Medair

International Humanitarian Aid Organisation

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Herausforderung Unsicherheit

In vielen Ländern mit langwierigen Konflikten sind unsere Teams mit lebensbedrohenden Gefahren konfrontiert, was manchmal leider jegliche Nothilfe verunmöglicht. Medair wägt die Risikofaktoren ab und sucht unter Einbezug logistischer Überlegungen dennoch nach Lösungen.

 

Angola


Trotz des herrschenden Krieges startete Medair in 2002 ein neues Projekt in Angola. Das Team erinnert sich noch gut an das kleine Flugzeug, welches sie transportierte. Sie mussten ganz plötzlich notlanden, um einem möglichen Raketenangriff der Rebellen zu entgehen. Während vier Jahren versorgte das Team die isolierte Bevölkerung per Flugzeug mit medizinischer Nothilfe. Die Minen im Einsatzgebiet waren eine weitere konstante Bedrohung für die Medair Mitarbeiter. Dabei waren sie überall auf Entminungsprogramme der „Mine Advisory Group“ angewiesen.

 

Sudan – Nordstaaten


Im Norden des Sudan sind gravierende Sicherheitsprobleme an der Tagesordnung. Gewaltsame Kämpfe in Malakal zwangen unser Team zu einem schnellen Rückzug. Kurz darauf kehrten sie jedoch zurück, um die dringend benötige Notversorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten.


Aufgrund der fragilen Sicherheitslage sind unsere Standorte im Sudan schwer erreichbar. Unsere Teams sind jedoch entschlossen, wann immer möglich zu helfen. Für entlegene Einsatzgebiete auch per Helikopter, sofern es die dortige Situation erlaubt. Die Finanz- und Logistikverantwortliche, Kirsty Mauritz, verbrachte gerade einige freie Tage in der Hauptstadt Kharthoum, als sie von drei akuten Krisen in West-Darfur erfuhr. Im Wissen, dass Medair helfen kann, machte sie sich unverzüglich zusammen mit ihrem Ehemann auf in Richtung Flüchtlingslager: „ Ich bin sehr froh, hier zu sein! Alles was jetzt zählt, ist schnelles Handeln. Ich hoffe, dass wir trotz prekärer Sicherheitslage den notleidenden Menschen helfen können.“

 

Uganda


Obwohl sich die Sicherheitslage vor einem Jahr verbesserte, ist es immer noch schwierig, die Betroffenen zu erreichen. Im Bezirk Kaabong, wo Medair sowohl die Trinkwasserversorgung, wie auch sanitäre Einrichtungen verbessern möchte, ist es besonders kompliziert. Die Strassen sind gefährlich und nur tagsüber befahrbar.

„Im Oktober wurde eines unserer Fahrzeuge von einer Gruppe Bewaffneter in einen Hinterhalt gelockt“, erklärt Jakob Sorensen, Logistiker. „Sie suchten Soldaten und haben uns Lebensmittel, Ausrüstung und Geld gestohlen.“


Die Rebellen der L.R.A. waren in 2004 sehr aktiv in Uganda. So auch in jener Nacht, als drei Medair-Mitarbeiter ihr Leben für einen kleinen Jungen riskierten. Er wurde angeschossen und musste notfallmässig, via eine berüchtigte Strasse, ins 50 Kilometer entfernte Krankenhaus von Soroti gebracht werden. Die drei Mitarbeiter fuhren zusammen mit dem Jungen auf der dunklen Strasse los und funkten alle 15 Minuten mit der Basis. Alle waren erleichtert und dankbar für die zwischenfallfreie Fahrt und die vollständige Genesung des kleinen Jungen.

Medair lässt in unsicheren Gebieten grösste Vorsicht walten. Trotzdem ist sich jedes Teammitglied im Klaren über das Risiko, trotzdem in einen Raubüberfall, eine Geiselnahme etc. verwickelt zu werden. Manchmal fällt es schwer, damit umzugehen. Unsere Teams sind jedoch zutiefst von der Wichtigkeit ihres Einsatzes überzeugt und gleichzeitig froh um Gebete.

„Wenn ich in die Flüchtlingslager gehe und all die leidenden Menschen sehe, weiss ich, warum ich hier bin“, erklärt Henrieke Hommes, Projektleiterin vor Ort. „Wir arbeiten viel, sechs Tage in der Woche, wenn nötig sogar am Sonntag – ich zerbreche mir darüber nicht den Kopf, weil es ganz simpel um Leben und Tod geht.“


Die Not und Hingabe hilft die Ängste zu überwinden. Unsere Teams konzentrieren sich auf am Leben gefährdete Personen und Familien. Ihnen fehlt oft die allernötigste medizinische Versorgung. Sie gehören zu den am stärkst gefährdeten Menschen der Welt. Ihnen wollen wir helfen – trotz den Gefahren.



 

 


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