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International Humanitarian Aid Organisation

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Vom Erdbeben zur sicheren Unterkunft

Medair und die einheimische Partnerorganisation Cipta Fondasi Komunitas (CFK, was so viel bedeutet wie „Grundlagen schaffen für die Bevölkerung“) koordinieren den Bau von rund 2400 Behelfsunterkünften im indonesischen Erdbebengebiet Padang Pariaman.

Bei den verheerenden Erdstössen, die Indonesien am 30. September 2009 erschütterten, kamen mehr als 1100 Menschen ums Leben, und 280 000 Familien verloren ihr Zuhause. Hunderttausende Indonesier haben noch immer keine akzeptable Unterkunft.

Im Oktober führte Medair in den betroffenen Gebieten eine Bedarfsanalyse für die Gemeinden durch, in denen die Not am grössten war. Nun sind Medair und die einheimische Partnerorganisation CFK im Unterbezirk Sungai Sarik in Padang Pariaman im Einsatz, wo rund 6700 Häuser ganz oder teilweise zerstört wurden.

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„Wir sind Erdbeben gewohnt. Wir spüren oft, dass die Erde zittert”, sagt die 70-jährige Witwe Zaenab, die Schwester von M. Nur.

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„Doch das war ein viel stärkeres Erdbeben, als wir es je hatten. Wir hatten grosse Angst.”

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„Wir waren während des Erdbebens nicht zu Hause. Als es vorüber war, liefen wir schnell zu unserem Haus.“

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„An der Rückseite waren die Wände komplett eingestürzt.”

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„Wären wir im Haus gewesen, hätte das zu einer Katastrophe geführt. So sind wir zwar am Leben, aber obdachlos.”

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Im Oktober traf sich Medair-Mitarbeiter Mark Wooding mit den Menschen in den betroffenen Gemeinden, um herauszufinden, wie wir ihnen am besten helfen könnten.

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Die ersten 15 Tage nach dem Erdbeben schliefen M. Nur und seine Familie unter freiem Himmel, bevor sie dieses Zelt erhielten.

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Medair entwickelte mit der indonesischen NGO CFK eine als T-Shelter bezeichnete Standardbehelfsunterkunft. Sie wählten M. Nur und seine Familie als erste Empfänger aus.

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Die Projektteilnehmer räumten die Reste des zerstörten Hauses weg. Dabei bargen sie einige Töpfe, Pfannen, Kleidungsstücke und Möbel für die Familie.

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Mark Wooding brachte den Dorfbewohnern bei, wie man erdbebensichere Häuser baut.

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Nachdem der Bauplatz geräumt und die Arbeiter geschult waren, konnte mit dem Bau begonnen werden.

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Die tragenden Teile des T-Shelter wurden errichtet.

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Viele Hände erleichterten die Arbeit.

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Der Bau ging schnell voran, da alle im Rahmen des indonesischen „Gotong-Royong”-Systems mit anpackten.

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Der fertige T-Shelter der Familie Nur.

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M. Nur und seine Familie können nun aus ihrem Zelt ausziehen und unter ihrem eigenen Dach sicher und bequem schlafen.

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Der T-Shelter von M. Nur dient nun als Musterunterkunft für die ganze Gegend, und in den kommenden Monaten werden Tausende weitere folgen.

 


Dank der finanziellen Unterstützung durch die Schweizer Glückskette und private Spender konnte Medair Ausbilder schulen, die nun technische Unterstützung leisten, um den Indonesiern beim Bau erdbebensicherer Behelfsunterkünfte zu helfen. Die CFK-Ausbilder verwenden dabei Schulungsunterlagen auf Indonesisch und halten Workshops sowie Vorführungen vor Ort ab. Die Haushalte werden mit dringend benötigten Werkzeugen und Baumaterialien versorgt, mit denen sie Behelfsunterkünfte errichten können, bis der Staat finanzielle Mittel für den Bau fester Häuser zur Verfügung stellt.

Medair und CFK haben eine optimale Standardbehelfsunterkunft, den sogenannten T-Shelter, und einen Schulungsworkshop für die Bevölkerung entwickelt. Zwar stellen wir die Schulung und die Materialien bereit, aber den eigentlichen Bau der T-Shelter übernehmen wir nicht. Vielmehr bedienen wir uns des traditionellen „Gotong-Royong”-Systems, bei dem immer etwa zehn Haushalte zusammen durch Bündelung ihrer Ressourcen und mit viel Gemeinschaftsgeist eine Unterkunft bauen.

Im Dezember wurde für den 65-jährigen blinden muslimischen Würdenträger M. Nur und seine Grossfamilie ein erster T-Shelter errichtet. Mit der Fotostrecke erzählen wir ihre Geschichte vom Erdbeben bis zur sicheren Unterkunft.