsgang beendet sein, und dann kann diese Operation in zwei Medair-Kliniken vorgenommen werden. Das ist ein grosser Schritt nach vorne. Kliniken und Krankenhäuser können zerstört werden, aber nicht das Wissen.“


So überwinden unsere Teams jeden Tag neue und oft riesige Hindernisse, um ihren Auftrag auszuführen: den Schwächsten helfen. Unsere Mitarbeiter werden durch die Leidenschaft angetrieben, den Menschen auf dem Weg vom reinen Überleben zum Leben zu helfen. Auf diese Weise können wir Licht in die dunkelsten und entlegensten Gegenden der Erde tragen.

 


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Kernkompetenzen

Fachbereiche

Medizinische Versorgung
Wasser und Sanitär
Unterkunft und Infrastruktur
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