Sanitäre Grundversorgung rettet Leben

Latrinenbau
Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem beinahe jede Familie ein Kind durch vermeidbare Krankheiten wie Durchfall verliert. 2006 untersuchte Medair einige Gemeinden in Afghanistan und fand einen solchen Ort.
Medair stellte fest, dass es in den entlegenen Tälern der afghanischen Provinzen Wardak und Bamyan praktisch keine sicheren Wasserquellen und so gut wie keine Latrinen gab. Die Menschen tranken das Wasser direkt aus dem Fluss oder aus ungeschützten Quellen. Ihre Abfälle liessen sie in unmittelbarer Nähe des Wassers, wodurch es leicht zu einer Verschmutzung kommen konnte.
„Nach Angaben von Dorfbewohnern in den beiden Provinzen leiden alle mindestens zweimal im Sommer an blutigem Durchfall”, so Torsten Zellmer, WatSan-Manager bei Medair. „Ausserdem leiden etwa 75% der Frauen an Harnwegsinfektionen, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass sie zu wenig trinken, um nicht so oft zur Toilette gehen zu müssen.”
Leider handelt es sich um ein weltweites Problem: 2,6 Milliarden Menschen haben keine vernünftigen sanitären Einrichtungen, und die Folgen sind verheerend.[1] Fast zwei Millionen Menschen (etwa 5 000 am Tag) sterben jedes Jahr an Durchfallerkrankungen.[2] Diese bilden die zweithäufigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren.[3] Ausserdem besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer fehlenden sanitären Grundversorgung und der Müttersterblichkeit sowie der Alphabetisierung und Eigenständigkeit von Frauen[4].
„Eine fehlende sanitäre Grundversorgung ist tödlich.” Dies schrieb Dr. Margaret Chan, die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in ihrer Erklärung zum Internationalen Jahr der sanitären Grundversorgung. „Sie hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit – insbesondere auf die von Kindern – und auch auf die Bildung. Ganze Gemeinden haben darunter zu leiden; am stärksten jedoch leiden die Armen und sozial Benachteiligten.[5]”
Auch wenn die Statistiken erschreckend sind, gibt es doch Grund zur Hoffnung: „Eine Verbesserung der sanitären Grundversorgung stellt für uns eine der besten Möglichkeiten dar, die gesundheitliche, soziale und sogar wirtschaftliche Entwicklung effektiv zu beschleunigen… Durch einfache, durchführbare Massnahmen kann beispielsweise die Zahl der Durchfallerkrankungen um 391 Millionen Fälle pro Jahr reduziert werden”, so Dr. Chan[6].
Medair kennt die Bedeutung der sanitären Grundversorgung für die öffentliche Gesundheit aus eigener Erfahrung: „Unserer Meinung nach ist die Hygieneförderung eine wichtige Erstmassnahme, mit der die Grundlage für alle weiteren Massnahmen geschaffen wird”, sagt Jürgen Matheis, der Water and Sanitation Advisor von Medair.
Medair war es 2007 dank Spenden möglich, ein grosses WatSan-Projekt ins Leben zu rufen, mit dem der hilfsbedürftigen Bevölkerung in Afghanistan geholfen werden konnte. Wir begannen mit dem Bau und der Verbesserung von Flachbrunnen, geschützten Quellen, Latrinen und Waschräumen sowie mit der Durchführung von Hygieneaufklärungsmassnahmen.
Jürgen Matheis erklärt: „Unsere wichtigsten Botschaften lauten: sicheres Wasser trinken, Hände waschen und Latrinen benutzen.” Zudem betont er, dass wir uns vielmehr auf die Hygieneförderung konzentrieren und weniger auf eine Wissensvermittlung, bei der nur die tödlichen Folgen mangelnder Hygiene im Mittelpunkt stehen. „Wenn man die Menschen dazu bewegen kann, etwas zu wollen, das cool oder angesagt ist, hat man mehr Erfolg, als wenn man ihnen nur die Horrorszenarien der Krankheiten vor Augen führt”, so Matheis weiter.
Das Projekt in Afghanistan trägt bereits Früchte. Haroon, einen von Medair ausgebildeten Hygieneaufklärer aus Dashtak, lassen die Teilnehmerzahlen bei den WatSan-Veranstaltungen hoffen: „Wir können jetzt bereits erkennen, dass die Menschen ihre Gewohnheiten ändern”, meint er.
„Ich wusste nicht, dass das Wasser Schuld am Durchfall ist”, sagt Soraya, „oder dass Hautkrankheiten durch Parasiten, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, durch mangelnde Hygiene und durch schmutzige Kleidung verursacht werden. Es braucht Zeit, unsere Gewohnheiten zu ändern, aber sobald wir Latrinen und einen Waschraum haben, wird alles einfacher werden!”
Durch die Unterstützung der WatSan-Projekte von Medair tragen Sie entscheidend dazu bei, die Lebenssituation der Hilfsbedürftigsten dieser Welt zu verbessern. „Ihre Hilfe rechnet sich”, sagt WHO-Generaldirektorin Dr. Chan. „Jeder Dollar, jeder Ruan und jede Rupie, die investiert werden, bringen im Ergebnis einen Nutzen, der im Durchschnitt neunmal so hoch ist.”[1]
Und da 84,5% aller Spenden an Medair direkt in die Hilfsprogramme vor Ort fliessen, können Sie sicher sein, dass Ihre Spende das Leben der Hilfeempfänger entscheidend verändert.
„Für Medair ist die sanitäre Grundversorgung ein zentrales Anliegen”, bestätigt Jürgen Matheis. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Hilfeempfängern, sodass wir ihnen erklären können, was wir tun und warum wir es tun. Wir wissen, dass die Verhaltensänderungen, die es braucht, um ein richtiges Hygiene- und Sanitärverhalten in die Praxis umzusetzen, nicht von heute auf morgen zu erreichen sind, und wir haben die nötige Geduld, um den Prozess zu begleiten.”Werden Sie heute aktiv und spenden Sie für die WatSan-Projekte von Medair!
Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass die Gesundheitssituation der bedürftigsten Menschen der Welt verbessert und ihre Würde gestärkt wird. Gemeinsam können wir dem sinnlosen Sterben an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall ein Ende setzen.
[1] Progress for Children 5, UNICEF, 2006
[2] World Health Report 2005, CHERG
[3] Progress for Children 5, UNICEF, 2006
[4] UNICEF, International Year of Sanitation 2008 Press Kit
[5] www.who.int/water_sanitation_health/hygiene/iys/about/en/index.html
[6] www.who.int/water_sanitation_health/hygiene/iys/about/en/index.html
[7] www.who.int/water_sanitation_health/hygiene/iys/about/en/index.html

